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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Weniger Sommer-Stress im Nettebad
Zwischenüberschrift:
Bäderchef Hermle: Neues Verfahren bei den Ferienpässen hat sich bewährt
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die neue Ferienpass-Regelung der Osnabrücker Bäder hat offenbar den gewünschten Effekt erzielt: Im Nettebad gab es in der zweiten Ferienhälfte deutlich weniger Krawall für die Stadtwerke eine Folge davon, dass die Ferienpässe während des Badbesuchs jetzt zum ersten Mal einbehalten wurden.

209 Tages-Hausverbote wurden in den diesjährigen Sommerferien in den Osnabrücker Bädern ausgesprochen fast alle im Nettebad, und 180 davon in der ersten Ferienhälfte. In Prozenten ausgedrückt: 86 Prozent der Hausverbote wurden in den ersten drei Wochen verhängt, nur 14 Prozent in der zweiten Ferienhälfte.

" Durch die neue Ferienpass-Regelung haben die Kollegen jetzt ein Instrument in der Hand", sagt Bäderchef Wolfgang Hermle. " An den Zahlen kann man ablesen, dass die Jugendlichen das verstanden haben."

Zum ersten Mal haben die Osnabrücker Bäder in diesen Sommerferien den Ferienpass für die Dauer des Badbesuchs an der Kasse einbehalten. Alle Badegäste bekamen beim Verlassen des Schwimmbades ihren Ferienpass zurück auch die, die für Ärger gesorgt und eventuell auch ein Tagesverbot aufgebrummt bekommen hatten.

Bevor den Krawallmachern das Dokument allerdings zurückgegeben wurde, notierten sich die Mitarbeiter deren Daten. Nur so könne man laut Bäderchef Hermle gewährleisten, dass notorischen Stressmachern irgendwann Konsequenzen aufgezeigt würden. " Bislang sind solche Leute ja immer nur dann aufgefallen, wenn sie zufällig vom selben Mitarbeiter erwischt wurden."

Zu Beginn der diesjährigen Sommerferien gab es im Nettebad das gewohnte Bild: " Die erste Woche war heftig, die Jungs haben ständig provoziert und gereizt", sagt Schwimmmeister Thomas Bäune. 64 Jugendliche bekamen allein am ersten Ferientag ein Tagesverbot.

Anders als in den Vorjahren sei die Kurve dann aber ganz schnell abgeflacht. Dass in der zweiten Ferienhälfte kaum noch ein Jugendlicher Randale machte, sei absolut ungewöhnlich.

" Wir führen das eindeutig auf die neue Regelung zurück", sagt Stadtwerke-Pressesprecher Marco Hörmeyer. " Die Jugendlichen erkennen, dass die von ihnen ausgelösten Vorfälle anders als in den Vorjahren zu Konsequenzen führen."

Die neue Regelung führte erwartungsgemäß auch dazu, dass die Mitarbeiter mehr Verbote aussprachen. 2014 waren es 156 Tagesverweise gegenüber 209 in diesem Jahr. Relativ gleich blieb die Zahl der dauerhaften Hausverbote: 22 waren es in den Sommerferien des vergangenen Jahres, 19 in diesem Jahr.

Dass der große Ärger fast ausschließlich von den Ferienpass-Inhabern ausgeht, belegen die Zahlen eindeutig. 90 Prozent der Tages-Hausverbote ging in diesem Jahr an Ferienpass-Besitzer, im vergangenen Jahr waren es sogar 100 Prozent.

Frappierend ist auch, dass die Krawallmacher fast ausschließlich im Nettebad und nur in den Sommerferien anzutreffen sind. " Die Leute sehe ich hier nur in den sechs Wochen, davor und danach nie", sagt Schwimmmeister Thomas Bäune. Offenbar würde den Krawallmachern beziehungsweise deren Familien die finanziellen Möglichkeiten fehlen, um den normalen Eintrittspreis für das Nettebad zu bezahlen.

Auf Nachfrage unserer Redaktion sagt Thomas Bäune, dass die jungen Täter fast ausschließlich männlich sind. " Mädchen sind nur ganz selten dabei."

Bäderchef Wolfgang Hermle betont, dass die neue Regelung für die Bäder im Übrigen einen sehr großen Mehraufwand darstelle. " Vor allem in der Anfangsphase mussten wir hier sehr viele Schüler-Aushilfen beschäftigen. Die haben dann die Ferienpässe eingesammelt und wieder ausgegeben." Trotzdem, so Hermle, habe sich der Aufwand gelohnt.

Als der Bäderchef vor einigen Monaten dem Jugendhilfe-Ausschuss der Stadt das neue Modell vorgestellt hatte, musste er noch herbe Kritik von allen Seiten einstecken. Hermles Pläne leuchteten vielen Politikern nicht ein. Sie befürchteten unter anderem eine pauschale Stigmatisierung von Jugendlichen aus sozial schwachen Familien.

Neues aus Osnabrück auf noz.de/ os
Bildtexte:
Wie hier zu sehen, bekamen alle Badegäste beim Verlassen des Nettebades und der anderen städtischen Bäder ihre Ferienpässe wieder zurück.
Bäderchef Wolfgang Hermle (links) und Schwimmmeister Thomas Bäune bezeichnen die neue Ferienpass-Regelung als Erfolg.
Fotos:
Hendrik Steinkuhl
Autor:
Hendrik Steinkuhl


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