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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
In den BBS zieht es durch alle Ritzen
Zwischenüberschrift:
Undichte Fenster am Pottgraben werden zugenagelt
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Der Schul- und Sportausschuss hat die Verwaltung aufgefordert, zur nächsten Sitzung dem Verwaltungsausschuss Pläne für die Reparatur der undichten Fenster in den Berufsbildenden Schulen am Pottgraben vorzulegen.

Das Thema " desolate Fenster der BBS Pottgraben" stand nicht auf der Tagesordnung. Aber Ausschussmitglied Ursula Meyer, selbst Berufsschullehrerin, ließ sich nicht vertrösten. Ausgestattet mit dem Votum der Gesamtkonferenz, drang sie darauf, dass am Pottgraben nun endlich etwas passieren müsse: " Ich verlasse den Saal nicht, bis Sie mir ein Datum genannt haben."

Konkret geht es um den Altbau der Schule, der nach dem Krieg in den 50er-Jahren wieder aufgebaut und in Betrieb genommen wurde. Aus dieser Zeit stammen auch Fenster und Heizung, bestätigte Schulleiter Ralf Korswird auf Anfrage der NOZ. " Hohe Nutzung, hoher Verschleiß", sagte er mit Blick auf seine Schule. 4400 Schüler werden dort unterrichtet. Die Räume würden zwischen 8 und 22 Uhr genutzt. Auch die Volkshochschule gibt am Pottgraben einige Kurse.

Vertröstet fühlt sich Korswird und nicht gerecht behandelt im Vergleich zu den anderen Berufsbildenden Schulen der Stadt. Am Westerberg und am Schölerberg sei eine Menge geschehen, der Pottgraben dagegen werde stiefmütterlich behandelt. Nachdrücklich betont der Schulleiter, dass an den anderen Standorten die Sanierungen gerechtfertigt seien aber eben auch in seinem Haus. Seit vier Jahren führe er Gespräche mit der Stadt, ohne Ergebnisse, abgesehen von der dringend notwendigen Renovierung der Sanitäranlagen, die jetzt in den Herbstferien erfolgen solle.

Nach Meyers eindringlichen Worten im Schulausschuss sagte Stadträtin Rita Maria Rzyski " schnellstmögliche Gespräche" zu: " Ein festes Datum werden Sie von mir aber nicht hören." Wilfried Klein, Fachdienstleiter Hochbauten, wies auf den korrekten Gang der Dinge hin: Erst müssten die Fenster ausgemessen und dann die Arbeiten öffentlich ausgeschrieben werden: " Wir dürfen nicht den nächstbesten Tischler damit beauftragen."

Seinen Hinweis, der Eigenbetrieb Immobilien sehe sanierungsbedürftige Gebäude immer ganzheitlich und unter dem Aspekt, was energetisch sinnvoller sei, ließ Ursula Meyer nicht gelten. Sinnlos sei in jedem Fall, gegen undichte Fenster anzuheizen. Zudem, so hieß es aus den Reihen der Ausschussmitglieder, handele es sich im Falle der desolaten Fenster nicht um eine Sanierung, sondern schlicht um eine notwendige Reparatur.

Brigitte Neumann (CDU) regte einen Beschluss an, mit dem der Ausschuss die Verwaltung beauftragt, dem Verwaltungsausschuss zur nächsten Sitzung Pläne für die Fensterreparatur vorzulegen. Eine Abstimmung sei nicht nötig, meinte Rzyski, die Verwaltung werde in dieser Sache sofort aktiv.

Schulleiter Korswird hofft, dass die Stadt über die dringend notwendige Reparatur hinaus auch weiteres Interesse an den BBS Pottgraben zeige. Wie bei den anderen Schulen gebe es erheblichen Sanierungsbedarf.
Bildtexte:
Gefahrenfaktor Kippfenster: Weil sie bei heftigem Wind umschlagen können, wurden einige Fenster zwischenzeitlich zugenagelt. Dann aber konnten die Klassenzimmer nicht mehr gelüftet werden.
Es zieht durch alle Ritzen: Die alten Fenster sind nicht mehr dicht. Die alten Heizungen kommen im Winter nicht gegen die eindringende Kälte an.
Foto:
privat

Kommentar
Pottgraben ist dran

Die Reparatur der Fenster in den Berufsbildenden Schulen am Pottgraben ist dringend nötig, aber nicht das Einzige, was dort passieren muss. Eigentlich halten sich Ausschussmitglieder dezent zurück, wenn es um Belange geht, mit denen sie beruflich oder privat verbunden sind. Im Falle der Berufsschullehrerin Ursula Meyer war es aber ein Akt der Notwehr, als sie den Blick auf die BBS Pottgraben richtete. Schließlich gab es keine Abstimmung, bei der sie sich enthalten musste. Aber sie hat ihr erstes Ziel erreicht: Die Fenster dürften in absehbarer Zeit repariert werden.

Allerdings darf dann der Schulkomplex mitten in der Stadt nicht wieder von der Tagesordnung verschwinden. Auch hier gibt es erheblichen Sanierungsbedarf am und im Gebäude. Das betrifft den Altbau aus den 50er-Jahren ebenso wie den sogenannten Neubau, der schon 35 Jahre auf dem Buckel hat.

Manche Schüler mutet die Schule im Vergleich zu ihren Ausbildungsbetrieben wie eine Baracke an. Und ein wenig ist sie das auch, nicht zuletzt wegen der defekten Fenster: Lernen ist dort speziell in den Wintermonaten gesundheitsgefährdend.
Autor:
Ulrike Schmidt


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