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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Zu wenig Gärtner für alle Friedhöfe
 
Personalmangel: Städtische Gärtner mit Friedhofspflege überfordert
Zwischenüberschrift:
OSB-Ausschuss genehmigt neue Formen der Beisetzung
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die städtischen Friedhofsgärtner sind überfordert. Weil es zu wenig von ihnen gibt, gelingt es der Stadt nicht mehr, alle elf genutzten Friedhöfe in Osnabrück in Ordnung zu halten. Der Servicebetrieb will deshalb drei neue Friedhofsgärtner einstellen.

Osnabrück. Der Ausschuss des Osnabrücker Servicebetriebes (OSB) hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, für zunächst zwei Jahre drei weitere Friedhofsgärtner einzustellen. Wegen akuten Personalmangels könnten derzeit die elf Osnabrücker Friedhöfe nicht einmal nach normalem Standard gepflegt werden.
Sechs Minuten pro Jahr und Quadratmeter lautet die Faustregel für die Friedhofspflege. In Osnabrück sind es nicht einmal drei Minuten, wie OSB-Chef Axel Raue den Ausschussmitgliedern erläuterte. Die drei zusätzlichen Gärtner sollten Versäumtes aufholen. Sollte sich der Pflegezustand verbessern und die Bürger entsprechend positiv reagieren, solle überlegt werden, die drei Kräfte 2016 dauerhaft in den Stellenplan aufzunehmen. Mit dem einstimmigen Votum für die personelle Verstärkung wolle der Fachausschuss vor den weiteren Haushaltsberatungen auf die Notwendigkeit hinweisen, sagte der Vorsitzende Dirk Hoffmann.
Ebenso einmütig verabschiedete der Ausschuss die neue Friedhofssatzung, mit der eine neue Grabart möglich wird: die Beisetzung in gestalteten Flächen. Die Stadt will damit der steigenden Nachfrage nach pflegeleichten Grabarten nachkommen und zugleich einer möglichen Abwanderung in Nachbarkommunen zuvorkommen, in denen diese Bestattungsform schon angeboten wird.
Erdwahlgräber und Urnenwahlgräber für jeweils zwei Personen können künftig auch in gestalteten Flächen angekauft werden. Nach dem Erwerb bestehen für die Hinterbliebenen keine weiteren Kosten und Verpflichtungen. Die Grabgebühr enthält ein stehendes oder liegendes Grabmal, eine Ablagefläche, die Bepflanzung mit Bodendeckern und die dauerhafte Unterhaltung.
Die Kosten für die Pflege werden beim Kauf der 25-jährigen Ruhezeit gezahlt. So kostet ein Zweier-Erdwahlgrab in einer gestalteten Fläche 7500 Euro. Ein vergleichbares Grab, das selbst gepflegt wird, kostet 3700 Euro. Bis zu 1750 Euro werden fällig, wenn ein Stein oder eine Stele aufgestellt wird. Bei dieser Grabart ist auch der Kauf eines eigenen Grabsteines möglich, der dann in die Pflege des OSB übergeht.
Das Zweier-Urnenwahlgrab kostet inklusive 25-jähriger Pflege 3600 Euro (bei Eigenpflege 2350 Euro) plus bis zu 1700 Euro für Stein oder Stele. Zunächst sollen auf dem Heger Friedhof einige der neuen Gräber angeboten und bei Bedarf auch auf den anderen Friedhöfen angelegt werden.
Ob es auch möglich sei, die Grabpflege erst selbst zu übernehmen und anschließend, wenn es etwa wegen des Alters nicht mehr gehe, an den OSB zu übertragen, wollte CDU-Ratsherr Thomas Niemann wissen. Nein, sagte die beim OSB für Friedhöfe zuständige Mitarbeiterin Eva Güse, sonst könne keine einheitliche Graboptik gesichert werden.
Eltern und Geschwister gestorbener Kinder, die kein Familiengrab haben, können künftig das Kindergrab länger behalten. Bisher gibt es für einzelne Kinder nur ein Reihengrab, das nach 15 Jahren zurückgegeben werden muss. Die neue Friedhofssatzung erlaubt jetzt Kindergräber, deren Ruhezeit verlängert werden kann.
Bildtext:
Die Friedhofsgärtner sollen für zunächst zwei Jahre von drei Mitarbeitern unterstützt werden.
Foto:
Klaus Lindemann

Kommentar
Verstärkung ist nötig

Die Zahl klingt hoch: 41 Stellen gibt es für die Arbeit auf den elf Osnabrücker Friedhöfen. Rechnet man vier Mitarbeiter im Krematorium ab und die mannigfaltigen Tätigkeiten rund um Beisetzungen hinzu, sieht der Stellenplan nicht mehr üppig, sondern eher traurig aus.

Sechs Minuten Pflege pro Quadratmeter im Jahr haben die Friedhofsamtsleiter beim Deutschen Städtetag als Mindeststandard errechnet. In Osnabrück schaffen die Mitarbeiter nicht einmal die Hälfte dieser Vorgabe. Das liegt nicht nur an der Stellenzahl, sondern auch da ran, dass Osnabrück seit den Eingemeindungen über elf dezentrale Friedhöfe verfügt. Einen großen Friedhof oder zwei zu pflegen ist deutlich einfacher.

Es ist politisch gewollt, alle elf Friedhöfe zu erhalten, damit die oft älteren Trauernden kurze Wege haben. Dann muss auch die Pflege aller elf Standorte gewährleistet werden. Diese Arbeiten bedeuten weitaus mehr, als Unkraut zu zupfen. Es geht vor allem um die Sicherheit auf den Wegen.
Autor:
Ulrike Schmidt


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