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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wohnen in der Schokoladenfabrik
Zwischenüberschrift:
Wer erinnert sich an die Dampfzuckerwaren von der Sutthauser Straße?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Der Traum, der sich am Ende des Films Charlie und die Schokoladenfabrik″ erfüllt, ist für Thorsten Drüner Wirklichkeit geworden: Seit 2010 wohnt der Osnabrücker in einer Schokoladenfabrik. Leider ruht die Produktion von Süßwaren schon seit vielen Jahrzehnten. Was es mit dem Gebäude an der Sutthauser Straße 74 auf sich hat, würde der 45-jährige Fotograf gerne von Zeitzeugen erfahren.

Thorsten Drüner hat den heruntergekommenen Industriebau im Hinterhof der Sutthauser Straße vor drei Jahren gekauft. Seitdem renoviert er das Gebäude etappenweise von hinten nach vorn. Die tragende Stahlkonstruktion musste stellenweise erneuert werden, aber der Charme der alten Produktionsstätte blieb erhalten. Um die nostalgische Note zu betonen, hat der Fotokünstler alte Bakelitschalter eingebaut. Sein Loft besteht aus Wohnung und Studio, ein Teil des Gebäudes dient als Lager. Den alten Fabrikschlot lässt Drüner stehen. An dessen Standsicherheit gebe es nichts auszusetzen, freut er sich.

Der Putz bröckelt

Viel zu tun gibt es noch an der Hauptfassade der alten Fabrik, wo der Putz bröckelt und die Fenster einen maroden Eindruck machen. Aber ein Vergleich mit alten Fotos macht immerhin deutlich, dass noch fast alles im Original erhalten ist.

Nach den Recherchen von Thorsten Drüner wurde die Schokoladenfabrik im Jahr 1909 oder 1910 gegründet, als Dampfzuckerwaren-Fabrik Meise und Dreß″. Später muss Friedrich Dreß ausgeschieden sein, in alten Adressbüchern ist zumindest nur noch von Ferdinand Meise die Rede. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Produktion der Süßigkeiten wohl nicht mehr rentabel. Stattdessen verlegte sich Inhaber Meise offenbar auf den Großhandel mit Naschwaren aller Art. Immerhin muss es das Unternehmen Ende der 1950er-Jahre oder Anfang der 1960er-Jahre noch gegeben haben.

Da könnte es ja noch Zeitzeugen geben, hofft Thorsten Drüner, vielleicht ehemalige Mitarbeiter oder Schleckermäuler, die sich an die Produkte erinnern können. Wer Hinweise geben kann, wird gebeten, sich in unserer Redaktion zu melden: telefonisch unter 05 41/ 310-631 oder per Mail an stadt-osnabrueck@ noz.de.
Bildtexte:
Die Schokoladenfabrik an der Sutthauser Straße 74 in der Nachkriegszeit. Der ausgebrannte Turm von St. Katharinen im Hintergrund hat noch kein neues Dach bekommen.
Standfest: der Schlot der Dampfzuckerwaren-Fabrik.
Der Putz bröckelt, aber die Fassade ist noch fast im Original erhalten. Thorsten Drüner renoviert seine ehemalige Schokoladenfabrik in Etappen.
Foto:
Archiv, Gert Westdörp
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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