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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erinnern Sie sich an den ersten Schultag?
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Originaltext:
Till hält heute, dem Anlass angemessen, eine Schultüte in der Hand. Er grüßt damit die etwa 1400 i-Dötze in der Stadt und die Tausenden im Umland, die am Samstag zum ersten Mal zur Schule gehen dürfen. Was ist Ihnen von Ihrem ersten Schultag in Erinnerung geblieben? Till hat seine Kolleginnen und Kollegen gebeten, in ihren Erinnerungen und Fotoalben zu kramen. Herausgekommen sind diese Doppelseite und die Erkenntnis, dass der Tag der Einschulung sehr, sehr unterschiedlich wahrgenommen wurde. Ein Kollege, der 1969 in einer kleinen " Katholischen Volksschule" im nördlichen Emsland seine Schulkarriere begann, hat sogleich seine Mitwirkung abgesagt. Der erste Schultag war da was? Nichts schien damals an diesem Tag so ungewöhnlich, dass auch nur eine Sekunde davon in seiner Erinnerung haften geblieben ist. Schultüten gab es nicht, und niemand hielt den Anlass für so bedeutend, dass Fotos gemacht werden müssten. Der Vater ging wie gewohnt zur Arbeit. Und ob die Mutter ihn auf dem ersten Schulweg begleitet hat, kann Tills Kollege heute nicht einmal mehr mit Sicherheit sagen. Es war ein kurzer Schulweg, Autoverkehr quasi nicht existent warum sollte der Sprössling also Geleitschutz bekommen? Außerdem: Bei den sieben Geschwistern zuvor war es auch nicht nötig gewesen.
Welch ein Kontrast zu heute. Die Einschulung ist für den Handel ein Geschäftsfaktor, für die Gastronomie ein Umsatzbringer und für die Familien ein Großereignis. Großeltern, Onkel, Tanten, Paten reisen an und versammeln sich nach der Einschulungsfeier in einem Restaurant zum Festessen. Die Schultüten werden zusehends zum Statussymbol, und die Ausschüttung des Inhalts nimmt den Umfang einer Weihnachtsbescherung an.
Manches mag übertrieben erscheinen, doch im Kern ist es doch schön, dass die Schulanfänger an diesem Samstag im Mittelpunkt stehen und ihre Vorfreude auf das Neue mit vielen lieben Menschen teilen können. Till wünscht allen i-Männchen viel Spaß in der Schule vom ersten bis zum letzten Tag.
Und er wünscht ihnen, dass es ihnen nicht ergeht wie einer Bekannten, die vor knapp 70 Jahren zur Schule kam. Am Ende des ersten Schuljahres erhielten alle ein Zeugnis, nur sie nicht. Die Lehrerin hatte sie schlicht nicht wahrgenommen.

Kathrin Pohlmann

Tja, was soll ich sagen, es ist ja kaum zu vertuschen Pink war damals meine Lieblingsfarbe, und auch heute kann ich nicht ganz davon lassen. Es versteht sich von selbst, dass mein Einschulungsoutfit auch in dieser Farbe erstrahlen musste, ebenso wie meine Schultüte und mein Ranzen. So leuchtend ging es dann für mich vor gut 26 Jahren in die erste Klasse der Mühlenkampschule Diepholz zu Frau Lücke. Wie ernst ich das ganze Projekt Schule genommen habe, kann, glaube ich, jeder anhand des Fotos sehen nicht zu ernst auf jeden Fall. An vieles kann ich mich auch nicht mehr erinnern. Richtig Lust auf die Schule verspürte ich zumindest nicht, das weiß ich noch. Vermutlich ahnte ich schon damals, was mich in den folgenden Jahren erwarten würde. Am Schreibtisch sitzen und Hausaufgaben machen, Mathearbeiten, Teppiche weben, Vokabeltests nicht mein Ding.

