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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Teurer wohnen in Hellern
 
Westerberg bleibt vorn, Hellern holt auf
Zwischenüberschrift:
Immobilienatlas: Bestandswohnungen in Osnabrücks Top-Lage dreimal so teuer wie im Schinkel
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Der Westerberg festigt seine Position als Osnabrücks teuerster Stadtteil (1890 Euro pro Quadratmeter). Hellern (1650 Euro) schob sich aber an der Weststadt vorbei auf Rang 2 der teuersten Eigentumswohnungen. Das zeigt der Immobilienatlas unserer Redaktion für die im vergangenen Jahr verkauften Bestandswohnungen.

Osnabrück. Der Westerberg festigt seine Position als Osnabrücks teuerster Stadtteil (1890 Euro pro Quadratmeter). Hellern (1650 Euro) schob sich an der Weststadt vorbei auf Rang 2 der teuersten Eigentumswohnungen. Das zeigt der Immobilienatlas dieser Zeitung für die im vergangenen Jahr verkauften Bestandswohnungen. Weststadt (1530 Euro), Wüste und Sutthausen (jeweils 1470 Euro) folgen auf den Plätzen 3, 4 und 5.

Das geht aus den Daten des Osnabrücker Gutachterausschusses für Grundstückswerte (GAG) für Eigentumswohnungen hervor. Am Westerberg und in der Weststadt lagen die Preise zwei Prozent über dem bereits hohen Niveau des Vorjahres. Der Leiter des Osnabrücker Maklerbüros von Dahler & Company, Sören Röttger, erklärt diese Beliebtheit: " Viele der Interessenten suchen genau diese Zonen der Ruhe in der Stadt, weil sie älter werden und später nicht mehr so mobil sind."

Die Lotter Straße biete hervorragende Möglichkeiten zur Deckung des täglichen Bedarfs sowie ein gutes gastronomisches Angebot, das sich im Herbst durch die Neuansiedlung des Restaurants Calmeyer in den Räumen des ehemaligen Nils noch verbessern werde.

Der Leiter des Osnabrücker Maklerbüro von Engel und Völkers, Marc-André Lasarz, ergänzt: " Der Westerberg ist und bleibt die Rosine in Osnabrück." Allerdings müsse auch in diesem Stadtteil zwischen den einzelnen Straßen und Lagen unterschieden werden. Auch er zählt die Nähe zur Innenstadt, die Lotter Straße mit ihrer Infrastruktur, die Naherholung durch den Botanischen Garten und das Heger Holz auf, die diesen Stadtteil " so attraktiv wie keinen anderen machen".

Der auf hochwertige Immobilien am Westerberg und in der Weststadt spezialisierte Makler Michael Klein vermakelt gerade mit 920 Euro pro Quadratmeter das teuerste Baugrundstück Osnabrücks. Für die 1078 Quadratmeter große Parzelle wird ein Kaufpreis von 990 000 Euro aufgerufen. Es liegt auf dem Gelände der ehemaligen Karmannvilla und ist dort das letzte zum Verkauf stehende Grundstück. Vor einem Jahr hat ein Investor die neun Parzellen im teuersten Baugebiet Osnabrücks noch für rund 800 Euro pro Quadratmeter verkauft. Jetzt kommt auch das letzte Baugrundstück auf den Markt mit einem um 15 Prozent höheren Preis gegenüber den anderen Grundstücken am Ursula-Karmann-Weg.

" Die absoluten Top-Lagen sehe ich weiterhin unterbewertet", erklärt Klein diese Entwicklung. Solche Immobilien direkt am Botanischen Garten seien aber auch eine absolute Rarität. Neue Immobilien in der Lage könnten durchaus auch noch Preise von mehr als 4500 Euro pro Quadratmeter erzielen. Anders verhalte es sich mit den Baugebieten im ehemaligen Busdepot oder in der Mitte West. " Dort ist das Limit mit bis zu 4500 Euro in der Spitze sicherlich erreicht", erläutert Klein. In dieser Lage seien in kürzester Zeit sehr viele hochpreisige Immobilien auf den Markt gekommen. " Dieses Segment in dieser Lage ist erschöpfend bedient", betont Klein.

