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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Lotter Straße wird zur Makler-Meile
Zwischenüberschrift:
Der sechste Immobilienmakler eröffnet bald – Teure Häuser am Westerberg machen Gegend so beliebt
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Kein Pflaster ist bei Immobilienmaklern in Osnabrück begehrter als die Lotter Straße. Spätestens im Dezember macht mit dem Immobilien & Energiecenter der sechste Immobilienmakler auf der Lotter Straße auf. Wenn man die Banken, die Firma Bauen & Wohnen auf der Lotter Straße und den nur wenige Meter entfernten Immobilienmakler in der Heger Straße hinzunimmt, dann bieten im Umkreis von einem Kilometer zehn Geschäfte Immobilien an (siehe Grafik).

Wenn man sich mit der Mitinhaberin des Immobilien & Energiecenters, Astrid Bäcker, unterhält, wird schnell deutlich, warum die Lotter Straße auf ihre Zunft wie das Makler-Mekka wirkt. " Da sind die Kunden, die das Geld haben. Man könnte sagen: Da läuft das Geld", sagt sie begeistert. Zurzeit befindet sich ihr Geschäft noch am Johannistorwall. Dort sei die Situation genau entgegengesetzt: " Hier haben wir sogar Angst, dass die Immobilien, die wir anbieten, sich wegen des schlechten Umfeldes noch verschlechtern. Wir wollen nicht noch weiter in diesen Sog hineingezogen werden", betont sie. Weil sie mit ihrem Laden also " nicht so gerne mit dieser Gegend assoziiert werden" wolle, ziehe sie mit dem Maklerbüro im November, spätestens im Dezember an die Lotter Straße 33, wo es zuvor ein Geschäft für Mode in Übergrößen gab.

Sie verbindet damit die Hoffnung auf einen Imagewechsel und will das Büro daher auch entsprechend dem neuen Umfeld höherwertig einrichten. Dass es an der Straße schon fünf Immobilienmakler und im Umkreis von einem Kilometer insgesamt bereits neun andere Geschäfte gibt, die Immobilien anbieten, stört sie nicht. " Die Konkurrenz macht mir keine Angst", sagt sie. " Jeder hat seine Klientel. Wir bieten auch Energieberatung an. Das hebt uns ab." Die beiden Diplom-Bauingenieure Sascha und Astrid Bäcker glauben, dass sie am Fuße des Westerbergs so Kunden für höherwertige Objekte bekommen.

Die Etablierten reagieren gelassen auf die neue Konkurrenz. Datos hat als erster Immobilienmakler an der Lotter Straße bereits vor mehr als 40 Jahren aufgemacht. Mitarbeiterin Isabelle Hodemaker sagt: " Wir fürchten die Konkurrenz nicht. Am Ende setzt sich die Qualität durch."

Das nur einen Steinwurf entfernt gelegene Büro Klein war 2001 der zweite Immobilienmakler an der Lotter Straße. Mitarbeiterin Monika Hartmann-Jordan ist seit der Gründung des Immobilien-Shops dabei und sag t: " Wir sind genauso wie Datos über die Zeit der Berufstätigkeit bekannt geworden. Dieses Netzwerk ist unser Vorteil und führt dazu, dass wir fast ausschließlich Westerberg-Immobilien haben." Sie kenne als 56-Jährige zudem viele Leute in ihrem Alter im gehobenen Westen der Stadt und der 38-jährige Inhaber Michael Klein viele in seinem Alter. " Das ergänzt sich gut", ist sie überzeugt. Der " Neue" müsse sich zudem erst einmal durchsetzen. Das Immobilien & Energiecenter müsse erst einmal die Kunden bekommen. Man benötige den Draht zu den Leuten, die am Westerberg wohnten. Wichtig sei zudem die Menschenkenntnis, zu wissen, welche Wohnung oder welches Haus zu dem jeweiligen Kunden passe.

Der Leiter der Immobilienvermittlung der Sparkasse, Markus Pörtner, verweist darauf, dass die eigene Filiale bereits seit Jahrzehnten an der Lotter Straße 71 vertreten ist. Der Standort habe sich " als sehr positiv erwiesen". Er begründet die Zunahme an Immobiliendienstleistern an der Straße mit dem ansteigenden Immobilienmarkt.

Das Maklerbüro Remax hat erst 2011 an der Lotter Straße aufgemacht. Mitarbeiter David Bochniak kennt den Reiz der Meile für Immobilienmakler: " Viele Immobilienmakler glauben, dass sie hier schnell an die exklusiven und teuren Wohnungen kommen. Die stürzen sich regelrecht auf die Reichen und Schönen." Bei der ortsüblichen Makler-Courtage von 5, 95 Prozent sei es eben lukrativer, ein Haus am Westerberg für eine Million Euro als ein Haus im Schinkel für 100 000 Euro zu verkaufen. Außerdem seien viele seiner Branchenkollegen eben lieber in Gesellschaft mit den gut Betuchten als mit den sozial Schwachen.

Das Problem am Westerberg: " Die Leute bleiben hier gerne unter sich. Es ist schwierig, in dieses Netzwerk hineinzukommen. Gute Chancen haben Makler, die einen akademischen Hintergrund haben und aus dieser Gegend kommen", erklärt Bochniak. Andererseits habe die starke Dichte an Immobilienmaklern auch einen Vorteil für den Verbraucher: " Die Leute gucken bei verschiedenen Maklern auf der Lotter Straße rein und picken sich das beste Angebot heraus. Konkurrenz belebt das Geschäft."

Ähnlich sieht es der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Lotter Straße, Harald Niemann: " Wenn einer nicht richtig funktioniert, dann gehen die Leute eben woanders hin. So funktioniert das Geschäft." Er würde sich zwar mehr über neue Einzelhändler freuen, aber das Problem sei, dass die Verbraucher in diesem Bereich eben lieber im Internet kauften.

Am wichtigsten sei es daher, dass es keinen Leerstand gebe. Niemann, der einen Blumenladen auf der Lotter Straße betreibt, resümiert: " Wir sind die Straße der Spezialisten. Wir müssen nicht billig, sondern niveauvoll sein. Und die Immobilienpreise sind zurzeit eben auch sehr niveauvoll."
Bildtexte:
Remax ist einer der vielen Makler an der Lotter Straße. Nirgendwo ist die Dichte an Geschäften, die Immobilien anbieten, so hoch wie hier.
Das Maklerbüro Remax ist eines von elf Geschäften im Umkreis von einem Kilometer um die Lotter Straße, die Immobilien anbieten.
Makler-Meile Lotter Straße: Neun Geschäfte bieten im Umkreis von einem Kilometer schon Immobilien an. Mit dem Immobilien & Energiecenter kommt das zehnte hinzu.
Kein Pflaster ist bei Immobilienmaklern in Osnabrück begehrter als die Lotter Straße.
Die teuren Immobilien am Westerberg machen die Lotter Straße für Immobilienmakler so beliebt.
Fotos:
Michael Gründel
Grafik:
M. Michel
Autor:
Jean-Charles Fays


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