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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Demo zur Solidarität mit Flüchtlingen
 
Osnabrück schützt seine Flüchtlinge
 
Runder Tisch der Religionen begrüßt Flüchtlinge
Zwischenüberschrift:
Zwei Bürger rufen zu Demonstration am 24. September auf
 
Gemeinsame Aktion in Osnabrück am kommenden Donnerstag
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Der emeritierte Theologieprofessor Reinhold Mokrosch und der ehemalige Karmann-Betriebsratsvorsitzende Harald Klausing rufen am Donnerstag, 24. September, zu einer Demonstration auf. Unter dem Motto " Die Würde jedes Flüchtlings ist unantastbar" sollen sich die Bürger und Bürgerinnen der Stadt und des Landkreises Osnabrück mit den in Osnabrück ankommenden Flüchtlingen solidarisieren. Die Initiatoren sehen die Demonstration als Fortsetzung der Anti-Pegida-Demonstration im Januar, an der mehr als 4500 Bürger teilgenommen hatten. " Hass, Ausgrenzung und Verblendung dürfen bei uns keine Chance haben", heißt es in dem Aufruf. Alle Unterstützer und unterstützende Organisationen der Osnabrücker Zivilgesellschaft sind zur Teilnahme aufgerufen.

Osnabrück. Unter dem Motto " Die Würde jedes Flüchtlings ist unantastbar" rufen der emeritierte Theologieprofessor Reinhold Mokrosch und Harald Klausing am Donnerstag, 24. September, zu einer Demonstration gegen Fremdenfeindlichkeit auf.

" Osnabrück ist eine Stadt des Friedens, der Toleranz und der Gewährung von Zuflucht. Hass, Ausgrenzung und Verblendung dürfen bei uns keine Chance erhalten", heißt es in dem Aufruf, der in diesen Tagen verschickt wird. Die beiden Organisatoren hoffen auf eine ebenso breite Unterstützung wie am 19. Januar bei der Anti-Pegida-Demo, zu der Harald Klausing, ehemaliger Karmann-Betriebsratsvorsitzender, aufgerufen hatte. Damals setzten 4500 Menschen ein Zeichen gegen Intoleranz.

" Mit den Flüchtlingen schützen wir unsere Demokratie und unser lebens- und liebenswertes Gemeinwesen, in dem alle ohne Angst vor Verfolgung leben sollen", sagte der emeritierte Theologie-Professor Mokrosch im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Träger des Osnabrücker Yilmaz-Akyürek-Preises für Integration erinnert zugleich an den Grundsatz aller Religionen: " Verhalte dich anderen gegenüber so, wie du möchtest, dass sie sich dir gegenüber verhalten."

Deutschland erlebe derzeit einen Schub an Humanismus, ergänzte Klausing. Über die Hilfsbereitschaft der Menschen dürften aber auch die Ursachen für Flucht nicht vergessen werden. Mit Hinweis auf den Friedensnobelpreis für die EU bitten Mokrosch und Klausing in ihrem Aufruf die Bevölkerung nicht die Regierungen Polens, Ungarns, Tschechiens und der Slowakei um humanitäre Lösungen zur Flüchtlingspolitik.

" Menschen dort sind nicht weniger hilfsbereit als wir", sagte Mokrosch. Wenn sie Flüchtlingen helfen wollten, müssten sie sich auch gegen ihre Regierungen stemmen. Denn jedem Flüchtling müsse die Würde zuteilwerden, " als freies Subjekt Verantwortung zu übernehmen und nicht noch gedemütigt, bevormundet, stigmatisiert, getäuscht, instrumentalisiert oder manipuliert zu werden".

Bei der Demonstration am 19. Januar sei es schon einmal gelungen, in Osnabrück ein großes Gemeinschaftsgefühl für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit herzustellen. Wenn wieder eine Menge Osnabrücker auf die Straße gingen, bedeute das eine breite Unterstützung für all diejenigen, die sich jetzt schon in vielfältiger Weise für Flüchtlinge einsetzten. Zudem wollen Mokrosch und Klausing während der Kundgebung zu weiterer ehrenamtlicher Hilfe aufrufen.

Nach der Planung findet am Donnerstag, 24. September, 19 Uhr, auf dem Theatervorplatz eine Kundgebung statt, bei der die beiden Initiatoren sprechen werden. Die Teilnehmer gehen anschließend über die Lortzing- und die Dielingerstraße zum Marktplatz. Dort werden unter anderen Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und vermutlich der nieder sächsische Innenminister Boris Pistorius Stellung nehmen.

