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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Nashörner sind die Vermieter
 
Warum haben Affen so rote Hintern?
 
Die schrägen Nester von Franz-Josef
 
Zebramangusten bringen im Zoo sogar Panzerglasscheiben zum Bersten
Zwischenüberschrift:
Harmonische Tier-WG im Osnabrücker Zoo
 
Signal in der Paarungszeit
 
Von einem Storch, der aus der Reihe fiel
 
Kleine Raubtiere nutzen eine spezielle Wurftechnik, um an Nahrung zu gelangen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Das kann doch nicht sein. Steht da ein Schwein unter dem Nashorn?″, wundern sich die Zoobesucher, die bei Regen an Osnabrücks tierischer Wohngemeinschaft vorbeischlendern. Diejenigen hingegen, die in der Mittagssonne zum WG-Gehege kommen, rufen entzückt: Guck mal, Schweine und Nashörner kuscheln miteinander.″

Im Laufe der vergangenen Jahre ist im Zoo eine harmonische Wohngemeinschaft entstanden: Vier Breitmaul-Nashörner, zwei Pinselohrschweine und drei Chapman-Zebras leben zusammen auf einer Anlage.

Bis vor sechs Jahren hatten die Nashörner das Gehege für sich. Für einen Test, wie sie auf andere Tiere in ihrem Revier reagieren, musste ein Ziegenbock herhalten. Für den interessierten sich die Nashörner nicht weiter. Also entschied der Zoo: Wir lassen die drei Blessböcke Chico, Harpo und Croucho einziehen.″ Auch die wurden von ihren dicken Mitbewohnern kaum beachtet, aber akzeptiert ein harmonisches Miteinander also, das sich nun mit den Zebras Jule, Maria und Django fortsetzt.

Bunter wurde es, als Hanni und Nanni, zwei Pinselohrschweine, in die WG kamen. Die bringen hier richtig Leben in die Bude″, meint Schelshorn, während er die zwei Aktiven vom Gehegerand aus beobachtet. Das Sagen in der WG hätten aber ganz klar die Nashörner, das sind die Vermieter″.

Südliche Breitmaul-Nashörner und Chapman-Zebras leben in freier Wildbahn in ähnlichen Regionen, den Savannen Südafrikas. Beide Arten zählen zu den Pflanzenfressern, ernähren sich hauptsächlich von Gräsern. Im Bezug auf die Nahrung sind sie sich also einig. Anders die Pinselohrschweine: Ihr Verbreitungsgebiet liegt in den Savannen, Sümpfen und Wäldern West- und Zentralafrikas, und sie fressen keine Gräser, sondern als Allesfresser Früchte, Wurzeln, Insekten und kleine Wirbeltiere. Ihre Obst- und Gemüseration bekommen sie separat, damit ihnen die Nashörner nichts wegfressen.

Zu Mittag halten Hanni und Nanni mit Hans-Franz, Amalie, Lia und Marssita so heißen die Breitmäuler zusammen Siesta. Dicht beieinander liegen sie dann in der Sonne und genießen die Wärme. Regnet es, sieht′s für die Nashörner nicht so gut aus. Kaum einer der jungen Bäume im Gehege eignet sich für die Riesen zum Unterstellen. Da haben die Schweine mehr Schwein, denn unter einem Nashorn lässt sich so ein Schauer gut überstehen.

Doch nicht nur als Unterschlupf bei Nässe sind Hans-Franz und Co. bei den Pinselohren beliebt. Einmal landete eine verletzte Krähe auf der Anlage, und die Schweine stürzten sich gleich auf sie″, erinnert sich Revierleiter Schelshorn an ein besonderes Ereignis. Die Krähe schrie, woraufhin viele andere Krähen aus den Bäumen herangeflogen kamen und Hanni und Nanni attackierten. Die beiden retteten sich unter die Nashörner, denn dorthin trauten sich die Vögel nicht.″

Beim Breitmaul-Nashorn unterscheidet man die Unterarten Nördliches und Südliches Breitmaul-Nashorn, deren Verbreitungsgebiete in Afrika mehr als 2000 Kilometer auseinanderliegen. Durch Bejagung und Lebensraumverlust sind beide Arten bedroht. Das Nördliche Breitmaul-Nashorn gilt sogar als vom Aussterben bedroht″.
Bildtext:
Friedliches Miteinander: Nashörner, Zebras und Pinselohrschweine leben in einer Anlage.
Foto:
Klaus Lindemann

