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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Die Marienschule in Schinkel-Ost stand östlich der Rosenkranzkirche
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Schullandschaft entlang der Windthorststraße im Osnabrücker Stadtteil Schinkel-Ost ist in den letzten Jahrzehnten häufig in Bewegung gewesen. 1966 entstand östlich der Rosenkranzkirche ein Neubau für zwei Volksschulen: für die Marienschule und die Diesterwegschule. Später wurde hier die Orientierungsstufe untergebracht, Marien- und Diesterwegschule wurden zu Grundschulen reduziert und in den Neubau westlich der Kirche verpflanzt. Dieser Neubau wurde im März 1998 Opfer eines Brandanschlags.

Die Marienschule ging daraufhin auf Wanderschaft. Im April 1998 fand sie eine provisorische Bleibe in einem Bürogebäude im Fledder. Nachhaltiger als durch das Feuer wurde sie bald darauf durch eine weitere Schulreform in ihrer Existenz bedroht: Die Stadt hatte die Zusammenlegung von drei katholischen Bekenntnisschulen beschlossen. Die Marienschule ging 1999 in der Johannisschule an der Süster straße auf und büßte schließlich ihre Eigenständigkeit und ihren Namen ein.

Der Name Marienschule hat in Schinkel eine lange Tradition. Die Anfänge des Schulwesens in der überwiegend katholischen Bauerschaft Schinkel gehen ins 17. Jahrhundert zurück. Aus den Kirchenbüchern weiß man von einem Lehrer Otto Heinrich Springfeld, der bis 1716 unterrichtete aber wo genau, ist nicht sicher, nach einer Quelle war es " im Lührmannschen Backhause". Nach 1800 werden die Beschreibungen etwas deutlicher. Johann Heinrich Goldkamp nach seiner Familie ist die Goldkampstraße benannt verkaufte Anfang des 19. Jahrhunderts das Grundstück nordöstlich der späteren Rosenkranzkirche an die Gemeinde Schinkel, die dort ein Schulhaus errichtete.

Diese erste Marienschule glich eher einem Bauernkotten. Der langjährige spätere Rektor Philipp Kohstall beschrieb sie so: " In der Mitte der Schulstube stand ein runder Tisch, um den sich die Kinder setzten, wenn sie schreiben wollten. Das Lesen mussten alle Kinder lernen, das Schreiben war jedem freigestellt." Die Zahl der Schüler wuchs mit der zunehmenden Besiedlung, ein weiteres Schulzimmer wurde angebaut. Im Jahr 1865 waren 142 Schüler unterzubringen. Die Anstellung eines " Schulgehülfen" neben dem Lehrer Johann Hermann Goldkamp wurde unumgänglich. Außerdem fehlte eine zeitgemäße Lehrerwohnung. 1872 entstand ein neues Schulhaus. Die Maurerarbeiten dafür hatte Maurermeister Möller aus Haste erledigt, die Zimmerarbeiten Detmer aus Rulle.

1884 war die Schülerzahl auf 300 angestiegen, der Ruf nach einer dritten Lehrerstelle und einem dritten Klassenraum wurde lauter. Der wurde 1892 fertig. Aber auch mit dieser Ausstattung konnte dem rasanten Bevölkerungswachstum der Gründerjahre nicht begegnet werden. 1900 wurde ein prächtiger, achtklassiger Neubau mit einer Wohnung für einen verheirateten Lehrer und zwei Kleinwohnungen für (die in dieser Zeit stets ledigen) Lehrerinnen bewilligt, der 1901 mit dem Namen Marienschule eingeweiht wurde. Diese Marienschule ist auf der historischen Ansichtskarte zu sehen. Im Schuljahr 1901/ 1902 startete der Unterricht mit 429 Kindern in sechs aufsteigenden Klassen, die von drei Lehrern und drei Lehrerinnen unterrichtet wurden. 1907 wurde auf 13 Klassenräume und einen Zeichensaal erweitert und der Keller zu einer " Schulwärterwohnung" umgebaut.

Die alte Marienschule hatte nur 44 Jahre Bestand. Am 16. Februar 1945 wurde sie genauso wie die Rosenkranzkirche nebenan von Sprengbomben in ein Trümmerfeld verwandelt. Der an ihrer Stelle entstandene Neubau beherbergt heute die Eingangsstufe der Kooperativen Gesamtschule Schinkel.
Bildtexte:
Die alte Marienschule (1901–1945) an der Windthorststraße/ Ecke Goldkampstraße auf einer kolorierten Ansichtskarte des Schinkeler Verlages Johann Hufnagel. Foto: H. Veith (vermutlich um 1922), Sammlung Helmut Riecken
Der Neubau von 1966 an gleicher Stelle beherbergt heute einen Teil der Gesamtschule Schinkel.
Foto:
Joachim Dierks


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