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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Hasestraße: 64 000 Euro fehlen noch
 
Jetzt fehlen nur noch 64 000 Euro
Zwischenüberschrift:
Umgestaltung der Hasestraße: Anlieger erhöhen Druck auf Zahlungsverweigerer
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Am Sonntag treffen sich die Anlieger der Hasestraße mit Stadtbaurat Frank Otte, um über die geplante Sanierung von Leuchten und Gehwegen zu sprechen. 350 000 Euro hat die Stadt für die Auffrischung der Straße kalkuliert. Davon sollen die Grundstückseigentümer und Geschäftsleute die Hälfte übernehmen. Die Finanzierungszusagen decken bislang aber nur 111 000 Euro ab, 64 000 Euro fehlen noch. Weil es ums Ganze geht, hat die Werbe- und Interessengemeinschaft massiv getrommelt und versucht, den Druck auf die Eigentümer zu erhöhen, die sich bislang nicht der Initiative angeschlossen haben. Ausgerechnet von den Eigentümern der großen Grundstücke liegen bislang keine Finanzierungszusagen vor. Die Straßengemeinschaft hofft nun, dass einige von ihnen jetzt einsteigen.

Osnabrück. Die Hasestraße fühlt sich im Aufwind. Wo noch vor einem Jahr Leerstände beklagt wurden, eröffnet jetzt ein Geschäft nach dem anderen. Mit dem neuen Wir-Gefühl ist es der Werbe- und Interessengemeinschaft auch gelungen, drei weitere Eigentümer für die Finanzierung der Umgestaltung ins Boot zu holen. Aber das reicht immer noch nicht für den Eigenanteil, den die Stadt fordert.

Mit neuen LED-Leuchten, die hoch über den Köpfen an Stahlseilen hängen wie in der Großen Straße, wollen die Anlieger den Charme der 80er-Jahre hinter sich lassen. Darauf haben sie sich mit der Stadt verständigt, nachdem aufwendigere Konzepte gescheitert waren. Mit einem neuen Betonsteinpflaster sollen außerdem die Gehwege aufgewertet werden.

350 000 Euro kalkuliert der Fachdienst Straßenbau der Stadt Osnabrück für die behutsame Auffrischung. Die Hälfte davon müssen die Anlieger aufbringen, also die Eigentümer und Geschäftsinhaber. Aber viele von ihnen entziehen sich, wie die Werbe- und Interessengemeinschaft Hasestraße beklagt. Und das seien gerade die mit den großen Flächenanteilen.

Bert Karrasch, der stellvertretende Vorsitzende, hat in den vergangenen Wochen versucht, die Anlieger in die Pflicht zu nehmen, die sich bislang verweigert haben oder gar nichts von sich hören ließen. Auch Nachbarn beteiligten sich an der Überzeugungsarbeit. Ein erster Erfolg: Drei der Angesprochenen wollen nun mitmachen und bringen 11 000 Euro ein. Damit haben sich 34 von 57 befragten Eigentümern zur Zahlung bereit erklärt. Damit kann die Werbe- und Interessengemeinschaft nun 111 000 Euro in die Waagschale legen. Eine gute Nachricht, wie Karrasch meint. Es fehlen immer noch 64 000, aber es besteht Hoffnung auf die eine oder andere Gabe.

Am Sonntag treffen sich die Anlieger auf Einladung der Stadt, um das weitere Vorgehen zu erörtern. Karrasch ist zuversichtlich, dass einige Leute mit weiten Anfahrtswegen kommen werden, die solchen Treffen bisher ferngeblieben sind. Und natürlich, dass sie Finanzierungszusagen mitbringen.

