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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bissendorf vertagt Resolution zur Stromtrasse
Zwischenüberschrift:
Politiker informieren sich erst über Erdverkabelung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bissendorf. Welche Position bezieht Bissendorf zur geplanten Aufrüstung der Hochspannungsleitungen im Gemeindegebiet? Eigentlich war geplant, in der Ratssitzung am Donnerstag, 7. November, eine Resolution zu verabschieden. Nun wollen sich die Bissendorfer Politiker erst noch näher über Sinn und Unsinn von Erdverkabelung informieren.
Erdkabel statt Freileitungen: Wo immer das möglich ist, soll diese Option ausgeschöpft werden, fordern die Kommunen Hilter, Melle und Osnabrück. Sie alle haben bereits Resolutionen zum Stromstraßenprojekt verabschiedet und stellen sich darin an die Seite der Freileitungskritiker, die sich in Bürgerinitiativen organisiert haben. Ursprünglich wollte Bissendorf eine ähnlich lautende Resolution verfassen. Dann haben die Fraktionsspitzen und Bürgermeister Guido Halfter aber gemeinsam entschieden, diesen Beschluss zu vertagen. " Wir wollen uns erst ein besseres Bild machen von den Vor- und Nachteilen der Erdverkabelung", erläuterte Halfter. " Dann wollen wir versuchen, eine Resolution zu entwerfen, die realistischer und zielführender ist." Bislang sind Erdkabel vom Bund nur auf vier Pilotstrecken vorgesehen die Trasse im Landkreis Osnabrück ist nicht darunter.
Früh Stellung beziehen
Von 220 auf 380 Kilovolt (kV) sollen die bestehenden Hochspannungsleitungen aufgerüstet werden, und zwar auf einer Strecke von Wehrendorf über Schledehausen und Wissingen nach Lüstringen und von dort weiter über Holsten-Mündrup nach Borgloh und Wellingholzhausen bis über die Landesgrenze nach Gütersloh. Hintergrund ist die Energiewende.
Um grüne Windenergie aus Nord- nach Süddeutschland zu transportieren, reichen die Leitungskapazitäten derzeit nicht aus. Im Osnabrücker Land ist die ehemalige RWE-Tochter Amprion mit dem Mammut-Projekt des Ausbaus beauftragt. Amprion arbeitet abschnittsweise und plant derzeit den Abschnitt Lüstringen–Gütersloh, für den das Land ein Raumordnungsverfahren angeordnet hat.
In diesem Bereich ist Bissendorf nur am Rande, nämlich im Bereich Holsten-Mündrup, betroffen. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch die Trasse angepackt wird, die durch Schledehausen und Wissingen führt. Wann es so weit ist, stehe allerdings noch überhaupt nicht fest, sagte Amprion-Sprecher Jörg Weber auf Anfrage. Derzeit würden Sondierungsgespräche mit der Regierungsvertretung in Oldenburg geführt.
Bissendorf will trotzdem frühzeitig Stellung beziehen dies aber nicht übers Knie brechen. " Erdverkabelung ist natürlich jetzt in aller Munde, aber auch nicht unumstritten", sagte der CDU-Fraktionschef Volker Buch.
Zu den Kritikern zählt etwa die Industrie- und Handelskammer (IHK). In einem Brief an Halfter und den Georgsmarienhütter Bürgermeister Ansgar Pohlmann warnt Marco Graf, Hauptgeschäftsführer der IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim, vor zu hohen Kosten. Weiterhin bedeute eine Erdverkabelung einen großen Eingriff in den Bodenhaushalt und sei aus Naturschutzgründen kritisch zu bewerten. " Vor dem Hintergrund der bereits heute enormen Flächenkonkurrenz ist davon auszugehen, dass eine Bereitstellung von Landwirtschaftsflächen für die Verlegung von Erdkabeln unwahrscheinlich ist", sagte Graf.
SPD-Fraktionschef Helmut Ellermann sagte, dass in der ursprünglich entworfenen Resolution noch zu wenig von möglichen Verschwenkungen der Trasse und Alternativstrecken die Rede sei. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Marie-Dominique Guyard, betonte: " Die Mindestabstände müssen unbedingt eingehalten werden." Diese betragen laut Gesetz zwischen Höchstspannungsleitung und Wohnhäusern in Ortschaften 400 Meter, außerhalb von Ortschaften 200 Meter. " Wir werden um jeden Quadratmeter kämpfen ob in der Luft oder unter der Erde."
Signale geben
Uwe Bullerdiek äußerte sich für die Ratsgruppe CNI/ FDP ähnlich: " Wir wollen Amprion das Signal geben: Ihr steht unter Beobachtung." Erdverkabelung sei aus seiner Sicht " nicht wirklich ein Allheilmittel": Und Albert Brunsmann, der Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen Wähler Bissendorf, betonte: " Die Probleme Klimaschutz und Energiewende lassen sich nicht lösen, indem man Kabel verlegt, sondern nur durch eine dezentrale Energieversorgung und bessere Speicherung."
Bildtext:
So wie hier an der Straße Gut Stockum sieht es an vielen Stellen im Landkreis aus. Die Freileitungsgegner fordern, die Hochspannungsleitungen in die Erde zu verlegen, wenn sie auf 380 Kilovolt hochgerüstet werden.
Foto:
Archiv/ Dorn
Autor:
sdo


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