Osnabrück. Rote Affenhintern erregen Aufmerksamkeit das kann man täglich im Zoo beobachten. Dabei geht es den Tieren natürlich nicht um die Aufmerksamkeit der menschlichen Besucher, sondern um die ihrer Artgenossen.
Schimpansen wie auch Paviane können sich das ganze Jahr über fortpflanzen. Die Weibchen haben einen Sexualzyklus von ungefähr 35 Tagen. Während der Zeit um den Eisprung, also alle vier Wochen, sieht man eine rote Schwellung ihrer Gesäßregion. Schimpansenweibchen werden mit sieben bis acht Jahren geschlechtsreif, die Pavianweibchen etwas früher zwischen fünf und sechs Jahren. Schimpansen sind neben den Bonobos übrigens die einzigen Menschenaffen, bei denen die rote Sexualschwellung zu sehen ist.
Die sechs weiblichen Schimpansen hier im Zoo zeigen sie regelmäßig ″, erklärt Revierpfleger Wolfgang Festl, bei der alten Lady, sie hat schon über 40 Jahre auf dem Buckel, hört der Zyklus aber so langsam auf.″ Zum Überblick: In Zoos werden Schimpansen circa 50 Jahre alt, Paviane circa 35 Jahre.
Haben die Affen Nachwuchs bekommen, setzt das Anschwellen der Genitalien während der Säugezeit aus bei Schimpansen drei bis vier Jahre, bei Pavianen acht bis zehn Monate. Erst wenn die Milchproduktion zurückgeht, werden die Hintern wieder rot.
Zoobesucher, die genau hingeguckt haben, werden sich jetzt vielleicht fragen: Aber warum haben denn auch die männlichen Affen dicke, rote Hinterteile? Das sind die unbehaarten, vorwiegend aus Fett bestehenden und am besten bei den Pavianen zu erkennenden Sitzschwielen. Die Affen haben also immer ihr Sitzkissen dabei. So richtig rot werden die bei den Männchen dann, wenn sie erregt sind, wenn es Streit in der Gruppe gibt und wenn sie Dominanz zeigen wollen.
Bildtext:
Das Sitzkissen immer dabei rot leuchten die Sitzschwielen des Mantelpavian-Männchens.
Foto:
Carolin Hlawatsch

Osnabrück. Jedes Jahr im März kommen die Weißstörche aus ihrem Winterquartier in Afrika zurück nach Europa. Einige dieser Langstreckenzieher suchen sich dann den Osnabrücker Zoo als Sommerresidenz aus. Normalerweise läuft es dann so: Die Männchen versuchen, die Weibchen für sich zu begeistern. Wichtiges Kriterium: ein ordentlich angelegter Horst. Vor einigen Jahren aber erlebte Zooinspektor Hans-Jürgen Schröder einen Storch, bei dem irgendwie alles schiefging.
Drei Jahre hintereinander war Franz-Josef zu Besuch im Zoo. Obwohl er nicht beringt ist und man Weißstörche nur sehr schwer auseinanderhalten kann, war dem Zooinspektor immer klar: Franz-Josef ist wieder da.
Bei seinem ersten Sommerstopp in Osnabrück bezog der Storch einen der beiden Kunsthorste, auf dem er das Nistmaterial aber nur ablegte und nicht einflocht. Bei 40 Graureiher-Brutpaaren direkt nebenan keine gute Idee. Während Franz-Josef kräftig heranschaffte, klauten ihm die anderen Vögel immer wieder das Nistmaterial″, erinnert sich Schröder. So kam der Junggeselle zu einem schäbig aussehenden Eigenheim, mit dem er keine Störchin anlocken konnte.
Im darauffolgenden Jahr stellte sich Franz-Josef etwas schlauer an aber wieder nicht schlau genug, um ein Weibchen zu finden. Als Nistplatz wählte er doch tatsächlich die Spitze des Masts, der oben aus der Vogelvoliere herausragt″, berichtet der Zooinspektor. Alles war schief und krumm, aber die Äste konnte er dort gut im Volierennetz einarbeiten.″
In besagtem Jahr kam Franz-Josef auch zu seinem Namen: Er wurde von Schröder nach einem Strauß aus dem Safaripark Hodenhagen benannt. Als ich dort vor über 25 Jahren tätig war und täglich die Breitlippennashörner reinholen musste, war da auch immer der Strauß Franz-Josef mit auf der Anlage, vor dem ich größeren Respekt hatte als vor den Nashörnern″, holt Schröder aus. Er war nicht sehr intelligent, und wenn er dann so auf mich zugeflitzt kam, stellte ich mich schnell hinter eine der Kiefern. Sie wissen, wie schmal so ein Kiefernstamm ist. Ich war also eigentlich noch zu erkennen aber nicht für Strauß Franz-Josef.″ In Sachen Intelligenz wohl ungefähr gleichauf, bekam der ungeschickte Osnabrücker Storch den Namen des Straußes aus Hodenhagen.
Im dritten Sommer schließlich legte doch die ein oder andere Störchin eine Pause in Franz-Josefs Nest ein. Dessen Lage an einer Dachecke auf dem Zoo-Wirtschaftshof bot den Vorzug eines Wasserklosetts, denn es hing halb in der Dachrinne. Doch die Weibchen bemerkten trotzdem schnell, dass das Nest auf dem schrägen Dach eine ungemütliche Neigung hatte. Also wieder keine Frau für Franz-Josef.
Ob der ungeschickte Storch anschließend noch einmal nach Osnabrück kam, weiß Schröder nicht mit Sicherheit. Jedenfalls ist seither kein Storch mehr so aus der Reihe gefallen. Vielleicht hat Franz-Josef dazugelernt und zu einem der Brutpaare der vergangenen Jahre gehört? Hoffentlich, denn einem Vogel, dem man nachsagt, die Babys zu bringen, wäre eigener Nachwuchs doch wirklich zu wünschen.
Bildtext:
Kurz vor dem Abflug: Weißstörche zieht es im Winter nach Afrika.
Foto:
Hlawatsch

