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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kraftwerk und Kultur
Zwischenüberschrift:
Radfahr-Blüte: Landregen auf dem Weg von Ibbenbüren nach Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. 30 Kilometer von Ibbenbüren nach Osnabrück die können ganz schön lang werden, wenn es immer wieder auf die Radwanderer niederregnet.

Heinz Wüppen hatte sich vorbereitet. Der Realschullehrer, der insgesamt zwölf Touren seiner Osnabrücker Radfahr-Blüte mit dem Zug zu einem der sechs umliegenden Bahnhöfe und dann mit dem Rad zurück erarbeitet hat, hatte noch morgens den Wetter-Radar studiert. " Regen ab 15 Uhr", war die Erkenntnis. Leider hält sich der Regen nicht an die Vorhersage.

Direkt hinter dem Ibbenbürener Bahnhof erwischt er uns. Da haben wir uns, von der Wilhelmstraße kommend, schon eine Steigung von gut 14 Prozent, ein paar Treppenstufen und eine weitere Steigung hinauf bemüht. Aus Tröpfchen werden Tropfen, aus Tropfen ein ergiebiger Landregen. Wir stellen uns in einem Waldstück unter die Bäume und lauschen dem Regen, der in den Wipfeln rauscht. Es würde richtig schön klingen, wenn wir nicht noch 30 Kilometer vor uns hätten.

Sollen wir zurück? " Hier können wir noch abbrechen. Danach nicht mehr", gibt Wüppen zu bedenken. Unsere Mitfahrer Heinz Rölker und Claudia Rottmann sind unschlüssig. Wie lange wird der Regen dauern? Während Wüppen und Rottmann ihre Smartphones befragen, erkundet Rölker den Wald. Und noch bevor die Smartphones etwas Aussagefähiges gefunden haben, lässt der Regen nach.

" Ein Schauer eben. Per Definition zehn Minuten", erklärt Wüppen. Wir steigen auf: Von einem Schauer lassen wir uns die Tour nicht vermasseln. Allerdings bleibt es in den kommenden drei Stunden nicht bei einem.

Vor uns taucht das riesige Ibbenbürener Kohlekraftwerk auf, das die Region mit Strom versorgt. Wir fahren drum herum und kommen in die Nordschacht-Siedlung, wo die Straßen Knappen und Glück auf heißen. Unter unseren Reifen verlaufen Schächte, die bis 1, 5 Kilometer tief in den Boden gehen. Der Berg ist völlig durchlöchert von einem der letzten drei Bergwerke Deutschlands und dem tiefsten in Europa, weiß Wüppen.

Von Industriegeschichte zur Natur: Von der Straße " Zum Nordschacht" geht es rechts in das Köllbachtal. Den Berg hinunter fahren wir, begleitet von Vogelzwitschern und dem Summen der Räder, nach Mettingen. In der historischen Altstadt beschließen wir, mit Blick zum Himmel, eine Pause einzulegen. Kaum sitzen wir, regnet es wieder. Eine Punktlandung. Wir verkürzen uns die Wartezeit mit einem Besuch im benachbarten Tüöttenmuseum, einer liebevollen Rekonstruktion der Mettingen Leinenhändler. Als es aufklart, werden wir flott: Inzwischen ist uns klar geworden, dass wir uns auf diesen 30 Kilometern von Regenpause zu Regenpause hangeln müssen.

Immer den Radwegweisern nach, fahren wir nach Westerkappeln. Dabei machen wir einen Schlenker zum Haus Langenbrück. Es ist in Privatbesitz der C & A - Familie Brenninkmeyer, wir staunen von außen über die Anlagen, die nach Tieren modellierte Hecke und die Auferstehungskapelle.

Links und rechts scheinen uns dicke dunkle Wolken einzuklemmen, als wir weiterfahren nach Westerkappeln. Links passieren wir eine alte Mühle, die selbst Mühlenexperte Heinz Rölker nicht kannte. An der Hauptstraße lohnt sich ein kurzer Abstecher zum Haus der Musikschule/ Forum Musik, das in seiner Architektur an die Hundertwasser-Häuser erinnert.

Durch Wersen jagt uns eine dicke Wolke. Claudia Rottmann gibt Gas, überholt alle und führt die Truppe noch trocken an den Sloopsteinen, dem am besten erhaltenen Megalith- oder Großsteingrab Westfalens, vorbei Richtung Osnabrück. Hinter dem Attersee, an Gut Leye, erwischt es uns das letzte Mal. Wir flüchten in ein Buswartehäuschen. Auch hier hält sich der Schauer an die Zehn-Minuten-Regel. Danach fahren wir weiter, umrunden den Rubbenbruchsee und kommen über den Westerberg zurück nach Osnabrück. Weder Atter- noch Rubbenbruchsee haben wir eines genaueren Blickes gewürdigt. Unser Bedarf an Wasser ist für diesen Tag gedeckt.

Alle Touren der Serie und die ausführliche Routenbeschreibung auf www.noz.de/ radtouren
Bildtext:
Eine 14-prozentige Steigung ist auf dem ersten Teilstück der Radtour zu bewältigen.
Foto:
Claudia Ix
Autor:
Claudia Ix


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