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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Neues Bündnis wirbt für Bau der West-Straße
Zwischenüberschrift:
Daniel Bugiel: Äußerer Verkehrsring ist notwendig, um die Innenstadt zu entlasten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die neue Initiative " Aktionsbündnis Verkehrsentlastung Innenstadt Osnabrück (AVIO)" hat sich gegründet. Der 32-jährige Theologe Daniel Bugiel ist der Gründer des Bündnisses, dessen Ziel es unter anderem ist, den Bau der Entlastungsstraße West (oder Westumgehung) voranzutreiben.
Warum haben Sie AVIO gegründet?
Die Verkehrssituation in der Innenstadt und in den angrenzenden Wohnvierteln ist häufig unerträglich. Wir sprechen von Verkehrsbelastungen von 6000 bis 8000 Autos in Tempo-30-Zonen. Auf dem Wall gibt es einen übermäßigen Lkw- und Durchgangsverkehr, der in der Stadt einfach nichts zu suchen hat.
Welches konkrete Ziel verfolgen Sie?
Es gibt bereits ein sehr gutes Konzept, den sogenannten Masterplan Mobilität. Er nimmt offen und ehrlich alle Verkehrsarten in den Blick. Aus diesem Plan geht hervor, dass es absolut notwendig ist, einen äußeren Ringschluss um die Stadt zu realisieren, um die Innenstadt zu entlasten. Die Durchsetzung dieses Masterplans wollen wir unterstützen.
Warum kommt AVIO gerade jetzt, wo es die Verkehrsprobleme doch schon jahrelang gibt?
AVIO kommt gerade jetzt, weil die Politik beschlossen hat, zur Europawahl am 25. Mai die Osnabrücker Bürger über einen zentralen Bestandteil des Masterplans Mobilität abstimmen zu lassen: die Entlastungsstraße West beziehungsweise die Westumgehung. Unsere Angst ist einfach, dass nicht alle Fakten offen auf den Tisch gelegt werden. Ich befürchte, dass dieser zentrale Bestandteil der Entlastungsstraße West nicht objektiv dargestellt wird. Viele Bürger denken, das ist ein reines Westerberg-Problem, aber das ist es einfach nicht, sondern es ist ein zentraler Bestandteil einer Verkehrsentlastung für die Innenstadt.
Wie hoch ist die Entlastung durch die Westumgehung?
An der Lotter Straße läge die Entlastung bei 10 bis 15 Prozent. Am nordwestlichen Wallring hätten wir eine Entlastung von bis zu 6000 Fahrzeugen am Tag. Die Martinistraße, der Kirchenkamp mit dem neuen Baugebiet Mitte West und die Hansastraße würden ebenfalls eine deutliche Entlastung bekommen.
Wie würden die Leute davon profitieren, die nicht in diesen Gebieten wohnen?
Die Leute würden einfach schneller in die Innenstadt gelangen, weil der Durchgangsverkehr, mit dem sie sich sonst die Straßen teilen müssten, wegfallen würde.
Eine Ihrer Forderungen ist ein Lkw- und ein Durchfahrverbot für den Wall. Wie stellen Sie sich das vor?
Es ist sehr schwierig zu realisieren, weil es eine Bundesstraße ist, aber es gibt Beispiele wie in Hamburg-Altona, wo auch Bundesstraßen für den Lkw-Durchgangsverkehr reduziert oder gesperrt worden sind. Wir haben hier leider keine Ausweichalternative für Lkw, weil die Bundesstraße direkt durch die Innenstadt führt. Kein Mensch nimmt den Weg über die A 1 und das Lotter Kreuz, sondern alle kürzen durch die Innenstadt ab, auch der Individualverkehr. Die Entlastungsstraße West würde zumindest einen Teil dieses Lkw-Verkehrs auf den äußeren Ring schieben. Das wären 850 Lkw am Tag.
Was antworten Sie Kritikern, die sagen: Die Kosten für die Westumgehung sind zu hoch?
Was viele nicht wissen, ist, dass das nördliche Teilstück der Entlastungsstraße West, von der Breiten Güntke bis zur Sedanstraße, definitiv gebaut werden wird. Darauf haben sich SPD und Grüne geeinigt. Das Problem daran ist Folgendes: Erstens ist durch die Abkoppelung dieses Teilstücks die Möglichkeit verloren gegangen, die ganze Straße mit Landesmitteln zu fördern. Finanzhilfen können nämlich nur für verkehrswichtige innerörtliche Straßen, nicht aber für Erschließungsstraßen gewährt werden. Die 3, 5 Millionen Euro wird Osnabrück nun tragen müssen, egal wie die Bürgerbefragung am 25. Mai ausgeht. Entscheiden sich die Bürger für die Straße, wäre immerhin noch das restliche Teilstück förderfähig. Von den ca 6, 5, Millionen, die dafür geplant sind, könnten bis zu 75 Prozent über Landesmittel abgedeckt werden. Ein von den politischen Gegnern der Straße immer wieder angeführtes Argument, nämlich die hohen Kosten, wird hier doch etwas ad absurdum geführt, wenn man die 3, 5 Millionen Euro in Kauf nimmt und auf die Möglichkeit von Landesmitteln verzichtet. Ich frage mich: Wie kann es politisch möglich sein, einen Wissenschaftspark und Wohnsiedlungen für rund 1000 Leute umzusetzen, aber die Erschließung von Süden her über schon jetzt völlig überlastete Tempo-30-Wohnstraßen billigend in Kauf zu nehmen?
Bildtext:
Daniel Bugiel ist der Gründer der neuen Initiative Aktionsbündnis Verkehrsentlastung Innenstadt Osnabrück und fordert eine Westumgehung für die Stadt.
Foto:
Elvira Parton
Autor:
jcf


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