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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Richtung Ibbenbüren tierisch was los
Zwischenüberschrift:
29 Kilometer ab Osnabrück Hauptbahnhof – Strauße und ein Känguru
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Auf den 29 Radwander-Kilometern von Osnabrück nach Ibbenbüren gibt es tierisch etwas zu sehen. Wobei Störche und Hähne noch zu den harmlosen Gattungen gehören.

Diese Tour ist eine ganz besondere. Sie gehört zu den insgesamt zwölf Touren der Osnabrücker Radfahr-Blüte, die Realschullehrer Heinz Wüppen ausgetüftelt hat: von Osnabrück aus mit der Bahn zu einem der sechs Bahnhöfe in der Umgebung und mit dem Rad zurück. Diesmal machen wir es andersherum, radeln von Osnabrück nach Ibbenbüren. Und diesmal ist die Tour sogar ein Geburtstagsgeschenk.

Geburtstags-Tour

Jedes Jahr schenken Wüppen und sein Freund Heinz Rölker der gemeinsamen guten Freundin Claudia Rottmann zum Geburtstag eine schöne Radwander-Tour. Das scheinen auch die Menschen, die wir unterwegs treffen, zu wissen: Der Jogger in Hellern grüßt genauso freundlich wie die Dame kurz vor Lotte, die gerade die Fenster putzt. In Lotte kräht uns auch ein stolzer Hahn ein freundlichen " Willkommen" entgegen.

Vorher aber hatten wir, noch auf Osnabrücker Gebiet, durch einen Zaun einen kleinen Blick auf eine Storchenaufzucht gehabt. Dann radeln wir durch die Felder weiter Richtung Lotte, immer der Hase-Ems-Tour folgend. Gut einen Kilometer vor Velpe hat Heinz Wüppen eine Überraschung für uns: Er führt uns rechts zu einem Hof, auf dessen Wiesen sich Strauße und sogar ein Känguru tummeln.

Während das Känguru so distanziert und still im Gras sitzt und uns beäugt, dass Heinz Rölker schon mutmaßt: " Das ist doch nur ein etwas größerer Hase!", sind die Strauße ausgesprochen neugierig. Gehen wir nach rechts, folgen sie uns. Gehen wir wieder nach links, sind sie ebenfalls dabei. Heinz Wüppen macht artistische Klimmzüge, um auf sein Rad zu steigen und beste Sicht auf die Tiere zu haben.

Diese Eindrücke müssen wir erst einmal mental verarbeiten, deshalb machen wir wenige 100 Meter weiter Richtung Velpe eine Rast. Mit Blick hinunter auf Nordrhein-Westfalen wir werden heute ein paar Mal die Landesgrenzen überfahren nehmen wir unser Frühstück ein. Heinz Rölker treibt aber schnell die Abenteuerlust weiter: Er klettert in das Wäldchen hinter unserer Bank und entdeckt einen privaten, idyllischen See und ein " Hünengrab". Bevor er sich allerdings im siebten archäologischen Himmel wähnt, müssen wir feststellen: Die kunstvoll zu einer halbrunden Mauer aufgeschichteten Steine sind neuzeitlicher Natur und dienen einem Gartenstuhl als Wind- und Sichtschutz.

Aber Heinz Rölker gibt nicht auf. Eingangs Velpe-Süd will Heinz Wüppen eigentlich auf seiner Tour weiter den Rad-Schildern folgen, doch sein Freund biegt rechts ab. Wenige Meter weiter landen wir an der alten Mühle, die selbst Wüppen noch nicht kennt. Dahinter ist ein kleiner Teich mit Steg, ein perfekter Rastplatz. Aber wir haben schon genug gerastet.

Wir fahren einen Schlenker durch Velpe-Süd Richtung Bahnstrecke. Dort stoppt uns eine heruntergelassene Bahnschranke, die von selbst auch nicht aufgehen wird: Es ist eine Bedarfsschranke. Wüppen drückt, es dauert einen Moment, dann öffnet sich die Schranke. Wüppen sagt auf gut Glück: " Danke", aus dem Kästchen kommt knarrend die Antwort: " Bitte!"

Lange an der Bahn lang

Nun fahren wir scheinbar ewig entlang der Bahn die Velper Straße bis nach Laggenbeck und biegen dann ab nach Ibbenbüren. Ein paar Regentropfen begleiten uns, die in Ibbenbüren zu einem Regenschauer werden. Kurz suchen wir unter einem Baum Schutz, dann radeln wir über die Wilhelmstraße zum Bahnhof. Von hier fährt die Westfalenbahn in 15 Minuten zurück nach Osnabrück ohne Begleitung von Hahn, Strauß und Känguru, aber auch ohne Nässe von oben.

Alle Touren der Serie und die ausführliche Routenbeschreibung auf www.noz.de/ radtouren
Bildtexte:
Ein Fahrrad als Trittleiter: Heinz Wüppen versucht unterwegs einen Blick auf exotische Tiere zu erhaschen.
Es dauert nicht lange, und die neugierigen Strauße kommen nahe an den Zaun.
Fotos:
Claudia Ix
Autor:
Claudia Ix


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