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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Leserbriefe
Zwischenüberschrift:
Entlastungsstraße betrifft mehr Bürger als gedacht
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel " Knappe Mehrheit gegen Entlastungsstraße Diskussion um geplante Westumgehung interessiert fast nur die Betroffenen" (Ausgabe vom 12. September).

"' Knappe Mehrheit gegen Entlastungsstraße' lassen Sie mich die Überschrift anders formulieren: 72 Prozent der Osnabrückerinnen und Osnabrückern ist die Straße egal. Als nicht direkt Betroffener würde ich mich auch fragen: Warum sollten wir circa zehn Millionen Euro in die Hand nehmen, um eine Straße zu bauen, die mich nichts angeht? Also lieber nein zur Entlastungsstraße West, das Geld wird doch woanders gebraucht.

Schaut man etwas genauer hin, ist die Sache schon komplizierter. Was viele nicht wissen, ist, dass das nördliche Teilstück, welches circa ein Drittel der Gesamtkosten verschlingen wird, definitiv gebaut werden soll. Bürgerbefragung hin oder her, der Wissenschaftspark mache dies als infrastrukturelle Minimalbedingung zur Erschließung, so die politische Begründung erforderlich.

Auch hier gibt es einen Einschnitt in die Natur, auch hier gibt es in der Nähe der Straße eine bestehende Wohnbebauung. Aber: Außer dem Zulieferverkehr zum Wissenschaftspark hat von dieser Straße kein Mensch etwas. Weder wird weniger Verkehr durch die belasteten Wohngebiete fließen, noch reduziert sich die Verkehrsbelastung im Innenstadtbereich. Aus der verkehrsplanerisch sinnvollen Idee, mit der Entlastungsstraße West den äußeren Ring zu schließen, Verkehr aus der Innenstadt herauszuziehen, Wohngebiete zu entlasten und obendrein eine gute Anbindung für den Wissenschaftspark zu gewährleisten, würde leider das genaue Gegenteil: mehr Verkehr für die Innenstadt und die Wohnviertel im Westen.

Noch etwas wird bei der ganzen Diskussion gerne vergessen: Finanzhilfen des Landes Niedersachsen können nur für verkehrswichtige innerörtliche Straßen, nicht aber für Anlieger- und Erschließungsstraßen gewährt werden. Wir reden hier von bis zu 70 Prozent der Kosten aus Mitteln, die sowieso in Niedersachsen für den Infrastruktursektor vorgesehen sind. Im besten Fall bedeutet dies: Die ganze Straße wäre für Osnabrück günstiger als nur das Teilstück zur Erschließung des Wissenschaftsparks. Natürlich wären dann auch Lkw auf der Trasse zugelassen. Hier muss letztendlich jede Osnabrückerin und jeder Osnabrücker entscheiden, ob die beschworene Gefahr, dass die Entlastungsstraße West von Mautflüchtlingen genutzt werden wird, größer ist als die Aussicht, endlich Lkw aus der Innenstadt herauszuhalten, da mit einem funktionierenden äußeren Ring eine echte Ausweichalternative besteht."

Daniel Bugiel

Osnabrück

Mut zur Entscheidung

"[...] Die Umfrage der Neuen OZ zur Bürgerbefragung Westumgehung beweist, dass nur ein örtlich begrenztes Interesse der Befragten zur Westumgehung besteht. Eine Bürgerbefragung′ ist zwar demokratisch legitimiert, aber die Politik sollte den Mut haben, in komplexen Fragen aufgrund des erteilten Mandates zu entscheiden.

Die aus zahlreichen Gründen sinnvolle Tunnellösung (Bürgerakzeptanz, Natur- und Lärmschutz, Baulandgewinnung) ist derzeit in Osnabrück nicht finanzierbar, obwohl in anderen Kommunen solche Lösungen realisiert werden. Die geplante zweispurige Straße in geländegleicher Höhe wird aus zahlreichen Gründen (zum Beispiel Bürgerwiderstand, hohe Kosten für Lärmschutz, Zerschneidung Grünzug Westerberg–Heger Holz, Grunderwerb, Auflösung Kleingärten und so weiter) umstritten bleiben und sollte daher vor oder nach der Bürgerbefragung nicht weiterverfolgt werden.

Die Notwendigkeit einer direkten Zufahrt zum Technologiepark Winkelhausenkaserne′ auf der alten Trasse Westumgehung, beginnend bei der Natruper Straße in Fortsetzung der Straße Breite Güntke neben Kindergarten und Kirche, ist zu hinterfragen. Die Zufahrt Natruper Straße–Barbarastraße–Sedanstraße reichte in der Vergangenheit als Kasernenzufahrt aus.

Die Alternativtrasse ' Flughafenstraße' sollte in Fragen der Verkehrsströme, des Eingreifens in die Landwirtschaft, der Gesamtkosten (Planung, Grunderwerb, Baukosten einschließlich Lärmschutz), der Zuschussfähigkeit als Autobahnumleitung (Bund) geprüft werden. Bei Aufgabe der derzeitigen Trasse Westumgehung′ Natruper Straße–Sedanstraße–Finkenhügel–Rheiner Landstraße ist die Gewinnung von wertvollem Bauland für Wohnbebauung zu prüfen."

Helmut Echterhoff

Osnabrück
Autor:
Daniel Bugiel, Helmut Echterhoff


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