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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
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Überschrift:
Warum der Klimawandel scheinbar pausiert
Zwischenüberschrift:
Forscher warnen vor Fehlinterpretationen: Ozeane dienen als Wärmespeicher
Artikel:
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Originaltext:
Frankfurt. Seit 1998 sind die globalen Temperaturen kaum gestiegen. Dabei nimmt der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase kontinuierlich zu. Macht der Klimawandel eine Pause? Nein, sagen Klimaforscher und geben eine plausible Erklärung.
Jahr für Jahr pustet die Menschheit mehr Kohlendioxid in die Luft, der Anteil der Treibhausgase in der Atmosphäre erreicht immer neue Spitzenwerte. Das treibt die globalen Temperaturen weiter nach oben oder nicht? Verblüffenderweise verzeichnen Meteorologen seit 15 Jahren keinen wesentlichen Temperaturanstieg mehr. Dennoch warnen die meisten Forscher davor, die Daten falsch zu interpretieren: Der Klimawandel nehme keine Auszeit. Das betont auch der neue Sachstandsbericht des Weltklimarates.
2000 bis 2009 war das wärmste Jahrzehnt seit Beginn der Messungen. 2010 erreichten die Temperaturen in Bodennähe den höchsten jemals verzeichneten Wert. Im Vergleich zu 1998 ebenfalls einem sehr warmen Jahr sind die Temperaturen indes nur geringfügig gestiegen: Die Temperaturkurve ist also deutlich abgeflacht.
" Das liegt aber im Rahmen der kurzfristigen Schwankungen, die seit jeher den Langzeit-Erwärmungstrend überlagern", unterstreicht Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Auch der ARD-Wetterexperte Sven Plöger erläutert: " Es gab in den vergangenen 70 Jahren immer wieder Temperaturrückgänge und - stagnationen. Das ist also gar nichts Ungewöhnliches." Für Klima-Trends seien ohnehin Zeiträume ab 30 Jahren entscheidend.
Dennoch stellt sich die Frage, wohin die Energie verschwunden ist, die infolge der CO 2 - Zunahme dem Klimasystem in den vergangenen Jahren zugeführt wurde. Die These der Klimawissenschaftler: in die Ozeane. Denn die Weltmeere sind der größte Wärmespeicher. Wenn senkrechte Meeresströmungen wie in den vergangenen Jahren für eine kältere Wasseroberfläche sorgen, können die Ozeane mehr Wärme aufnehmen. In der Folge so die These der Forscher erwärmt sich die Luft in Bodennähe weniger. " Der Treibhauseffekt hat nicht nachgelassen, es gibt nur mehr Wärme im tieferen Ozean und etwas weniger in Oberflächennähe", sagt Klimaforscher Rahmstorf.
Eine zentrale Rolle spielt der tropische Pazifik. Das dort auftretende Wetterphänomen " La Niña" führt dazu, dass kälteres Wasser aus tiefen Schichten aufsteigt. " Die südlichen Ozeane können unglaublich viel Wärmeenergie aufnehmen und sind damit ein Puffer", erklärt Plöger. Bei den El-Niño-Ereignissen beobachten Meteorologen den umgekehrten Effekt: Warmes Wasser kommt an die Oberfläche, der Ozean kann weniger Wärme aus der Atmosphäre aufnehmen, die Lufttemperaturen steigen.
" Wenn ein El-Niño-Jahr kommt, wird es sehr wahrscheinlich wieder ein Jahr mit Rekordtemperaturen geben", sagt Rahmstorf. " Im Rückblick werden wir dann sehen, dass es keine signifikante Verlangsamung der Erwärmung gegeben hat."
Ein weiterer Faktor, der vermutlich die Temperaturentwicklung der vergangenen Jahrzehnte beeinflusst hat, ist Luftverschmutzung. Schwefeldioxidemissionen verringern die Sonneneinstrahlung. Vor allem die Smog-Glocken über asiatischen Großstädten haben einen beobachtbaren Effekt: " Das kann die Temperaturen drosseln", sagt Plöger.
Für die verzögerte Erwärmung gibt es also plausible Erklärungen. Tatsache ist aber auch: Die Projektionen der Wissenschaftler haben es nicht vermocht, den abgebremsten Temperaturanstieg vorherzusehen. " Unsere derzeitigen Klimamodelle schaffen es nicht, Temperaturschwankungen innerhalb eines Jahrzehnts die sogenannte dekadische Varianz vorherzusagen", bedauert TV-Meteorologe Sven Plöger. " Hier besteht Handlungsbedarf!"
Bildtext:
Der tropische Pazifik spielt eine zentrale Rolle bei der Frage, wohin die Energie infolge der CO2-Zunahme gelangt ist.
Foto:
epd

Die neuen Erkenntnisse des Weltklimarates
Ende September hat der Weltklimarat den ersten Teil seines fünften Sachstandsberichtes vorgelegt. Darin geht es um die Ursachen und den weiteren Verlauf der Erderwärmung. Die Erkenntnisse sind Verhandlungsgrundlage der internationalen Klimagespräche. Die Aussagen hier im Überblick:
Bisherige Erwärmung: Seit 1880 sind die Temperaturen an Land und im Meer im Schnitt um 0, 85 Grad Celsius gestiegen. Die letzten drei Jahrzehnte waren deutlich wärmer als alle anderen seit Beginn der Temperaturerfassung im Jahr 1850. Zudem war der Zeitraum zwischen 1980 und 2010 vermutlich die wärmste 30-Jahre-Periode seit 1400 Jahren.
Ursachen: Die Wahrscheinlichkeit, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht ist, beträgt mindestens 95 Prozent. Die Erde erwärmt sich also durch den Ausstoß von Treibhausgasen. Natürliche Schwankungen– etwa durch veränderte Sonnenaktivität haben allenfalls einen Anstieg um rund 0, 1 Grad bewirkt.
Erwarteter Temperaturanstieg: Im schlimmsten Fall steigt die Temperatur bis Ende des Jahrhunderts um 2, 6 bis 4, 8 Grad, im Mittel also um 3, 7 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter. Würden wirksame Klimaschutzmaßnahmen ergriffen, ließe sich die Erhitzung auf unter zwei Grad begrenzen damit würde die Weltgemeinschaft ihr international vereinbartes Ziel erreichen. Eine Erhitzung um zwei Grad gilt als kritische Marke, ab der es zu drastischen und unumkehrbaren Umweltveränderungen käme.
Meeresspiegel: Der Meeresspiegel steigt rascher an als erwartet. Bis 2100 wird er sich um 28 bis 98 Zentimeter erhöhen. Der vorangegangene Weltklimarat-Bericht hatte einen Anstieg um 18 bis 59 Zentimeter vorhergesagt. Der Anstieg des Meeresspiegels wird durch das Abschmelzen von Gletschern und Meereis verursacht. Werden die CO 2 - Emissionen nicht gedrosselt, könnte der Arktische Ozean ab Mitte des Jahrhunderts im Sommer eisfrei sein.
Versauerung der Meere: Durch Aufnahme von Kohlendioxid werden die Meere saurer. Bis Ende des Jahrhunderts könnte der pH-Wert um bis zu 0, 32 Punkte sinken.
Autor:
epd


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