Es sind die inhabergeführten Geschäfte, die in der Werbe- und Interessengemeinschaft den Ton angeben. Wo noch vor einem Jahr beklagt wurde, die Hasestraße drohe zum Stiefkind der Stadtentwicklung zu werden, sind jetzt selbstbewusste Töne zu hören. Thomas Bolte, Inhaber des Schuhgeschäfts Sunderdiek, verkündet nicht ohne Stolz: " Wir sind die älteste Einkaufsstraße Osnabrücks!" Er findet, dass es schon jetzt eine gute Mischung von Fachhandel und Gastronomie gebe. In den vergangenen Monaten habe sich einiges getan mit der Folge, dass ehemals leer stehende Objekte jetzt vermietet sind und dass an weiteren gebaut wird. Jetzt müsse die Chance ergriffen werden, die Straße optisch aufzuwerten.

So sieht es auch Rainer Klose, in dessen ehemaliger " Parisiana"- Immobilie jetzt die Brasserie Saunus eröffnet. Um die Hasestraße vo ran zubringen, hat auch er sich in die Gespräche eingeklinkt. Sicher gebe es zwei oder drei Eigentümer, denen es schwerfalle, den Eigenanteil aufzubringen, räumt er ein. Leider seien die Großanrainer, die das Geld mühelos beisteuern könnten, kaum erreichbar. Klose ist zuversichtlich, dass die gemeinsamen Klimmzüge zum Erfolg führen. Und wenn nicht? " Wenn das Pflaster so bleibt, das wäre doch nur halber Kram", sagt er.

Von halben Sachen will auch Maria Meinert nichts wissen. Die Inhaberin des " Schmalen Handtuchs" setzt darauf, dass " alle richtig Gas geben". Gastronomisch habe die Hasestraße schon viel zu bieten. Jetzt fehlten noch ein paar interessante Läden, " wo die Leute gezielt hingehen".

Ein alternatives Kaufhaus zum Beispiel, ein Repair-Café, Boutiquen und Künstler-Treffs so möchte Hans-Christian Saßnick die Lücken schließen. Zusammen mit Hermann Thieken betreibt er das Hasetor-Kino. Die beiden sehen es positiv, dass sich neue Geschäfte wie Shock-Records oder Montur angesiedelt haben und dass der Altstadt-Bahnhof Laufkundschaft bringt. Die Hasestraße sei auf einem guten Weg, ein eigenes Profil zu bekommen. Schon deshalb dürfe die Umgestaltung nicht scheitern, finden die Kino-Macher.
Bildtexte:
" Wir sind die älteste Einkaufsstraße Osnabrücks!", sagt Thomas Bolte vom Schuhhaus Sunderdiek selbstbewusst.
" Jetzt richtig Gas geben", meint Maria Meinert, die Inhaberin des " Schmalen Handtuchs".
Gemeinsames Anliegen: Rainer Klose ist zuversichtlich, dass die Hasestraße es schafft.
Die Hasestraße ist auf gutem Weg, ein eigenes Profil zu bekommen, sagen Hans-Christian Saßnick (links) und Hermann Thieken vom Filmtheater Hasetor.
Fotos:
David Ebener, Jörn Martens

Kommentar
Nur noch das Tüpfelchen auf dem i

Mal schräg, mal traditionell, manchmal hart am Abgrund: Die Hasestraße macht gerade vor, wie sich eine verlorene Tochter in eine Kiez-Prinzessin verwandelt. Fast unglaublich, wie sich dieses schon tot geglaubte Quartier am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen hat.

Lange Zeit haftete der Hasestraße das Schmuddel-Image an, eine Dauerbaustelle drohte den Geschäftsbetrieb lahmzulegen, Leerstände ließen die Stimmung sinken. Aber jetzt wird investiert, und es sieht ganz danach aus, dass zwischen dem Löwenpudel und dem Hasetor eine angesagte Meile entsteht.

Da sind die neuen Straßenleuchten und das neue Pflaster nur noch das Tüpfelchen auf dem i. Die von der Stadt geforderte Eigenbeteiligung hat die ortsansässigen Geschäftsleute zusammengeschweißt. Jetzt wird die Sanierung ja wohl nicht an einer fünfstelligen Summe scheitern.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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