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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Zusätzliche Ampel am Bahnhof
 
Links ab zum Parkhaus ist bald möglich
Zwischenüberschrift:
Zusatz-Ampel am Bahnhof
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Autofahrer können vom Wall künftig links zum Parkhaus am Bahnhof fahren. Dafür soll auf dem Wallring vor dem Bahnhof eine neue Ampel sorgen. Ziel ist es, den Bahnhofsvorplatz zu entlasten. Die Ampel ebnet Autofahrern den Weg in die Bruchstraße.

Osnabrück. Auf dem Wallring vor dem Bahnhof entsteht eine zusätzliche Ampel. Sie wird es Autofahrern künftig erlauben, vom Wall links zum Parkhaus am Bahnhof zu fahren. Das Ziel ist, den Bahnhofsvorplatz zu entlasten.

Franz Schürings, Leiter des Fachbereichs Städtebau, ist ein durch und durch sachlicher Mensch, der nicht zu Übertreibungen neigt. Wenn er vor Ort von einer " nicht alltäglichen Baustelle" und " wichtigen Maßnahme im innerstädtischen Straßenverkehrsnetz" spricht, dann ist die höchste Stufe erreicht. Dabei geht es nur um eine Ampel für eine winzige Straße, deren Namen auch Alt-Osnabrückern wenig sagen dürfte: die Bruchstraße. Ihre besondere Stärke liegt darin, dass sie direkt vom Wall in die Einfahrt der Bahnhofsgarage führt. Und die wird von vielen Autofahrern immer noch gemieden, wenn sie doch nur eben kurz einen Angehörigen vom Bahnhof abholen wollen. Viele nehmen die Schleife über den Bahnhofsvorplatz und dann passiert′s, vor allem zu Stoßzeiten am Freitag und Sonntag: Sie bleiben im Autogewühl stecken.

Die Stadt will es gerade diesen Autofahrern einfacher machen und das Geflecht auf dem Vorplatz ein Stückchen entwirren. Dazu wird auf dem Konrad-Adenauer-Ring eine Linksabbiegerspur mit Ampel gebaut. Wer von Norden oder aus der Innenstadt kommend zum Bahnhof will, muss in Zukunft nicht mehr vor dem Casino links abbiegen. Hundert Meter weiter kann er links in die Bruchstraße einbiegen und dann bis vor den Bahnhof vorfahren (was weniger klug wäre) oder ins Parkhaus fahren (was Zeit spart). Die ersten 15 Minuten kostet das Parken nichts, und einen direkten Zugang zum Gleis 1 gibt es auch.

Die Abfahrt vom Parkhaus wird künftig auch erleichtert, denn die neue Ampel erlaubt auch ein Abbiegen aus der Bruchstraße nach links (Richtung Johannistor) auf den Konrad-Adenauer-Ring.

Dritter Effekt der neuen Lichtzeichenanlage: Die Lücke im Haseuferweg wird geschlossen. Radfahrer und Fußgänger können künftig an dieser Stelle geraden Weges den Wallring zum Raiffeisenplatz überqueren und auf dem Haseuferweg ohne Umweg die City erreichen.

Der Umbau des Knotenpunktes kostet rund 250 000 Euro. Der Verkehr wird einspurig an der Baustelle vorbeigeführt, zunächst auf der West-, dann auf der Ostseite. Wenn das Wetter mitspielt, sollen die Arbeiten Ende November/ Anfang Dezember beendet sein.

Das Planungsbüro Traffic System Consulting aus Essen hatte 2010 die Effekte einer Zusatzampel in einem Gutachten geprüft. Der schon heute bestehende Bruch in der grünen Welle an der Kreuzung würde vor die neue Ampel verlagert, so die Experten. Rückstaus bis zum Gewerkschaftshaus seien zu Spitzenzeiten nicht auszuschließen. Dennoch sei die Anbindung " aufgrund der positiven Effekte für den Bahnhofsvorplatz zu empfehlen und sollte als wichtigste Maßnahme kurzfristig umgesetzt werden".
Bildtext:
Neue Zufahrt zum Bahnhof: Eine Ampel macht es bald möglich, vom Wall in die Bruchstraße (vor dem Kino-Komplex) einzubiegen. Außerdem wird damit eine Lücke im Haseuferweg geschlossen.
Foto:
Michael Gründel

Kommentar
Der erste Schritt

Die zusätzliche Ampel auf dem Wallring mag eiligen Autofahrern gegen den Strich gehen. Sicher, die Ampel ist ein weiteres Hindernis, dessen Notwendigkeit sich nur dem erschließt, der zumindest gelegentlich den Bahnhof zu Stoßzeiten ansteuert. Denn die Linksabbiegespur ist der erste Schritt zur Lösung des Verkehrsknotens auf dem Bahnhofsvorplatz.

Gestalterisch ist der Platz ein Vorzeigeobjekt, verkehrstechnisch ein Ärgernis. Auf der einen Seite der Individualverkehr mit Haltebuchten, Radständern und Taxistand, auf der anderen Seite der Knoten für den öffentlichen Nahverkehr: Was in der Theorie sehr schön aussieht, hat sich in der Praxis nicht bewährt. Soweit sind sich auch die Fraktionen im Stadtrat einig.

Der Dissens beginnt bei der Gewichtung der Verkehrsträger. Rot-Grün will alle Nachteile für den Nahverkehr vermeiden, Schwarz-Gelb mehr Bewegungsfreiheit für die Autofahrer. Bislang fehlt die zündende Idee. Es liegt auch nach Jahren des Nachdenkens, Planens und Experimentierens kein schlüssiges Konzept vor, mit dem beide Seiten sowohl inhaltlich wie auch finanziell leben könnten.

Hier kann sich der neue Oberbürgermeister (und frühere Stadtbaurat) Wolfgang Griesert einbringen als Mann vom Fach und des Ausgleichs.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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