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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Ein Manager für den Problemsee
Zwischenüberschrift:
Pro Dümmer: Landkreis und Gemeinden unterbreiten dem Land ein Angebot
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Dümmer ist chronisch krank. Seit Jahrzehnten wird diskutiert, wie er saniert und der Phosphatgehalt reduziert werden kann. Der Landkreis und die Gemeinden südlich des Problemsees wollen sich jetzt verstärkt einbringen. Ein regionaler Projektmanager vom Unterhaltungsverband " Obere Hunte" könnte künftig ihre Maßnahmen koordinieren und den Blick stärker auf die Ursachen richten, so der Vorschlag im Umweltausschuss des Landkreises. Eine Offerte an das Land, das jetzt am Zug ist.

Selbst ein klimatisch gutes Jahr nützt nichts: Acht Tonnen Phosphor seien in diesem Jahr in den Dümmer eingetragen worden, vier Tonnen seien wünschenswert, so Ingenieur Detlef Wilcke vom Fachbereich Umwelt. Die Nährstoffkreisläufe geraten aus dem Gleichgewicht, Blaualgen wuchern, Fische sterben seit Langem ist klar, dass am Dümmer etwas passieren muss, wenn er Ausflugsziel bleiben soll.

Mit dem 16-Punkte-Plan und einem Rahmenentwurf zur Fortsetzung der Dümmersanierung ist das grobe Gerüst geschaffen, das jetzt fein geschliffen werden soll. " Wir werden nicht den einen Problemhahn finden, den wir zudrehen müssen", betonte Kreisrat Winfried Wilkens und will nun lokal ansetzen.

Der Projektmanager: Neben der Landespflege muss auch die Wasserwirtschaft berücksichtigt werden, fordert das niedersächsische Umweltministerium. Der Landkreis reagiert darauf mit einer Initiative: Mit den Gemeinden südlich des Dümmers Bohmte, Bad Essen und Ostercappeln und dem Unterhaltungsverband " Obere Hunte" will sich der Landkreis federführend an den Maßnahmen zur Sanierung des Dümmers beteiligen. " Wir benennen einen Manager, erstellen ein Konzept und überlegen, wie es finanziell ausgestaltet werden kann", nennt Wilcke die Trias der Einsatzbereitschaft. Der Manager soll vom Land bezahlt und vom Unterhaltungsverband " Obere Hunte" der nah dran ist an den Landwirten gestellt werden. " So werden örtliche Akteure eingebunden und das Problem an der Wurzel gepackt", lobte Thomas Rehme den Vorstoß.

Inhaltlich werde es im Bewirtschaftungsplan vor allem um Puffer zwischen dem Gewässer und den landwirtschaftlichen Nutzflächen gehen, so Wilcke. Alle Akteure wollen sich einbringen: Der Verband kann Flächen beisteuern, die Gemeinden haben sich verpflichtet, mit ihren Kompensationsflächen den Dümmer aufzuwerten, und der Landkreis will seine Ersatzgelder in den Problemsee fließen lassen.

Keinesfalls komplette Selbsthilfe, aber ein klares Signal an das Land: Dümmermaßnahmen sollen Vorrang haben, Kreis und Gemeinden gehen mit. Der Löwenanteil muss jedoch vom Land kommen. " Noch ist der große Geldsack dort nicht gepackt", stellte Jürgen Ebert fest. Stimmt. Noch habe das Land auch der Initiative nicht zugestimmt, man sei aber optimistisch, so Wilkens über die ergänzende Maßnahme.

Die Landwirte: Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hatte im Januar 2013 mit ihrer " Gewässerschutzkooperation" begonnen ein Experte berät seitdem Bauern im Einzugsgebiet des Dümmers bei ihrer Düngepraxis, macht klar, wie sie das Austragen von Nährstoffen ins Wasser verhindern können. Eine Gegenleistung etwa für eine geänderte Fruchtfolge haben die Bauern bisher nicht erhalten. " Wir können das nicht komplett aus eigenen Mitteln bezahlen", sagte Wilcke.Die Bereitschaft der Landwirte sei entsprechend überschaubar.

Der Großschilfpolder: Die Landesbehörde setzt auf den Großschilfpolder, der den See als natürliche Kläranlage reinigen soll. Doch auch da rin sieht der Umweltausschuss kein Allheilmittel. Der Polder greift zu kurz, so Rehme. Und: Bis er umgesetzt wird, kann es dauern. Europaweit müsse das Projekt zunächst ausgeschrieben werden, 2014 soll der Auftrag vergeben werden.

Vogelschutz am Alfsee

Neben dem Dümmer kam auch der Alfsee aufs Tapet. " Wir holen jetzt etwas nach, was auch vor zehn Jahren hätte passieren können", sagte Wilkens über das Vogelschutzgebiet. Präzise Grenzen sorgen jetzt dafür, dass es den EU-Richtlinien entspricht. " Wir haben die Grenzen fachlich vernünftig und für Spaziergänger nachvollziehbar gezogen", so Wilkens. Das Vogelschutzgebiet wird im Bereich des Reserve- und Hauptbeckens durch den oberen Rad- und Fußweg abgegrenzt. Der Weg auf der Dammkrone liegt außerhalb des Schutzgebiets. Beim südlichen Absatzbecken wird die Grenze entlang der Dreihorstbrücke verlaufen.

Welche Auswirkungen der Vogelschutz am Alfsee auf den Wassersport haben wird, soll im nächsten Jahr diskutiert werden.
Bildtext:
Trübe Aussichten: Im Dümmer und um ihn herum, wie hier in der Hunte, sorgt ein zu hoher Phosphatgehalt für Probleme. Bei den Ursachen könnte bald ein Projektmanager vom Unterhaltungsverband " Obere Hunte" ansetzen.
Foto:
Martin Nobbe
Autor:
Anne Spielmeyer


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