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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Jede Zeit hinterließ ihre Spuren
Zwischenüberschrift:
Osnabrücks Zentrum – eine baugeschichtlich interessante Mischung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Dieses Mal ausnahmsweise kein Luftbild im gewohnten Sinne, aber dennoch ein Blick aus der Luft. Der Standort des Fotografen erschließt sich leicht. Richtig: der Turmumgang der Marienkirche, deren hochgotische Fialen und Firstfiguren man beim Blick in die Tiefe und Weite gut erkennen kann.
Was sich durch das Fischaugenobjektiv fotografiert darbietet, ist die " Gute Stube" Osnabrücks: Der Markt mit Marienkirche, Rathaus, Stadtwaage und den markanten Treppengiebeln auf der Südseite ist als bauliches Ensemble zweifellos einzigartig.
Man muss dem überblickbaren Terrain nicht das Prädikat Gesamtkunstwerk zusprechen, um dennoch sagen zu können, dass über Jahrhunderte ordnende Hände und vor allem der Blick über das Reißbrett hinaus auf die Gegebenheiten vor Ort dafür Sorge getragen haben, das stilistische Eigentümlichkeiten sich entfalten und ein harmonisches Ganzes bilden konnten. Und wer wollte heute noch Klage führen über die Unmittelbarkeit, in der die kubischen Glasveranden der Stadtbibliothek aus den 50ern dem klassizistischen Nachbarn Remarque-Friedenszentrum, das mit einer der feinsten Fassaden der Stadt aufzuwarten vermag, in die Parade fahren. Es fügt sich gut; niemand würde mehr von Bausünde im Zuge der Neuen Sachlichkeit zu sprechen wagen.
Dahinter im Bild- und Stadtzentrum der atriumartige Platz des Westfälischen Friedens mit dem 1980 von Hans Gerd Ruwe geschaffenen Bürgerbrunnen. Die Zwillinge an der Lortzing-straße wirken so, als hätten sie schon immer dort gestanden sicher ein Zeichen umsichtiger Stadtgestaltung, die auf das unmittelbar Benachbarte geschaut hat, wenngleich dem, der das einstige Erscheinungsbild von Lortzing- und Dielingerstraße in Erinnerung hat, die Träne im Auge erglänzt. Unfertig oder, besser gesagt, unstimmig erscheint indes der Bühnenturm des bei einem Bombenangriff im März 1945 ausgebrannten Theaters. Das Foto lässt gut erkennen, dass es mit der Jugendstilherrlichkeit oberhalb einer Zehnmeterlinie vorbei ist, aber es gibt eine Initiative, die dem Dach seine Originalgestalt von 1907 wiedergeben möchte.
Das Rathaus. Wer hätte gedacht, dass die Traufenlinie die Gesamthöhe des Gebäudes von 36 Metern halbiert? Durch diese Proportionierung kommt die gleichermaßen wuchtige wie schwerelose Wirkung des Daches zustande. Über die historische Größe des Zentralbaus müssen wir hier nicht sprechen. Aber ob es sich wirklich um Spätgotik handelt?
Beim Gang durch Altstadt und Krahnstraße ist dem Spaziergänger der Blick nach oben empfohlen, denn gerade in der Giebel- und Dachgestaltung erweist sich oftmals die Schönheit der so unterschiedlichen Nachbarn. Herrliche alte Fachwerkhäuser stehen einträchtig neben klassizistischem Patrizierhaus und barockem Prachtgiebel. Verdeckt durch das Rathaus liegt der Fachwerkbau des Hotels Walhalla, das 1690 im Stil westfälischer Ackerbürgerhäuser mit großem Torbogen erbaut wurde. Es folgt mit dem Haus Tenge ein klassizistisches Wohn- und Geschäftshaus aus den Jahren 1813/ 14, in dem seit ein paar Jahren das Sterne-Restaurant La Vie residiert, wenige Häuser weiter das Café Läer, dessen altes Fachwerk aus dem Jahr 1533 aufgrund der dicken Brandmauern allen Widrigkeiten getrotzt hat. Als Osnabrücks wohl attraktivstes Fachwerkgebäude gilt das in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaute Handelshaus Willmann, heute Weinhandlung Fohs, ein Beispiel hoher Zimmermanns- und Schnittkerkunst. Im Ganzen gilt: Die Wahrnehmung der Einheit in der gestalteten Vielheit kann als beglückend erlebt werden.
Das Fischaugenobjektiv der Kamera beschert ganz abgesehen von der extremen Wölbung des Horizonts höchst eigenwillige perspektivische Verschiebungen. Besonders reizvoll kann es da sein, Mittel- und Hintergrund des Bildes zu erforschen und den Blick auf Gebäude zu lenken, die nicht sogleich auffallen: das spitze Dach der Alten Münze am Ledenhof etwa, die grün patinierten Türmchen des Regierungsgebäudes am Wall oder das Walmdach des Schlosses hinter der markanten Katharinenkirche mit ihrem 103 Meter hohen Turm. Die spätgotische Hallenkirche aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde um 1500 vollendet und war eine Zeit lang auch Hofkirche der evangelischen Fürstbischöfe, die im Schloss residierten. St. Johann vor dem Schölerberg, Herz Jesu am linken Bildrand und sogar ein Stück des südwestlichen Domturms sind ebenfalls gut auszunehmen, während Josephs- und Lutherkirche im Dunst versteckt bleiben.
Im Süden erstreckt sich in einer Entfernung von zwölf Kilometern mit Freden, Dörenberg und Grafensundern der Osning, und gleichsam " über" dem Rathaus grüßt aus acht Kilometer Entfernung der Hüggel; Schöler- und Harderberg indes liegen vor der Haustür. Es ist wohl die Einbettung der Stadt zwischen den lyrischen Höhenzügen von Teutoburger Wald und Wiehengebirge, die das ausmacht, was man gemeinhin gemütlich umschreibt.
Dieses Motiv ist in den Geschäftsstellen der Neuen OZ in Osnabrück (Große Straße und Breiter Gang) sowie in Georgsmarienhütte (Am Rathaus 12) erhältlich. Ein Abzug (20 x 30 cm) kostet 14 Euro, das Format 40 x 60 cm 26, 50 Euro.
Bildtext:
Durchs Fischaugenobjektiv nahm Thomas Osterfeld vor einigen Wochen den Osnabrücker Markt auf. Standort unseres Fotografen: der Turmumgang der Marienkirche, der unter anderem bei Stadtführungen von Osnabrückern und Gästen der Stadt bestiegen werden kann.
Autor:
Petra Pieper


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