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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Rosenplatz-Quartier hilft Flüchtlingen
Zwischenüberschrift:
Initiative sucht Sachspenden und Ehrenamtliche für Deutschunterricht
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Im Quartier Rosenplatz hat sich eine Arbeitsgruppe Flüchtlingshilfe zusammengefunden. Anwohner, Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde St. Josef und der Sportverein Raspo helfen bei der Ausstattung und beim Einleben in Osnabrück.

Martina Niermann und Anne Lüdtke sind rückblickend immer noch entsetzt, wenn sie an ihren ersten Eindruck von den Unterkünften der Flüchtlinge an der Meller Straße und An der Petersburg denken. Schlechte Betten, dünne Decken, kein Stuhl, kein Tisch, kein Schrank, erzählt Martina Niermann. Getrunken hätten die Menschen aus alten Marmeladegläsern. 50 Euro für die Haushaltserstausstattung seien ja schön: " Aber die Flüchtlinge können kein Deutsch und wissen auch nicht, wo sie etwas für den Haushalt einkaufen können." Manche Mütter hätten von dem Geld warme Pullover für ihre Kinder gekauft.

Niermanns Mann Harald ist Diakon in St. Josef. Die Gemeinde griff das Thema Flüchtlinge in der Nachbarschaft im Gottesdienst auf und verteilte Flyer mit einem Aufruf zur Unterstützung der Menschen, die aus verschiedenen Gründen aus Somalia, Eritrea, Syrien, Pakistan und Afghanistan geflohen sind. Davon angesprochen fühlte sich Anne-Florin Lüdtke, die sich der Arbeitsgruppe spontan anschloss. Für sie sind persönliche Begegnungen die beste Möglichkeit, auf beiden Seiten die Angst vor dem Fremden zu nehmen.

Für sie ist völlig unverständlich, wie die Stadt so viele Flüchtlinge aufnehmen kann, ohne vorher Sozialarbeiter zur Betreuung eingestellt zu haben. Die Asylbewerber, die zum Teil unvorstellbare zwei lange Jahre auf der Flucht waren, brauchten feste Ansprechpartner, eventuell auch psychologische Hilfe, weil sie traumatisiert sind. Bei einem Besuch An der Petersburg, wo 65 alleinstehende Männer untergebracht wurden, habe sie einen 16-Jährigen kennengelernt: " Es kann doch nicht sein, dass Laien wie wir so etwas herausfinden."

Die Arbeitsgruppe kennt einen Fernsehmechaniker, der " sofort fünf Fernseher anschließen könnte", damit die jungen Männer An der Petersburg ein wenig Unterhaltung hätten. Aber dafür sei im bürokratischen Deutschland eine Erlaubnis nötig. Doch noch bevor die Idee, Fernseher zu organisieren, geboren wurde, habe schon die GEZ vorbeugend Gebühren eingefordert. " Die Bewohner waren völlig verunsichert, was das Behördenschreiben zu bedeuten hat."

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe sind unbürokratisch aktiv und sammeln Spenden, die im Gemeindehaus St. Josef gelagert werden. Benötigt wird weiter warme Kleidung in kleinen Herrengrößen und für Kinder. Teppiche, Fahrräder und Haushaltskleingeräte wie Wasserkocher, aber auch Thermoskannen, Töpfe und Pfannen werden weiter benötigt. Der Erlös vom Fest " Lichter in den Höfen" wurden aufgestockt und ein Trockner für die Flüchtlingsunterkunft angeschafft.

Weitere Unterstützung gibt es vom SV Rasensport, dessen Vorsitzender Wolfgang Boberg allen Flüchtlingen mit unsicherem Aufenthaltsstatus die kostenlose Teilnahme an allen Angeboten des Sportvereins zugesagt hat. Dafür sucht die Arbeitsgruppe noch Turnschuhe der Größen 41 bis 44, Sportbekleidung und Taschen.

Eines der wichtigsten Projekte der Arbeitsgruppe ist der Deutschunterricht. Der pensionierte Lehrer Wilhelm Focke unterrichtet die Flüchtlinge zweimal wöchentlich im Gemeindehaus St. Josef. Drei Studentinnen haben sich gemeldet, die einmal wöchentlich Deutsch unterrichten wollen. Gerade für die Sprachkurse werden noch ehrenamtliche Helfer gesucht.

Quartiersmanagerin Sonja Finkmann erteilt weitere Auskünfte unter Telefon 05 41/ 5 06 86-67. Das nächste Treffen des Arbeitskreises Flüchtlingshilfe ist am Dienstag, 21. Januar, um 20 Uhr im Gemeindehaus der Lutherkirche.
Bildtexte:
Sachspenden weiter gesucht (von links): Sonja Finkmann, Martina Niermann, Luzie Plogmann, Ingrid Beeck, Anne Lüdtke und Ingeborg Bartel von der Arbeitsgruppe Flüchtlingshilfe.
Der pensionierte Lehrer Wilhelm Focke erteilt den Flüchtlingen Deutschunterricht.
Fotos:
Gert Westdörp
Autor:
Ulrike Schmidt


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