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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Leserbrief
Zwischenüberschrift:
Berningstraße umbenennen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel " Stolpersteine als Forschungsschub Kalla Wefels Heimatabend: Wie steht es um die Erinnerung an den Nationalsozialismus?" (Ausgabe vom 19. November).

" Der Heimatabend zum Thema Erinnerungskultur war lehrreich und zukunftsweisend [. . .]. Dennoch ein paar kritische Bemerkungen:

1. Einig war sich das Podium, dass das Erinnern spät erst in den 70er- beziehungsweise 80er-Jahren einsetzte, sich dann aber mit allseitiger Unterstützung dynamisierte. Die kontinuierliche Arbeit der ' Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes' (VVN), die ab 1947 organisiert verlief und sich 1971 zum ' Bund der Antifaschisten' (VVN-BdA) verjüngte, blieb unerwähnt. Verschwiegen wurde die Unvereinbarkeitserklärung Kurt Schumachers zwischen SPD und VVN, die von 1948 bis zum 25. Oktober 2010 Bestand hatte. Statt Antifaschismus gemäß Potsdamer Abkommen und Artikel 139 GG proklamierte Schumacher den Aufbau des Sozialismus als Tagesaufgabe. Verschwiegen wurden auch die staatlichen Inkriminierungen und Verfolgungen von Antifaschisten durch Verbotsversuche der Adenauer-Administration 1951 und 1958, Beobachtung durch politische Polizei und existenzbedrohende Diffamierungen durch den rechtslastigen Verfassungsschutz. [. . .] Unerwähnt blieb auch die konstruktive Arbeit des ' Antifaschistischen Arbeitskreises OS' und dessen Behinderungen durch Innenminister Rötger Groß (FDP). [. . .] Wa rum so spätes Erinnern? [. . .] Heuchlerisch verhallte Schulzes Frage unbeantwortet im Raum. Und Wefel wies den Versuch einer Widerrede aus dem Publikum als pausenhindernd zurück.

2. Im Pressebericht vermisse ich die vom Podium herab vernommene klare Aussage, dass die Umbenennung der Berningstraße in Haste vorrangig anzugehen sei. Darauf Kalla Wefel: Schlimmer ist ja wohl die fortdauernde Ehrenbürgerschaft der Stadt Osnabrück. Recht hat er! Nach dem Empfang bei Hitler am 26. April 1933 beschrieb der Osnabrücker Bischof Berning das Gespräch als ' herzlich und sachlich'. Er freue sich über das neue Regime, das das Christentum fördere, die Sittlichkeit stärke und tatkräftig den Kampf mit der Gottlosigkeit und dem Bolschewismus aufnehme. Von da an beendete Berning seine Reden stets mit einem dreifachen ' Sieg Heil!' (Dirk Verhofstadt: Pius XII. und die Vernichtung der Juden, S. 112).

Der seit Beendigung des Kalten Krieges erfreulich sich entwickelnden Erinnerungskultur haben wir Gedenkstätten und Einrichtungen wie das Städtische Friedensbüro mit mutigen und zupackenden Händen zu verdanken. Weiter so! [. . .]"

Helmut Schmitz

Bissendorf
Bildtext:
Die Berningstraße in Haste erinnert an Bischof Wilhelm Berning (1877–1955), dem Kritiker vorwerfen, dem Nationalsozialismus nahegestanden zu haben.
Foto:
Archiv/ Joachim Dierks
Autor:
Helmut Schmitz


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