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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Wer wird auf diesem Stuhl Platz nehmen?
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Oberbürgermeister-Kandidaten rufen die Wähler zur Stimmabgabe auf
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Monatelang haben sie gestritten, argumentiert, gekämpft. Jetzt, kurz vor dem Tag der Entscheidung, sind sich die sechs Oberbürgermeister-Kandidaten einig: Sie rufen die Bürger auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

" Warum ist es Ihrer Meinung nach wichtig, zur Oberbürgermeisterwahl zu gehen?", war die Frage, auf die die sechs Oberbürgermeisterkandidaten kurz vor der Wahl wie folgt geantwortet haben.

Thomas Klein (Grüne):

" Weil der Oberbürgermeister der Repräsentant der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Osnabrück ist, der sich in ihrem Interesse für das Wohl der Stadt einzusetzen hat."

Kalla Wefel (parteilos):

" Weil man dann automatisch auch an der Bundestagswahl teilnehmen kann. Dieses Mal lohnt es sich ja, weil man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt. Das ist sehr praktisch. Ich denke, dass wir dadurch eine viel höhere Wahlbeteiligung haben werden als bei anderen OB-Wahlen."

Christian Steiffen (parteilos):

" Weil man mich sonst nicht wählen kann es sei denn, man hat per Briefwahl gestimmt. Aber mal im Ernst: Es ist doch toll, dass wir in einer Demokratie leben, und das sollte man auch nutzen. In vielen anderen Ländern kämpfen die Leute mit ihrem Leben für ihr Wahlrecht."

Birgit Bornemann (SPD):

" Weil es die Stadt Osnabrück verdient hat, dass sich jemand mit Engagement und ganzer Kraft für sie einsetzt, sodass es nicht zu einem Stillstand kommt und Osnabrück weiterhin so attraktiv bleibt, wie es ist."

Wolfgang Griesert (CDU):

" Bei der Oberbürgermeisterwahl entscheiden die Osnabrückerinnen und Osnabrücker darüber, wer in den nächsten acht Jahren die Zukunft der Stadt maßgeblich mitgestaltet. Mit der Abgabe ihrer Stimme entscheiden sie direkt, wer Oberbürgermeister aller Osnabrücker wird. In erster Linie kommt es bei der Wahl auf Kompetenz, Erfahrung und persönliche Eignung an, um Osnabrück vo ranzubringen."

Robert Seidler (FDP):

" Damit der zu wählende Oberbürgermeister eine hohe demokratische Legitimation erfährt. Zustände wie beim letzten Mal, als nur 39 Prozent an der Stichwahl teilgenommen haben, stellen infrage, ob eine demokratische Legitimation bei einer derart geringen Wahlbeteiligung noch gegeben ist. Ich gehe davon aus, dass es am Sonntag zwar eine hohe Beteiligung geben wird, es ist aber wichtig, dass bei einer Stichwahl im Oktober noch einmal alle zur Wahl gehen."

Zur Sache:

Genau 127 675 Bürger dürfen morgen ihr Kreuz neben den Namen eines Kandidaten setzen. Im Unterschied zur Bundestagswahl zählen zu den Wahlberechtigten auch die 16- und 17-jährigen Osnabrücker. Knapp 2700 Erstwähler dürfen in die Wahlkabinen. Auch etwa 4500 EU-Bürger, die in der Stadt wohnen, können abstimmen. Bei der gleichzeitigen Bundestagswahl sind sie hingegen nicht stimmberechtigt.

Die 116 Wahllokale in der Stadt verteilen sich auf 62 Standorte. Sie können auf einem interaktiven Online-Stadtplan gefunden werden, der über die Webseite der Stadt Osnabrück erreichbar ist (www.osnabrueck.de).

Jedes dieser Wahllokale öffnet am Sonntag um 8 Uhr und schließt um Punkt 18 Uhr wieder. Dann muss jeder Stimmzettel samt Kreuz in einer der Wahlurnen liegen, damit er von den etwa 1200 Wahlhelfern ausgezählt werden kann.

Mit ersten Ergebnissen wird ab 19.30 Uhr gerechnet. Die Bürger können sich online auf www.noz.de live auf dem neuesten Stand der Auszählungen halten.
Bildtext:
Sechs Anwärter, doch nur einer oder eine kann Stuhl und Kette übernehmen.
Grafik:
Boettcher

Kommentar
Wählen gehen

Ich wähle nicht, die Politiker versprechen vor der Wahl alles und halten nachher nichts. Die sind doch alle gleich." Mit solchen Begründungen erklären manche, warum sie nicht wählen. Nicht nur aus diesen Gründen ist ein Verzicht aufs Wahlrecht falsch. Wer sich den Osnabrücker OB-Wahlkampf anschaut, kann wirklich nicht behaupten, dass alle Kandidaten gleich sind. Schon die Bewerber der Parteien haben ganz unterschiedliche Wahlkämpfe geführt, nicht nur eigene Themenschwerpunkte gesetzt, sondern auch verschiedene Wahlkampfstrategien verfolgt. Dazu kamen die beiden parteilosen Bewerber. Die haben ihre Bühnenerfahrung eingebracht und damit nicht nur Reklame in eigener Sache gemacht was ihnen manche vorwerfen. Steiffen und Wefel haben mit ihren Darbietungen Menschen erreicht, die sich sonst für Kommunalpolitik überhaupt nicht inte ressiert hätten. Das ist ihr Verdienst und deshalb durchaus ein paar Anerkennungsprozente wert. Und wer anderer Meinung ist, sollte sich am Sonntag wenigstens deshalb ins Wahllokal aufmachen, um seine Stimme einem der anderen vier Kandidaten zu geben.
Autor:
Sven Mechelhoff


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