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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Mäßiges Interesse an OB-Wahl
 
Glückliche Osnabrücker sind oft wahlmüde
Zwischenüberschrift:
Wer wird neuer OB? Zeitgleiche Bundestagswahl lässt auf höhere Wahlbeteiligung hoffen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Kaum mehr als jeder zweite Osnabrücker hat ein ausgeprägtes Interesse an der bevorstehenden Wahl des Oberbürgermeisters. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die Ende August im Auftrag unserer Zeitung erstellt worden ist. Vor allem junge Menschen zwischen 16 und 35 Jahren halten das Thema für belanglos, wie die jetzt vorliegende Auswertung zeigt. Gleichwohl rechnen die Meinungsforscher mit einer überdurchschnittlich hohen Wahlbeteiligung am 22. September. Grund dafür ist die gleichzeitig stattfindende Bundestagswahl.
Wie die Umfrage der NOZ ebenfalls zeigt, fühlen sich fast alle der 1002 Befragten in Osnabrück wohl. Auch mit dem Friedensimage, an dem die Stadt seit über 20 Jahren feilt, können sich die meisten der hier lebenden Menschen identifizieren.

Osnabrück. Das Ergebnis ist zunächst ein echter Liebesbeweis für Osnabrück: 96, 6 Prozent der Männer und Frauen, die am 22. September neben dem Bundestag auch den neuen Oberbürgermeister wählen können, fühlen sich in dieser Stadt pudelwohl.

Denn 60, 7 Prozent leben hier " sehr gern", weitere 36, 0 Prozent " gerne". Befragt wurden in einer repräsentativen Umfrage durch das Wallenhorster Meinungsforschungsinstitut " Produkt + Markt" 1002 wahlberechtigte Deutsche bzw. EU-Bürger über 16 Jahre, die nach dem niedersächsischen Wahlrecht den Osnabrücker Oberbürgermeister wählen dürfen. Bei der zeitgleich stattfindenden Bundestagswahl liegt die Altersgrenze übrigens bei 18 Jahren.

Ja zur Friedensstadt

Das " Wohlfühl"- Ergebnis toppt damit noch die Online-Umfrage " Perspektive Deutschland", deren Resultate im April 2003 vorgestellt wurden. 87 Prozent der Osnabrücker fanden damals, dass es sich in ihrer Region gut oder sehr gut leben lässt. Der später kreierte Werbespruch " Ich komm zum Glück aus Osnabrück" hat also weiter Gültigkeit.

Interessant für jeden Marketingstrategen: Der Zusatz " Friedensstadt" stößt auf große Akzeptanz. Fast 86 Prozent sind mit diesem Begriff einverstanden, finden ihn treffend und glauben auch, dass sich diese Bezeichnung inzwischen in Osnabrück durchgesetzt hat.

Dabei sind sich Männer wie Frauen, Jüngere wie Ältere ziemlich einig. Deutschland und die Welt aber können mit dem Zusatz " Friedensstadt" deutlich weniger anfangen, sind sich 36 Prozent der Befragten sicher.

Der " Friedensstadt" liegt in Osnabrück eine Rahmenkonzeption zur Förderung der Friedenskultur von 1992 zugrunde. Hier wurde
der Grundstein für die Friedensgespräche, den Erich Maria Remarque-Friedenspreis und den Osnabrücker Friedenstag (25. Oktober) gelegt. Es wurden in der Folge Gremien wie das Friedensforum und das Friedenskomitee geschaffen, die heute aber nicht mehr arbeiten. Das entsprechende Logo wird nach Angaben der Stadtverwaltung seit dem Friedensjubiläum 1998 offiziell verwendet.

Sich in Osnabrück wohlfühlen bedeutet aber keineswegs automatisch auch ein Interesse an der (Lokal-) Politik, die letztlich die Rahmenbedingungen für den hohen Wohlfühlfaktor schafft. Nur 57, 5 Prozent und damit etwas mehr als die Hälfte haben ein " eher großes" beziehungsweise " sehr großes" Interesse an der Oberbürgermeisterwahl.

Mäßiges Interesse

Die Negativrekorde mit 19, 9 Prozent (" sehr geringes Interesse") und 38, 9 Prozent (" eher geringes Interesse") lieferte die jüngste Altersgruppe. Mit anderen Worten: Für 58, 8 Prozent der 16- bis 35-Jährigen ist die OB-Wahl eher belanglos.

Positiv fällt der Befund der Meinungsforscher zur Wahlbeteiligung aus. Von der stets vergleichsweise hohen Wahlbeteiligung an einer Bundestagswahl wird auch die Osnabrücker Oberbürgermeisterwahl 2013 profitieren, so die Prognose.
Bildtext:
Friedensstadt: Mit dem Begriff können viele Osnabrücker etwas anfangen. Auch das hat die Umfrage gezeigt.
Fotos:
J. Martens

Das Kreuz mit der Wahlbeteiligung

Im Juni 1997 wurde Hans-Jürgen Fip (SPD) mit 51, 1 % im ersten Wahldurchgang für neun Jahre zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt Osnabrück gewählt. Er setzte sich gegen Rainer Tenfelde (CDU/ 37, 5 %), Dorothea Steiner (Grüne/ 6, 9 %) und Christa Rössler (FDP/ 3, 3 %) durch. Die Wahlbeteiligung lag mit 45, 1 Prozent fast 14 Prozent unter der der Kommunalwahl im September 1996.

Fips Nachfolger Boris Pistorius (SPD) benötigte im September 2006 eine Stichwahl. Denn im ersten Wahlgang erreichte keiner der sechs Kandidaten (Wolfgang Griesert/ CDU/ 43, 9 %; Boris Pistorius/ SPD/ 31, 3 %; Reinhard Sliwka/ unabhängig/ 15, 9 %; Michael Hagedorn/ Grüne/ 6, 0 %; Ansgar Hengelbrock/ UWG/ 1, 6 % ; Gisela Brandes-Steggewentz/ Linke/ 1, 4 %) die absolute Mehrheit der Stimmen. Mit 47, 2 Prozent kratzte die Wahlbeteiligung zeitgleich fand neben der Osnabrücker Oberbürgermeisterwahl die Kommunalwahl statt an der 50-Prozent-Marke.

Am 24. September 2006 triumphierte in der Stichwahl Boris Pistorius über Wolfgang Griesert. Der neue OB sammelte 26 801 Stimmen (55, 5 Prozent). Auf seinen Konkurrenten entfielen 21 410 Stimmen. Wahlberechtigt gewesen wären 123 510 Osnabrücker. Mit 39, 25 % sackte die Wahlbeteiligung auf ein historisches Tief.
Autor:
Berthold Hamelmann


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