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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Neue Stromtrasse im Nordkreis
 
Höchstspannung im Nordkreis
Zwischenüberschrift:
Bundesnetzagentur plant 380-kV-Stromtrasse von Merzen nach Cloppenburg
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Nach Angaben der Bundesnetzagentur soll im Osnabrücker Nordkreis im Zuge der Energiewende bis 2018 eine neue Stromtrasse entstehen. Die 380-kV-Freileitung soll demnach zwischen Cloppenburg und Merzen verlaufen und dabei unter anderem Quakenbrück und Ankum streifen. Genaue Trassenverläufe sind bis heute nicht bekannt, diese sollen Gegenstand eines detaillierten Planungsverfahrens werden, bei dem Behörden, Institutionen und Bürger beteiligt werden sollen. In der ersten Hälfte des kommenden Jahres könnten erste Trassenvorschläge zur Diskussion stehen. Im Osnabrücker Land hat es bereits in den vergangenen Monaten Proteste gegen neue Stromleitungen gegeben.

Osnabrück. Die Energiewende wird sich wohl ab 2018 zwischen Merzen und Cloppenburg in ihrer ganzen Auswirkung zeigen. So sehen es zumindest die Pläne der Bundesnetzagentur vor. Hintergrund: Der Bau einer riesigen 380-kV-Höchstspannungsleitung wird aktuell immer wahrscheinlicher. Sie soll in Zukunft dazu beitragen, den im Norden Deutschlands erzeugten Strom in die südlichen Bundesländer zu bringen.

Im Osnabrücker Nordkreis sehen die Planungen den Neubau einer 380-kV-Freileitung von Merzen über Ankum und Quakenbrück bis nach Cloppenburg vor. Konkret ist diese Trasse von der Bundesnetzagentur im Behördendeutsch als " vorbehaltlich weiterer Erkenntnisse wirksam und erforderlich und damit bestätigungsfähig" verbucht. Heißt: Die besagte Freileitung genießt bei kommenden Vorhaben ein gewisses Maß an Bevorzugung.

" Zum jetzigen Zeitpunkt steht noch nicht fest, wo und in welchem Ausmaß die neue Freileitung errichtet wird", sagt Yvonne Grösch von der Bundesnetzagentur auf Anfrage der Neuen OZ. Die Bundesnetzagentur habe aktuell lediglich die Ausbau-Wünsche der Netzbetreiber geprüft. Bei den Berechnungen über die künftige Leitung der im Norden erzeugten Windenergie in den Süden ist die Behörde dabei zu dem Schluss gekommen, dass der Bau der Trasse Cloppenburg– Merzen vorrangigen Charakter besitzt.

Niederschlag finden diese und andere Schlussfolgerungen im aktuellen Netzentwicklungsplan Strom. Bis zum 8. November haben Bürger, Verbände und Behörden die Gelegenheit, sich über diesen Plan zu informieren und Stellung zu nehmen.

" Wir wollen die Öffentlichkeit so früh wie möglich informieren und zur Beteiligung einladen", so Grösch. Deshalb gebe es in mehreren deutschen Städten Informationstage für den Nordwesten stellt die Bundesnetzagentur am kommenden Dienstag in Oldenburg den Stand der Dinge vor.

Konkrete Trassenverläufe und Ausmaße der 380-kV-Freileitung gibt es zum jetzigen Zeitpunkt freilich noch nicht. Diese werden laut Grösch erst im weiteren Verlauf der Planungen erarbeitet. " Die Trassenkorridore mit Alternativrouten sind Gegenstand der Bundesfachplanung", so die Sprecherin der Bundesnetzagentur. Frühestens in der ersten Hälfte des kommenden Jahres sei mit Trassenvorschlägen für das Vorhaben im Osnabrücker Nordkreis zu rechnen. Ab diesem Zeitpunkt würden Behörden und Institutionen im Detail beteiligt, aber auch jeder Bürger könne Einwände geltend machen.

Im Zuge des Trassenneubaus soll ebenfalls eine 380-kV-Schaltanlage in Merzen errichtet werden. Bis zum Jahr 2018 sollen Stromleitung und Schaltanlage in Betrieb gehen, so die Planungen.

Alternativ zur Route nach Merzen hatte die Agentur einen Netzausbau bis nach Westerkappeln vorgesehen. Diese Pläne scheinen momentan jedoch vom Tisch zu sein, da die Planer durch die längeren Leitungswege Spannungsverluste befürchten.

Im Osnabrücker Land hatte es in den vergangenen Monaten bereits zahlreiche Proteste gegen den Ausbau der Spannungsnetze gegeben. So plant der Netzbetreiber Amprion eine 380-kV-Trasse vom Osnabrücker Stadtteil Lüstringen bis ins westfälische Halle. Dagegen hatten sich unter anderem in Melle-Wellingholzhausen und Borgloh Bürgerinitiativen gebildet. Zu den Forderungen der 380-kV-Gegner gehört, dass die Stromtrassen als Erdkabel verlegt werden sollen. Netzbetreiber Amprion verneint diese Möglichkeit jedoch mit dem Hinweis auf gesetzliche Vorgaben. Grund: Erdverkabelungen sind in Niedersachsen nur auf vier Pilottrassen vorgesehen die Leitung von Cloppenburg nach Merzen gehört wie auch die Trasse Lüstringen–Halle nicht dazu.
Bildtext:
Die Bundesnetzagentur plant die Errichtung einer 380-kV-Höchstspannungsleitung im Osnabrücker Nordkreis.
Foto:
dpa

Kommentar
Beteiligen

Spätestens seit Fuku-shima ist die Energiewende praktisch gesellschaftlicher Konsens. Erneuerbare Energien sollen die Stromversorgung der Zukunft sichern. So weit, so gut. Doch wenn die Konsequenzen der Wende sicht- und fühlbar werden, regt sich schnell Protest. So ist es bei Strompreiserhöhungen und so wird es auch bei neuen Stromtrassen wie der im Osnabrücker Nordkreis sein. Der Protest dagegen scheint fast programmiert, denn eine Freileitung vor der Haustür hat niemand gerne. Für die Bürgerinnen und Bürger gilt, alle Möglichkeiten der Beteiligung auszuschöpfen. Der Bundesnetzagentur sei angeraten, es mit der Transparenz ernst zu nehmen, damit sich die Fronten nicht schon jetzt verhärten.
Autor:
Sebastian Philipp


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