Sebastian Philipp

An meinen ersten Schultag habe ich nur bruchstückhafte Erinnerungen. Ob es an der quietschbunten Kleidung lag, die meine Mitschüler und ich anhatten oder an der allgemeinen Aufregung rund um die Rückertschule lässt sich heute, 27 Jahre später, nicht mehr einwandfrei aufklären. Jedenfalls war ich damals ein ziemlich großer Alf-Fan und wollte in meiner Schullaufbahn irgendwann mal so werden wie der Mann von Melmac. Gott sei dank habe ich heute weniger Körperbehaarung als er und auch Katzen gehören nicht zu meinen Lieblingsspeisen. Der erste Schultag muss übrigens so schlimm nicht gewesen sein; jedenfalls bin ich am zweiten Tag wiedergekommen. Und an die Grundschulzeit habe ich fast nur gute Erinnerungen: Die Aufführung der Vogelhochzeit in der Turnhalle, Ausflüge mit Rektor Frank Mierke und Tischtennis-Rundlauf mit Tennisbällen schön war′s!

Ulrike Schmidt

Stolz war ich, damals im April 1963. Endlich würde ich wie meine große Schwester lesen und schreiben lernen. In meiner Heimatstadt Hamm bin ich eingeschult worden. Ein offizielles Klassenfoto wurde damals auch gemacht. Der Lehrer sah richtig grimmig aus. Ob er es auch tatsächlich war, weiß ich nicht mehr.

Auf dem Foto ist noch ein Nachbarsjunge zu sehen, der mit mir eingeschult wurde. Unsere Mütter hatten uns damals in die Schule gebracht und sich dann verabschiedet. Eine Feier wie heute gab es nicht.

Eines weiß ich noch ganz genau: In der Grundschule in Hamm war unser Schreibrüstzeug Tafel und Griffel. Die ersten Kritzeleien konnten so problemlos entfernt werden.

Nach einem halben Schuljahr wurde mein Vater beruflich versetzt. In Köln habe ich mein erstes Schuljahr fortgesetzt. Dort wurde mit Füller in Hefte geschrieben und ich bekam eine Eins im Schönschreiben!

Rainer Lahmann-Lammert

Vier Jungs, drei Mädchen. Wir waren zu siebt, als uns Herr Stroop kurz nach Ostern 1964 in die Grundschule Astrup aufnahm. Er war der einzige Lehrer für alle vier Klassen, und er beherrschte das Kunststück, zwei Jahrgänge gleichzeitig zu unterrichten.

Das verwackelte Foto vom Einschulungstag zeigt mich mit Ledertornister und roter Schultüte, auf der ein goldenes Herz prangte. Meine Mutter hatte mich in eine Trachtenjacke mit Hirschhornknöpfen gesteckt und wohl angesichts meiner Gegenwehr die Zeit vergessen. In letzter Minute verfrachtete sie mich in unseren Opel Rekord und fuhr mich die 700 Meter zur Schule, wo ich auf Gerrit, Günter, Jutta, Helmut, Marlies und Waltraud stieß meine Klassenkameraden für die Grundschulzeit.

Zu den schönsten Erinnerungen gehört, wie wir im Winter mit Billigung unseres Lehrers eine Eisbahn auf dem asphaltierten Schulhof anlegten und einer nach dem anderen darüberglitschten. Heute wäre das natürlich verboten. Aber keinem von uns ist etwas passiert!