Ein Informationstreffen zur Demo findet am kommenden Donnerstag, 17. September, um 19 Uhr in der Lagerhalle statt. Unterstützer und unterstützende Organisationen sind nachdrücklich erwünscht. Mails an harald.klausing@ gmx.net und reinhold.mokrosch@ uni-osnabrueck.de.
Bildtext:
Zuletzt kam es in Osnabrück Mitte Januar zu einer großen Demonstration, als auf Initiative von Harald Klausing ein breites Bündnis zu Protesten gegen die Pegida-Bewegung aufrief.
Foto:
Archiv/ Gert Westdörp

Kommentar
Mitmachen, Zeichen setzen

Osnabrück gilt nicht als die Hauptstadt der Demonstrationen. Aber wenn es einen Grund gibt, folgen die Osnabrücker den Aufrufen. Die mit mehr als 20 000 Teilnehmern bisher größte Demonstration gegen Ausländerfeindlichkeit und für Zivilcourage gab es 1992, als Deutschland eine beispiellose Serie von rechtsradikalen Anschlägen erschütterte, bei denen Tote zu beklagen waren: Ro-stock-Lichtenhagen, Mölln und Solingen.

In diesem Jahr gibt es einen neuen traurigen Höhepunkt an Rassismus und rechtsradikalen Übergriffen. Jetzt sind Flüchtlinge im Fokus rechter Brandstifter und Gewalttäter. Menschen, die der Gewalt in ihrer Heimat entkommen sind, werden hier erneut mit Gewalt konfrontiert.

Es gibt also wieder einen Grund, Flagge zu zeigen und so zu handeln, wie es der jüdische Philosoph Martin Buber gefordert hatte: " Liebe deinen Nächsten, denn er ist wie du!" Deshalb gilt am 24. September: Mitmachen, Zeichen setzen.

Osnabrück. Der Runde Tisch der Religionen in Osnabrück will mit einem gemeinsamen Friedensgebet am kommenden Donnerstag, 17. September, die Flüchtlinge in Osnabrück willkommen heißen.
" Die Würde jedes Flüchtlings ist unantastbar": Das ist der Titel der Veranstaltung, die um 17.30 Uhr im Rathaus beginnt und zu der der Runde Tisch alle Osnabrücker und Flüchtlinge einlädt. " Unsere jüdischen, christlichen und muslimischen Gemeinden in Osnabrück möchten alle ankommenden Flüchtlinge herzlich einladen, an unseren Riten, Gebeten und an unserem jeweiligen Gemeindeleben teilzunehmen", heißt es in der von Reinhold Mokrosch, Vorsitzender des Runden Tisches, unterzeichneten Erklärung.
Und weiter: " Glaube und Religion können für manche Flüchtlinge ein Identifikationsanker sein und eine Brücke zwischen der verlorenen Heimat und der neuen Fremde bilden. Es wird zu Recht viel über Taschengeld, Registrierung, Aufenthaltsgenehmigungen, Sachhilfe und vieles andere gesprochen, wenig aber über Glaube und Religion. Das ist freilich auch nicht Aufgabe des Staates, sondern der Religionsgemeinschaften. Deshalb möchten wir umfassende religiöse Hilfe leisten. Wir möchten aber auch Radikalisierungen von Religion und ein mögliches Aufkommen alter Konflikte zwischen Religionen und Konfessionen verhindern."
Die Begegnung im Rathaus soll etwa eine Stunde dauern. Sprechen werden Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und ein Vertreter des Flüchtlingshauses der Diakonie am Natruper Holz. Die am Runden Tisch der Religionen beteiligten Gemeinden werden ihre Hilfsaktionen für Flüchtlinge vorstellen. Anschließend sei ein kleiner symbolischer Akt geplant, der das gemeinsame Anliegen zum Ausdruck bringe, sagt Reinhold Mokrosch.
Der Runde Tisch der Religionen ist ein eigenständiges und offizielles Gremium aus Repräsentanten der großen Religionsgemeinschaften in Osnabrück. Mitglieder sind Vertreter der jüdischen, der katholischen, der evangelischen und der muslimischen Gemeinden. Der Runde Tisch trifft sich mindestens vier- mal jährlich, um Informationen auszutauschen und Aktionen zu planen.
Autor:
Ulrike Schmidt, hin


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