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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
"Friede ist das beste aller Dinge"
Zwischenüberschrift:
Die Straße Schwedenschanze im Stadtteil Dodesheide erinnert ebenso wie die Schwedenstraße in der Innenstadt an die schwedische Belagerung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. In der Innenstadt stößt man auf die Schwedenstraße, im Stadtteil Dodesheide auf die Schwedenschanze. Es liegt auf der Hand, dass die Benennungen mit der Belagerung und schließlich der Einnahme der Stadt durch die Schweden während des 30-jährigen Krieges zu tun haben. Aber wo genau lag eigentlich " die Schwedenschanze" in Osnabrück?
" Es gibt genauso viele Schwedenschanzen wie Römerwälle und Wittekindsburgen", sagt dazu Stadt- und Kreisarchäologe Bodo Zehm. Einschneidende geschichtliche Ereignisse haben schon immer die Vorstellungskraft der Menschen beflügelt und sie veranlasst, auffälligen Geländepunkten eine bestimmte Urheberschaft beizulegen, vielfach archäologisch begründet, manchmal auch nur durch mündliche Überlieferung " belegt".
In der Stadtchronik wird die Gustavi- oder Schwedenschanze beschrieben. Die Schweden haben sie nach der Einnahme der Stadt 1633 zwischen der Neuen Mühle und der Schlagvorder Straße angelegt, um die Stadtbefestigung gegen die zu erwartenden Rückeroberungsgelüste der Kaiserlichen zu verstärken. Von ihr ist nichts mehr erhalten. Sie wurde 1810 bei der beginnenden Entfestung der Stadt zusammen mit dem äußeren Johannistor niedergelegt.
Eine weitere Schwedenschanze liegt auf der höchsten Stelle des Schinkelbergs, wo ein halbkreisförmiger Wall noch zu erkennen ist. Der Historiker Gerd Ulrich Piesch hat alte Wegespuren der Mindener Heerstraße zwischen Osnabrück und Wehrendorf untersucht und in dem Zusammenhang dargelegt, dass die Schweden diese Schanze auf dem Heidesundern angelegt haben, um den Fernweg zu ihrem Hauptlager in Minden überwachen und sichern zu können.
Die Straße Schwedenschanze im Stadtteil Dodesheide führt auf einen Hochpunkt des Limbergs zu, der ebenso ein strategisch günstiger Standort gewesen sein dürfte.
Der schwedische Generalfeldmarschall Dodo von Kniphausen hatte den Befehl erhalten, Stadt und Hochstift Osnabrück einzunehmen. Am 13. August 1633 schlossen seine Truppen die Stadt ein. Die Schweden arbeiteten sich von Norden an die Stadt heran, wo der Boden nicht so morastig war und man Deckung fand. Es kam zu Artilleriebeschuss, es gab Tote und Verwundete. Am 12. September wurde die Stadt von den kaiserlichen Truppen aufgegeben. Die Schweden setzten sich für zehn Jahre in Osnabrück fest. Erst die " Neutralisierung" der Stadt im Vorfeld der Friedensverhandlungen beendete ihre Herrschaft.
Von der Schwedenschanze westlich des Limbergs sind, soweit bekannt, keine Geländespuren erhalten. An das Ende der Schwedenzeit und den Friedensschluss 1648 erinnert jedoch ein Findling auf dem Rasenstück Schwedenschanze/ Ecke Ellerstraße mit der Aufschrift " Pax Optima Rerum" (Der Frieden ist das beste aller Dinge). Der Stein wurde zum 350-jährigen Jubiläum des Westfälischen Friedens 1998 gestiftet, als wiederum " die Schweden", diesmal in Gestalt des Königs Carl Gustav und der Königin Silvia und diesmal nur friedlich, in Osnabrück einzogen. Die ebenfalls auf dem Rasen aufgestellten steinernen Schafe verweisen auf den früheren Hof Gille, der sich der Schafzucht verschrieben hatte. Die Straße Zum Schäferhof im gleichen Viertel erinnert ebenfalls daran.

Stadt im Wandel: mehr Texte und Fotos auf www.noz.de/ historisch-os
Bildtext:
An das Ende der Schwedenzeit und den Friedensschluss 1648 erinnert dieser Findling auf dem Rasenstück Schwedenschanze/ Ecke Ellerstraße. Die lateinische Aufschrift " Pax Optima Rerum" bedeutet übersetzt: " Der Frieden ist das beste aller Dinge."
Die Straße Schwedenschanze liegt am Limberg im Stadtteil Dodesheide.
Fotos:
Joachim Dierks
Autor:
Joachim Dierks


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