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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Waldbesitzer fordern Rücksichtnahme
Zwischenüberschrift:
Menschen sollen sich im Wald erholen – Natur- und Tierschutz beachten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Es gibt Baustellen im Wald, die sieht man kaum und doch bereiten sie den Besitzern Sorgen, wie etwa jene Plätze, an denen jemand Hand und Spaten angelegt hat. " Auf einem fremden Grundstück", sagt Andreas Frieling, Vorsitzender der Waldbesitzer-Organisation Kulturlandschaft Osnabrücker Land.

Der Wald in der Region Osnabrück befindet sich zu etwa 60 Prozent in Privatbesitz. Und da gilt in erster Linie das Recht des Eigentümers. Zwar darf diese Fläche nach dem Niedersächsischen Waldgesetz frei betreten werden, aber… Das Regelwerk schränkt den Zutritt ein, beispielsweise auf vorhandene Wege. Aber es lässt auch die komplette Sperrung eines Waldstücks zu, wenn beispielsweise Forstarbeiten Gefahren für Leib und Seele auslösen können.

Nicht jeder Waldliebhaber ist einsichtig genug, die Sperrungen und Warnhinweise zu beachten. " Vielleicht wissen sie auch nicht, dass sie sich auf Privatgrund befinden", sagt KOL-Beiratsmitglied Sebastian Langen, der mit seiner Firma Wald & Forstservice als Dienstleister für Waldbesitzer tätig ist. Bei Durchforstungen gebe es häufig genug lange Debatten mit Spaziergängern, Pilzsuchern, Wanderern und Radlern, wenn wegen der Arbeiten Wege gesperrt werden. Er hat nicht nur einmal erlebt, dass Spaziergänger lautstark über die Forstarbeiten und seine Mitarbeiter schimpfen, sich Forstfahrzeugen in den Weg stellen und sie nicht weiterfahren lassen wollen. Langen: " Wenn unsere Erklärungen nicht fruchten, rufen wir die Polizei Sicherheit geht vor."

Dass der Wald ein beliebter Erholungsort ist, haben Befragungen ergeben. Landesweit sind jährlich über 220 Millionen Besuche gezählt worden. Und nicht selten hagelt es Beschwerden gegen die Waldbesitzer, beispielsweise, wenn Holz gerückt wird. Das geschieht meist im Winter bei Wind und Wetter. Da hinterlassen Forstfahrzeuge und Holztransporter deutliche Spuren. Andreas Frieling: " Die Besucher müssen das in Kauf nehmen wie einen Stau auf der Autobahn."

Matschig kann es im Wald immer sein zumal es keine Verpflichtung für die Besitzer gibt, begehbare Wege bereitzustellen. Die Wege durch den Wald dienen in erster Linie der Holzabfuhr und der Feuersicherheit, erklärt Sebastian Langen: " Damit die Feuerwehr bei Waldbränden schneller an den Brandherd kommt."

Ein Ärgernis für die Waldbauern ist auch, dass manche Zeitgenossen querbeet durch den Baumbestand laufen oder fahren, also nicht auf den Waldwegen bleiben. Aufgefallen sind Geo-Cacher die sogar nachts durch den Wald stöbern, um den Schatz aufzuspüren. Dass dabei die Rechte des Waldbesitzers verletzt werden, der automatisch haftet, wenn etwas passiert, sei den meisten Menschen nicht bewusst.

Das ist die eine Seite, die andere umfasst Natur- und Tierschutz ein weiterer Konfliktpunkt: Dass Hunde in der Brut- und Setzzeit (1. April bis 15. Juli) in Wald und Flur angeleint bleiben müssen, ist bekannt, wird aber von einigen Hundebesitzern beharrlich ignoriert ("… der tut doch nichts"). Und wenn Spaziergänger, Wanderer und Jogger auf den Wegen von freilaufenden Hunden verbellt werden, wollen die Vierbeiner " doch nur spielen", wie beteuert wird. Ob der Hund das auch weiß?

Ein besonderes Ärgernis besonders im winterlichen Wald ist die mangelnde Rücksichtnahme auf das Wild durch Besucher mit und ohne Hund, die sich offenkundig nicht darüber im Klaren seien, was ihr Verhalten bei Wildtiere auslöst. Bei starken Störungen ergreifen die Tiere häufig die Flucht, bei der sie viel Energie verbrauchen, die sie im Winter aber wegen des geringen Nahrungsangebotes nur mühsam auftanken können. Bitte der Waldbesitzer: Auf den Wegen bleiben, nicht querfeldein durch den Wald, Lärm vermeiden, Hunde an der Leine führen.

" Wer sich an diese Punkte hält, ist in allen Wäldern herzlich willkommen", unterstreicht Andreas Frieling. Auch wenn die Waldwege breit sind, ist das Befahren mit Motorfahrzeugen verboten. Das beginnt mit Mofas und Mopeds, schließt Motorräder und Quads sowie Kraftfahrzeuge ein. Überhaupt ist die Rücksichtnahme auf andere, seien es Spaziergänger, Jogger oder Radler, ein hohes Gebot.
Bildtext:
Stop! Forstarbeiten! Lebensgefahr! Bei Arbeiten im Wald warnen Transparente Spaziergänger. Häufig werden sie ignoriert, wie Andreas Frieling (l.) und Sebastian Langen vom Verein der Waldbesitzer, Kulturlandschaft Osnabrücker Land (KOL), selbst erlebt haben.
Foto:
Stefanie Preuin
Autor:
Harald Preuin


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