Osanbrück. Es gibt da eine Horde von kleinen Raubtieren im Osnabrücker Zoo, die mächtig viel Quatsch anstellen. Die Rede ist von den 17 Zebramangusten im Takamanda-Afrika-Areal. So eine Zebramanguste ist gerade einmal 30 bis 40 Zentimeter groß und nur rund ein Kilogramm schwer. Trotzdem kann sie Panzerglasscheiben zum Bersten bringen.
Erstaunt berichteten Besucher dem Zoopersonal vor einigen Monaten von folgendem Vorfall: Da stand doch eine Manguste auf den Hinterbeinen und zeckerte mit einem Stein immer wieder auf die Glasscheibe, die die Abgrenzung zwischen Besucherpfad und Gehege bildet. Andere Zebramangusten versammelten sich um das aktive Tier und gucken so lange zu, bis die Scheibe zersprungen war. Dass sie nicht auch noch Beifall geklatscht haben, war alles.″
Bereits dreimal musste die Glasscheibe am Zebramangusten-Gehege erneuert werden. Mit einer speziellen Wurftechnik ein taubeneigroßer Stein wird zwischen den Vorderbeinen gehalten und dann mit viel Schwung durch die Hinterbeine hindurchgeworfen zerschmettern die possierlichen Tiere das Glas. Auch ein von den Tierpflegern gebauter Wall aus größeren Steinen vor der Scheibe nutzte bisher nichts. Die Mangusten sind einfach viel zu geschickte Werfer.
Diese Wurftechnik zeigen frei lebende Zebramangusten auch. Sie nutzen sie, um Eier oder Nüsse zu knacken″, weiß Revierleiter Wolfgang Festl. Entweder werfen die Tiere ihre harte Nahrung gegen einen Stein, oder sie werfen aus etwa 30 Zentimeter Entfernung umgekehrt einen kleinen Stein auf die Eierschale. Als Zoobesucher kann man dieses interessante Verhalten am besten dann beobachten, wenn es mal wieder Straußeneier für die Zebramangusten gibt.
In ihrer afrikanischen Heimat, südlich der Sahara, von Gambia und Äthiopien im Norden bis nach Südafrika, legen die Zebramangusten täglich rund zwei bis drei Kilometer lange Strecken zur Nahrungssuche in 20- bis 35-köpfigen Kolonien zurück. Dabei sucht jedes ansonsten im Sozialverband lebende Individuum einzeln nach Käfern, Tausendfüßern oder Eiern. Nur wenn sie mal eine größere Beute wie eine Schlange aufs Korn nehmen, ist Teamwork im Rudel angesagt. Schleimige Nahrung wie zum Beispiel Schnecken werden vor dem Verzehr im Sand gerollt. Im Zoo stehen Obst, Gemüse, Insekten und Kleinstsäuger auf der Essensliste.
Die zersprungene Glasscheibe wurde übrigens durch ein Verbund-Scheiben-Sicherheitsglas ersetzt, bei dem im Falle eines erneuten Bruchs die Glassplitter an einer Folie haften bleiben und so die Tiere vor Verletzung geschützt sind. Wir können nicht sagen, ob alle unsere Mangusten den Zecker-Streich″ spielen″, so Revierpfleger Festl. Aber von drei Tieren wissen wir es sicher.″ Vor weiterem Glasbruch ist der Zoo also nicht gefeit.
Bildtext:
Die Zebramangusten im Zoo Osnabrück haben das Glas an ihrem Gehege zum Bersten gebracht.
Autor:
Carolin Hlawatsch


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