Der Trend gehe eher wieder in Richtung Altbauten und kleine, feine Wohnanlagen mit Charme. Außerdem sieht er die Häuser im Verhältnis zu den Eigentumswohnungen für unterbewertet. Unternehmer haben dieses Geschäftsmodell inzwischen erkannt. So könnten auch Häuser in Hellern saniert, in Eigentumswohnungen aufgeteilt und danach mit einem ordentlichen Gewinn wieder verkauft worden sein. Nur so lässt sich der Preisanstieg um 83 Prozent in Hellern erklären. Insgesamt ist Hellern eher von Einfamilienhäusern und Reihenhäusern als von Eigentumswohnungen geprägt. Es wurden dort mit nur zehn Eigentumswohnungen im Verhältnis zu anderen Stadtteilen auch relativ wenige Objekte verkauft. " Hier kommt es dann schnell zu etwas größeren Ausschlägen", sind sich die Makler Röttger und Lasarz einig.

Lasarz sieht neben der geringeren Fallzahl und dem jüngeren durchschnittlichen Baujahr der Objekte in Hellern (1990) gegenüber Weststadt (1957) und Westerberg (1975) aber auch andere Gründe für die starke Entwicklung: " Dass nun auch der Wandel in dem beliebten Stadtteil Hellern ankommt, ist kein Wunder, da auch hier die Preise dem Niveau der westlichen Stadtteile angepasst werden." Da die Objekte am Westerberg, in der Weststadt und in der Wüste begrenzt seien, versuchten Investoren nun in neuen Stadtteilen ihre Renditen zu erzielen. " Und die Attraktivität von Hellern hat sich nicht verändert, sie ist nach wie vor sehr positiv", sagt Lasarz.

Am meisten Neuverkäufe (15) verzeichnet jedoch die Weststadt. Auch der Preis für die neuen Wohnungen war in der Weststadt mit einem durchschnittlichen Wohnflächenpreis von 3326 Euro pro Quadratmeter am höchsten. Die Preise für neue Eigentumswohnungen waren mit 2580 Euro pro Quadratmeter aber selbst im vergleichsweise günstigen Schinkel relativ hoch. Der Schinkel war im vergangenen Jahr bei den verkauften Bestandswohnungen mit 660 Euro pro Quadratmeter der günstigste Stadtteil Osnabrücks.

Der Leiter der Sparkassen-Immobilienvermittlung, Markus Pörtner, erklärt, dass der Preis für neue Wohnungen im Schnitt um sechs Prozent auf mehr als 2600 Euro pro Quadratmeter anstieg. Er prognostizierte einen " Trend, der sich bei weiterhin niedrigem Zinsniveau und anhaltender Liquiditätslage am Markt zusammen mit künftig noch höheren Energiestandards auch in diesem Jahr fortsetzen wird".

Eine interaktive Karte mit mehr Informationen finden Sie unter www.noz.de/ immo-os

Kommentar
Nummer 1

Während auf den Plätzen zwei und drei der teuersten Stadtteile von Jahr zu Jahr Bewegung ist, ist auf eins Verlass: Der Westerberg bleibt die Nummer 1. Das fördert der Immobilien atlas zutage. Während Bestandswohnungen dort 2012 im Schnitt 1669 Euro kosteten, steigerte sich dieser Wert 2013 auf 1850 und im vergangenen Jahr auf 1890 Euro. Das lockt bei niedrigen Zinsen viele Investoren an, weil diese Lage konstante Renditen verspricht. Das Problem ist, dass dort nur wenige Immobilien verkauft oder gar neu gebaut werden. Daher weichen Anleger zunehmend auf andere Stadtteile wie Weststadt, Wüste oder sogar Hellern aus. Die starke Preissteigerung in Hellern ist aber wohl nur ein Ausreißer. Gründe dafür sind der bessere Zustand und das jüngere Baujahr der im Vergleich zum Vorjahr verkauften Wohnungen.
Autor:
Jean-Charles Fays


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