Stephanie Kriege

Stolz wie Oskar war ich, als ich endlich in die Schule durfte. Mein erster Schultag 1990 in Hagen fand damals noch unter der Woche statt, denn ich erinnere mich, dass mein Bruder Thomas, der bereits in der dritten Klasse war, gerade große Pause hatte, als ich mit meinen Eltern auf dem Schulhof eintraf. In meiner ersten Stunde bei Frau Grodzitzki mussten wir schwarze Tonpapierstreifen ausschneiden, auf ein Blatt Papier kleben und einem vorgedruckten Tiger so zu seinen Streifen verhelfen. Dass meine Schulkarriere gleich mit dem Fach begann, in dem ich immer versagte, ist eine Ironie der Geschichte. Aber im Kindergarten hieß es, das Kind müsse endlich in die Schule. Für Kunst jedoch hätte ich wohl noch drei Jahre dort nachsitzen müssen. Der rosafarbene Rock war übrigens nicht meine Idee. Ich hasste Röcke und Kleider. Meine Mutter behauptet heute, ich hätte ihn unbedingt anziehen wollen. Ich schwanke noch, wessen Erinnerungen ich glauben soll.

Thomas Niemeyer

17. April 1963, Einschulung an der Volksschule Bienrode bei Braunschweig und ich bin dabei. Ich werde dort direkt von Mutters Hand hingeleitet. Kein Kindergarten, keine Vorschule, schüchtern bis ängstlich, ich kenne noch keine Fäkalausdrücke, nur einen meiner Mitschüler, Hansi, und höre brav auf das, was mir Frau Blume, unsere Lehrerin, sagt. Trotzdem werde ich später ein Unbequemer, der sich nichts gefallen lassen mag. In der kleinen Schule werden gelegentlich noch zwei Klassen von einem Lehrer parallel unterrichtet. Tafel, Kreide, Schwamm, sehr einfache Lehrbücher. Trotzdem wird aus vielen von uns Babyboomern etwas. Aus mir zunächst nicht. Ich fliege vom Gymnasium. An der Dorfschule lag es nicht. Am Revoluzzer auch nicht. Wohl eher an meiner Faulheit. Aber auch die wächst sich aus.

Sandra Dorn

Am Tag meiner Einschulung hatte ich alles, was eine Erstklässlerin im Jahre 1990 begehrte: Einen topmodernen Ranzen der Marke " Scout" in Pink und eine prall gefüllte Schultüte aber keine Schneidezähne, weswegen ich auf dem Bild nur vornehm lächele. Besser als an den ersten Schultag erinnere ich mich daran, wie ich die wackeligen Milchzähne kurz zuvor im Urlaub an der Ostsee mit einem beherzten Ruck los wurde und stolz der Pensionswirtin präsentierte. Vom ersten Tag an der Erich-Kästner-Schule im hessischen Langen ist nur die Erinnerung an meine erste Schulfreundin geblieben: Sie hieß Anne-Christin, entstammte einem biologisch denkenden Haushalt und tauschte in den Pausen ihre Reformhaus-Gummibärchen gegen Haribo.

Cornelia Achenbach

Zähne hatte ich an meinem ersten Schultag offensichtlich keine. Dafür ziemlichen Bammel. Nicht, dass ich mich noch genau an meine Einschulung erinnern würde aber eine Geschichte erzählt meine Mutter bei den unmöglichsten Anlässen. Nämlich die, dass ich ihr damals unter Tränen erklärt hätte, dass ich nicht in die Schule gehen könne. Ich könne nämlich weder lesen noch schreiben. " Aber deswegen gehst du doch zur Schule. Um das dort zu lernen", habe sie mir daraufhin gesagt. Tatsächlich habe ich das dann auch gelernt. Inzwischen werde ich sogar dafür bezahlt, dass ich schreibe.

