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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Leserbriefe
Zwischenüberschrift:
Fragwürdige Jagdphilosophie
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel " Für artenreiche und gesunde Wildbestände" (Ausgabe vom 26. Oktober) erreichten uns zwei Meinungen.

" Da erscheint in der NOZ eine Kolumne, die in der Öffentlichkeit den Eindruck erweckt, nur durch die segensreiche Tätigkeit einer auf opfernden Jägerschaft sei in deutschen Ländereien das Paradies des Naturschutzes zu bewundern. Dabei wurden in den 60er- und 70er- Jahren des vorigen Jahrhunderts die umfangreichen Flurneuordnungen durchgeführt, die das organische Landschaftsbild nachhaltig zerstörten und irreversible Spuren der Artenverarmung hinterließen, ohne dass die Jägerschaft auch nur den Versuch unternahm, die zu erwartenden Schäden zu verhindern.

Selbst die Anwendung des Instrumentes des Verbandsklagerechts der Naturschutzverbände wurde von der Landesjägerschaft unter dem Präsidenten von Stietenkron weder befürwortet noch angewandt, und es ist schon erstaunlich, wie sich diese Jägerschaft das Mäntelchen des Naturschutzes umhängt [. . .]. Dabei geniert sie sich noch nicht einmal, den blasphemischen Anspruch zu erheben, regulierend in das Wirkungsgefüge der Natur einzugreifen, um im Wettlauf mit den Prädatoren Vorteile für sich in Anspruch nehmen zu können. Dabei die Rückkehr einiger Arten wie Luchs, Wolf und Seeadler, die vormals der Jagd zum Opfer fielen, als Vorzeigemodell des Erfolges edler Gesinnung der Öffentlichkeit zu präsentieren, ist schon eine fast unerträgliche Zumutung.

Und wenn dann noch die Jäger den Anspruch erheben, selbst zum Schaden des Schutzgutes die Jagd in Naturschutzgebieten zu beanspruchen, so sei die Frage erlaubt, mit welchem moralischen Recht sich die Jägerschaft anmaßte, sich [. . .] im Jahre 1979 als Naturschutzorganisation anerkennen zu lassen. Da helfen auch einige Blühstreifen oder Benjes hecken wenig, um das angekratzte Image aufzupolieren, welches die Jäger bei ihrem Widerstand gegen notwendige Einschränkungen zum Wohle der Tier- und Pflanzenwelt der Nachwelt hinterließen."

Gerhard Hinze

Schüttorf

" In der Serie ' Wildtiere in der Region' wird zum Schluss das Thema ' Jäger und Tierschutz' behandelt. Im Großen und Ganzen vermisse ich eine ausgewogene Berichterstattung, denn viele dieser Themen bieten doch zwingend an, auch Ökologen und Naturschützer zu Worte kommen zu lassen, die eine andere Sichtweise haben als große Teile der einflussreichen Jagdlobby. So darf zum Beispiel die Jägerin Anika Börries über fast ein Drittel einer Zeitungsseite ihre fragwürdige Jagdphilosophie zum Besten geben.

Diese ist geprägt vom Hass auf Beutegreifer. Viele Jäger wollen nicht verstehen, dass Beutegreifer in ein intaktes Ökosystem gehören, es fällt ihnen schwer, solche elementaren, ökologischen Grundgesetze zu akzeptieren. Die Jäger sprechen verharmlosend von einem Prädatorenmanagement. Hinter diesem Begriff verbirgt sich nichts anderes, als das massenhafte Töten von Mardern, Füchsen, Krähen und Elstern (also hochintelligenten Singvögeln). Diese Tiere werden geschossen, um Bodenbrüter wie Kiebitz, Uferschnepfe, Brachvogel, Rebhuhn, Feldlerche und ähnliche angeblich zu schützen. Nach den Unterlagen der Landesjägerschaft Niedersachsen kamen zwischen 2001 und 2007 rund 215 000 Elstern zum Abschuss. Ist das der propagierte Tierschutz der Jäger? [. . .]

Dieses Prädatorenmanagement darf man durchaus als gescheitert betrachten, denn die genannten Bodenbrüter sind inzwischen bei uns vielerorts flächendeckend ausgestorben, trotz jahrzehntelanger und intensiver Bejagung der Beutegreifer. Damit hat zumindest dieser Beweggrund seine Unsinnigkeit bewiesen."

Gerhard Kooiker

Osnabrück
Autor:
Gerhard Hinze, Gerhard Kooiker


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