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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Harsche Kritik an Rzyskis Schulplan
Zwischenüberschrift:
CDU: Völlig an der Realität vorbei – Schulleiter: Was ist mit den anderen Schulen?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die geplante Schulreform von Dezernentin Rita-Maria Rzyski ist bei Schulleitern und der CDU auf harsche Kritik gestoßen.

Der Leiter des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums, Hartmut Bruns, äußerte sich am Mittwoch " sehr froh", dass das EMA erhalten bleiben soll. Alles andere wäre aber auch " nicht nachvollziehbar" gewesen. Bruns erinnerte daran, dass das EMA im Wettbewerb um den Deutschen Schulpreis zu den 15 besten Gymnasien in Deutschland gehörte und in einigen Kategorien sogar auf Platz drei vorgestoßen war. " Eine solche Schule plattzumachen, das geht gar nicht", sagte Bruns.

Das Schulkonzept, das die Schulverwaltung am Dienstag im Internet veröffentlicht hatte, fiel auch für den direkt betroffenen EMA-Chef " einfach vom Himmel". Das Schulzentrum Sonnenhügel, das nach dem Rzyski-Plan die dritte Gesamtschule aufnehmen soll, war an der Konzeption nicht beteiligt. Bruns stoßen auch deshalb einige, wie er sagt, " Unkorrektheiten" in der Verwaltungsvorlage auf. So seien die Baukosten mit 6, 4 Millionen Euro nicht ansatzweise realistisch kalkuliert. Seit Jahren bemühe er sich bei der Stadt um eine energetische Sanierung des Schulzentrums, das sich im Sommer aufheize und im Winter zu viel Energie verbrenne. Die Stadt habe allein den energetischen Sanierungsbedarf auf 6, 2 Millionen Euro geschätzt.

Die in dem Konzept zugrunde gelegten höheren Schülerzahlen könnten ohne Anbauten nicht aufgenommen werden. Bruns: " Wir nutzen heute schon jedes Loch." Über das Gesamtpaket lasse sich diskutieren, auch das Ende der Hauptschule sei absehbar. " Aber wir müssen ehrlich sein bei den Zahlen", betonte Bruns. Eine dritte Gesamtschule hält er nicht für nötig: Gerade das Schulzentrum Sonnenhügel sei ein gutes Beispiel, dass der Bildungserfolg nicht von der sozialen Herkunft abhängen müsse.

Kampf um jeden Farbtopf

Lothar Wehleit, Leiter des Ratsgymnasiums, fragt angesichts der mutmaßlichen Investitionskosten von 16 Millionen Euro: " Was wird mit den seit Jahren aufgeschobenen Sanierungen und dringend erforderlichen Modernisierungen und Reparaturen an den anderen Schulstandorten? Wir müssen heute schon um jeden Farbtopf kämpfen." Das Geld reiche nicht, um zehn Jahre nach der letzten Renovierung Klassenräume und Flure zu renovieren und die Bibliothek " zeitgemäßen Anforderungen an Lernbedingungen und Arbeitsbedingungen anzupassen".

Hinzu komme der erhöhte Raumbedarf an allen bestehenden Standorten aufgrund der Rückkehr zur neunjährigen Schulzeit am Gymnasium. " Am Ratsgymnasium stehen immer noch zwei Container. In drei Jahren werden hier aber mindestens vier weitere Klassenräume benötigt", so Wehleit.

Ein lautes Nein kam am Mittwoch von der CDU: " Völlig an der Realität vorbei", wird Fraktionschef Fritz Brickwedde in einer Mitteilung der CDU zitiert. Die Stadt, die fast zahlungsunfähig gewesen wäre und unter Haushaltssperre stehe, könne sich diese Ausgaben nicht leisten. Während sich in anderen Schulen der Sanierungsbedarf staue, solle für dieses " Ideologie-Projekt von Rot-Grün" kräftig Geld ausgegeben werden. Brickwedde sieht keinen Bedarf für eine weitere Gesamtschule und wirft Rot-Grün vor, die Gymnasien schwächen und die Einheitsschule verwirklichen zu wollen.

Irene Thiel (CDU), Vorsitzende des Schul- und Sportausschusses, fordert einen Alternativplan: " Wenn Frau Rzyski die Neustrukturierung der Wittekind-Realschule und der Nussbaum-Hauptschule tatsächlich angehen will, warum plant sie nicht mit einer Oberschule, welche beide Schulzweige vernünftig zusammenführt? Hier erwarten wir genaue Zahlen, was dieses alternative Projekt kosten würde."

Die CDU-Fraktion befürwortet das Projekt der Neuen Schule, die drei Schulen in der Innenstadt zusammenzuführen. Es müsse aber auch hier genau abgewogen werden, ob das Projekt zu finanzieren sei.

Schuldezernentin Rita-Maria Rzyski hatte am Dienstag den Plan vorgelegt, die Hauptschule als Schulform aufzugeben und mit der Neuen Schule in der Innenstadt und der dritten Gesamtschule weitere integrative Angebote zu schaffen. Der Schulausschuss wird sich am Donnerstag, 24. September (17 Uhr, Rathaus), mit dem Konzept befassen. Die Investitionskosten für das Gesamtpaket werden auf bis zu 16 Millionen Euro geschätzt.

Übrigens: Zeitgleich mit der Veröffentlichung der Osnabrücker Pläne am Dienstag kündigte Hannover die Abschaffung der Hauptschule an. Rita-Maria Rzyski soll am 1. November in Hannover die Leitung des Dezernates für Bildung, Jugend und Familie übernehmen.
Bildtext:
Dritte Gesamtschule für Osnabrück? Der Rzyski-Plan heizt die Schuldebatte mächtig an.
Foto:
Egmont Seiler
Autor:
Wilfried Hinrichs


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