User Online: 1 | Timeout: 14:55Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Schaltkästen wurden schon 1993 bemalt
Zwischenüberschrift:
Beim Projekt "Im Rausch der Sinne" schwelgten Jugendliche in Farben
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. " Osnabrück hatte schon wesentlich früher was auf dem Kasten", meldete sich der Osnabrücker Jugendschutz nach unserem Bericht " Osnabrück hatte schon früh was auf dem Kasten". Es ging um eine Verschönerungsaktion für Verteilerkästen aus dem Jahr 2007. Aber schon 1993 waren in Osnabrück die grauen Schaltkästen bunt gestaltet worden.

" Ich erinnere mich an das Suchtpräventionsprojekt , Im Rausch der Sinne′", schrieb der Sozialpädagoge Michael Rudolph. Es startete am 1. Juni 1993, als der städtische Jugendschützer seine Stelle in Osnabrück antrat. In Zusammenarbeit mit der Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werkes ging es darum, ohne Alkohol und Drogen alle Sinne von Jugendlichen anzusprechen.

Im Kleinen Saal des Haues der Jugend war für das Projekt ein " Erfahrungsfeld für die Sinne" aufgebaut. Die heftigsten Reaktionen bei den jungen Besuchern rief die " Duftorgel" hervor. Dabei stellten sie fest, dass Riechen die tiefste Sinneserfahrung ist, weil der Duft als Atemstoff sofort ins Blut geht. Allerdings gab es längst nicht nur angenehme Gerüche: " Das stinkt so, dass man beim Riechen die Nase zuhalten muss!", stellte ein kleiner Junge fest, nachdem er seine Nase in eines der Holzgefäße gesteckt hatte.

Einen optischen Reiz für alle Osnabrücker sollten die bemalten Stromkästen bieten. Vor 22 Jahren griffen die jungen Künstler allerdings nicht zur Sprühdose, sondern ganz konventionell nach Pinsel und Farbeimer. Um die Genehmigung der Stadtwerke zu bekommen, musste ein spezieller Lack genutzt werden, der die Oberfläche nicht angriff.

Zur Teilnahme meldeten sich begeistert ganze Schulklassen, Familien, Gruppen aus Jugendzentren wie dem Ostbunker und ein Team von Messdienerinnen.

Auf einem Stromkasten an der Ecke An der Rennbahn/ Hermann-Ehlers-Straße ging eine Linie spazieren, wie die jungen Künstler nach der Vollendung als Erklärung auf die Oberseite schrieben. Am Pappelgraben wurde die Mauer, vor der der Kasten stand, als Motiv aufgenommen. Blumenkästen auf der gemalten Mauer gehörten zur künstlerischen Freiheit.

" Ruhe und Entspannung" strahlte ein rot-weißer Leuchtturm an der Weidnerstraße aus. Die " Kids vom Ostebunker" machten aus einem Verteilerkasten an der Bremer Straße ein Aquarium, oben mit einer Schleife hübsch verpackt. Am Heger-Tor-Wall guckte den Betrachter ein fantasievoller Vogel an, der später noch einen Hut aufgestülpt bekam.

Zum " Umweltschutz" rief ein Kasten an der Knollstraße auf. Der kleine Sören, der heute 28 Jahre alt sein muss, ließ auf einem Kasten am Franz-Stumpf-Weg Drachen steigen. Und an der Sutthauser Straße gab es kunterbunte Punkte.

" Wir haben nur positive Reaktionen von Teilnehmern und Bürgern gehört", freute sich die damalige Jugendschutzbeauftragte Annette Brauckhoff nach Ende der Aktion mit 15 bunten Kästen.

Viele Osnabrücker erinnerten sich an die bunten Verteilerkästen, als die Deutsche Telekom vor einigen Tagen verkündete, Sprayer dürften ab sofort ihre Kreativität völlig legal auf den bundesweit mehr als 100 000 Verteilerkästen beweisen. Die Aktion unter dem Motto " Grau raus, bunt rein" wird aber unter anderem deshalb kritisiert, weil die Kosten für die künstlerische Arbeit komplett auf die Sprayer abgewälzt würden. Bevor die Kästen besprüht werden können, müssten die Künstler sie intensiv reinigen und grundieren, sonst haftet die Farbe nicht.

Mehr aktuelle Nachrichten aus Osnabrück im Internet auf noz.de
Bildtexte:
Eine Linie geht spazieren, heißt dieses Kunstwerk An der Rennbahn, das noch farbig ausgemalt wurde.
Dieses Motiv orientierte sich am Standort, einer Mauer am Pappelgraben.
Ruhe und Entspannung versprach der Leuchtturm an der Weidnerstraße.
Kunterbunte Punkte belebten diesen Kasten an der Sutthauser Straße.
Sören heißt der Künstler dieses Kastens an der Knollstraße. Er müsste heute 28 Jahre alt sein.
Die Kids vom Ostbunker gestalteten an der Bremer Straße ein Aquarium.
Der Vogel am Heger-Tor-Wall in der Anfangsphase, nach der Vollendung trug er einen Hut.
Fotos:
Michael Rudolph
Autor:
Ulrike Schmidt


Anfang der Liste Ende der Liste