Stefanie Adomeit

Ich war fünf, und dass ich schon in die Schule durfte, verdankte ich einem Schulreifetest und der Tatsache, dass ich mich im Kindergarten so sehr langweilte, dass die Kindergärtnerinnen Tante Hedwig und Schwester Gisberta anregten, das in katholischer Herzensgüte beschriebene " lebhafte und wissbegierige Kind" doch lieber einzuschulen. Einer gewissen Renitenz verdankte ich im Übrigen auch den schnittigen Helm auf meinem Kopf. Ich ließ mich nicht kämmen und drohte deshalb zum Rastafari zu verfilzen. Also wurde im Sommer vor der ersten Klasse echt kurzer Prozess gemacht. Machte aber nichts: Für den braven Anschein trug ich Oma Münsters selbst genähtes Kleid mit Bubikragen. Und für mich riss die Schultüte alles wieder raus. So glücklich, wie ich meiner Schulzeit nach ein paar anfänglichen bangen Momenten fürs Foto entgegenschaue, waren dann auch die ersten vier Jahre. Meine Klassenlehrerin Frau Südbeck habe ich vergöttert, was sie von der Tafel verkündete, in den Stand des Evangeliums erhoben. Auch wenn sie, hi hi, aus Quakenbrück kam, was meine Freundin Antje und mich schier von den Stühlen riss. So schön wie in der Grundschule Sandheide war Schule nie wieder.

Anne Spielmeyer

Ganz geheuer war mir der erste Schultag nicht. Ich erinnere mich, wie ein Viertklässler bei der Aufführung für uns Neuankömmlinge im Sommer 1990 in der Grundschule Belm als " dicker, fetter Pfannekuchen" durch die Turnhalle tobte und nicht gefressen werden wollte. So geht Schule? Die Schultüte sollte mich über dieses Erlebnis hinwegtrösten: fressen statt gefressen werden. Viel mehr ist mir vom ersten Tag nicht im Gedächtnis geblieben. Monate später gab es noch ein einschneidendes Erlebnis. Wir haben Igel für ein Klassenbild gebastelt. Stacheln ausschneiden, knicken und auf den Igelkörper kleben. Ich habe geschnippelt und geklebt wie ein Weltmeister. Als ich meinen Igel aufgehängt habe, die bittere Erkenntnis: alle Stacheln falsch herum aufgeklebt. Ups. Ich hatte keinen Igel gebastelt, sondern ein Stachelschwein. " Dein Igel ist nicht falsch, nur anders", war die Lehrerin sich sicher. Danke, Frau Diekmann!

Franz-Josef Raders

Das Lesebuch mit Schiefertafel und Kreidestift am Einschulungstag sollte den Eindruck erwecken, als hätte ich schon vor der ersten Unterrichtsstunde einen Satz problemlos lesen oder schreiben können. Tatsächlich hat das aber noch ein paar Tage gedauert. Die von einem professionellen Fotografen aufgenommene Szene war natürlich gestellt, und alle i-Männchen aus meiner Klasse nahmen im Schweinsgalopp auf dem präparierten Platz vor der selben Tafel mit den selben dahingekritzelten Worten Platz. Zu herausragenden Leistungen habe ich es in den Monaten und Jahren danach in der katholischen Grundschule Höxter nicht gebracht. Die große Pause und alle Ablenkungen auf dem Schulweg waren wichtiger und viel interessanter. Heute würde man in Kuschelhochdeutsch sagen: Franz-Josef hat sich bemüht.

Meike Baars

Ich wollte unbedingt mit Jennifer Schmidt befreundet sein vor allem, weil mir ihr Po-langer Zopf so gut gefiel. Als wir uns am ersten Schultag in Zweierreihen auf dem Dortmunder Schulhof aufstellen sollten, griff ich schnell nach ihrer Hand. So wurde ich in der ersten Klasse Jennifers Sitznachbarin ein folgenreicher Fehler.

Jennifer war Einzelkind und wusste offenbar nicht, wie man sich mit Gleichaltrigen anfreundet. Das Einzige, was ihr einfiel, waren Kitzelattacken. Sobald sich unsere Klassenlehrerin Frau Jakob zur Tafel umdrehte, begann Jennifer wie wild, mich in die Seite zu zwacken.

Meine gequälten Kicheranfälle führten direkt zu einer Ermahnung am ersten Schultag. Und dazu, dass ich mit Bauchmuskelkater nach Hause ging. Die Süßigkeiten aus meiner liebevoll gefüllten Schultüte verdrückte ich erst Tage später als die Schmerzen nachließen.
Autor:
Till


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