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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Das Elektrische muss ins Eckige
Zwischenüberschrift:
Sammelboxen für Elektrokleingeräte bewähren sich
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Der Pürierstab hat den Geist aufgegeben. Wohin mit dem alten Gerät? Zum Piesberg? Zu weit, nur wegen dem lütten Ding. Also ab in die Tonne. Falsch! Ganz falsch! Auch Kleinstelektrogeräte sollen wieder dem Wirtschaftskreislauf zugeführt werden. So regelt es das Gesetz. Mangelnde Information, zu wenig Sammelstellen und eine gute Portion Bequemlichkeit stehen dem aber oft im Wege. Ein Pilotprojekt soll Abhilfe schaffen.

Initiiert wurde es von Hellmann Process Management (HPM) und dem Osnabrücker Servicebetrieb (OSB), die Elektrokleingeräte-Sammelboxen aufgestellt haben. Eine davon steht am Grünen Weg in Eversburg, eine zweite an der Gluckstraße am Westerberg. Entwickelt wurde die Box von HPM, das auch für den weiteren Weg der gesammelten Geräte verantwortlich zeichnet.

Aufgestellt wurden die Boxen im Juli. Eine erste Zwischenbilanz fällt positiv aus zumindest teilweise. " Wir hatten an der Gluckstraße zehn Abholungen mit insgesamt 2, 26 Tonnen Gewicht. Das entspricht ungefähr 7500 Elektrokleingeräten ein toller Erfolg", sagt André Pohl, Geschäftsführer von HPM. Am Grünen Weg war es allerdings weniger: Bei drei Abholungen wurden 0, 27 Tonnen oder etwa 900 Altgeräte eingesammelt. Das Problem: Während der Behälter an der Gluckstraße nur zu den Öffnungszeiten des Abfallsammelplatzes erreichbar und in der übrigen Zeit unter Verschluss ist, steht die Kiste am Grünen Weg rund um die Uhr zur Verfügung. Dies aber nicht nur potenziellen Beschickern, sondern auch jenen Zeitgenossen, die versuchen, aus dem Behälter Schrott herauszufischen. Und wenn der Arm nicht weit genug in die Tiefe reicht, wird schon mal zu roher Gewalt gegriffen, die Tonne aufgehebelt und zerstört. Auch Graffiti gehören zu den unliebsamen Randerscheinungen. " Perspektivisch bleibt es aber dabei, dass es Sinn macht, ein geschlossenes Erfassungssystem zu haben. Allerdings sollten die Standorte vielleicht nicht unbedingt an permanent zugänglichen öffentlichen Orten sein. Sammelstellen, die zumindest zeitweise abgeschlossen sind, scheinen sinnvoller zu sein. Gleichwohl sind die Container mit Blick auf das Recycling sehr wertvoll, weil die Geräte hier zum Beispiel vor Feuchtigkeit geschützt sind. Zudem kann auf ihnen den Kunden erklärt werden, was mit ihren abgegebenen Geräten passiert," sagt Detlef Schnier vom OSB.

Das Thema Information ist im Zusammenhang mit dem Elektroschrott-Recycling nicht zu vernachlässigen. Schließlich basiert die Sammelei auf europäischer Gesetzgebung, und die schreibt nicht nur die Sammelquoten vor (wie viel Geräte in jedem Mitgliedstaat im Verhältnis zu den verkauften Produkten wieder eingesammelt werden müssen), sondern auch, dass die Bürger von Kommunen und Handel entsprechend informiert werden. Einen Schritt in Richtung umfassender Recycling-Information ist HPM mit seiner eSchrott-App gegangen, die für Windows-, Android- und Applegeräte verfügbar ist. Sie zeigt dem Anwender, aufgeteilt in private und gewerbliche Nutzer, Standorte von Sammelstellen nebst Anfahrtroute und Öffnungszeiten. Gesucht werden kann nach verschiedenen Müll-Typen wie zum Beispiel Leuchtmitteln, Garten- oder Haushaltsgeräten, Unterhaltungselektronik und allen anderen Sparten, die die Elektrobranche so zu bieten hat. Bundesweit hat HPM bereits 15 000 Abgabestellen erfasst Tendenz steigend. Als Dienstleister bietet HPM den Geräteproduzenten an, ihre Geräte mit einem von den Osnabrückern designten Aufkleber zu versehen, der darauf hinweist, dass das Gerät nicht in die Mülltonne gegeben werden darf. Gleichzeitig weist ein Code den Weg zur eSchrott-App. Den Aufkleber stellt HPM kostenlos zur Verfügung.
Bildtext:
Mit der App zum Recycling-Container: Das Smartphone weist den richtigen Weg.
Diesen Sticker bietet Hellmann Process Management seinen Kunden kostenfrei an.
Foto:
Jörn Martens, HPM

Rohstoff-Recycling

Nach neuesten Studien des Umweltprogramms der Vereinten Nationen produziert jeder Mensch im Durchschnitt drei bis sieben Kilogramm Elektroschrott im Jahr, bei steigender Tendenz. Laut Richtlinie der Europäischen Union müssen ab dem Jahr 2016 zunächst 45 Prozent des durchschnittlichen Gewichts der in den drei Vorjahren in Verkehr gebrachten Elektro- und Elektronikgeräte wieder gesammelt und recycelt werden. Ab dem Jahr 2019 verschärfen sich die Vorgaben, dann sind es sogar 65 Prozent. Die daraus resultierende deutsche Gesetzgebung legt konkrete Pflichten für die Hersteller, den Handel, die Kommunen, die Besitzer und die Entsorger fest.
Autor:
Dietmar Kröger


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