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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Unermüdlicher Einsatz für Eversburgs Interessen
Zwischenüberschrift:
Adolf-Köhne-Straße erinnert an den Wiederbegründer des Bürgervereins
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Das Jahr 1950 ist in die Chronik des Stadtteils Eversburg eingegangen als das " Jahr der Wiederherstellung der Vereinigung zur Wahrung berechtigter Interessen in Osnabrück-Eversburg". Wiederhersteller des Bürgervereins so der nicht mehr ganz so sperrige Name des Vereins ab 1965 war der Landwirt Adolf Köhne (1894–1969). 17 Jahre lang hatte der Verein während der NS-Herrschaft und in der unmittelbaren Nachkriegszeit nur auf dem Papier existiert, aber keinerlei Aktivitäten entfaltet.
Das sollte nun, im Jahr 1950, anders werden. Die allergrößten Existenznöte waren überwunden, und die kommunale Selbstverwaltung spielte sich langsam wieder ein, wenn auch weiterhin unter Aufsicht der Briten. Adolf Köhne scharte einige gleich gesinnte Mitbürger um sich und sorgte dafür, dass die Stimme der Eversburger im Rathaus gehört wurde. Ein Hauptanliegen jener Tage war der Anschluss an die städtische Kanalisation. Das Klärwerk konnten die Eversburger zwar riechen, es lag ja schließlich " An der Papenhütte" und damit sozusagen vor der Tür, aber davon hatten sie noch keine eigenen Hausanschlüsse. Ohne Kanäle war an die Ausweisung neuer Baugebiete kaum zu denken. Das Abgehängt sein von dieser schon damals eigentlich selbstverständlichen Infrastruktur drohte zu einer Entwicklungsbremse für den Stadtteil zu werden.
Weitere wichtige Anliegen waren der Erhalt der Petrus allee mit der Petrussäule, die Verbesserung der Straßenbeläge, die Sicherung der Bahnübergänge und ein Eindämmen des Gestanks aus der Kläranlage. Zeitgenossen beschreiben Köhne als einen einfachen, geradlinigen Mann, der die Eversburger Interessen mit Geschick und Begeisterung vortragen und durchsetzen konnte. Er pflanzte den Ratsmitgliedern in die Köpfe, dass die Eversburger nicht mehr wie die Stiefkinder der Stadt behandelt werden wollten.
Das Gefühl der Vernachlässigung war 1950 genauso stark vorhanden wie 1906, als der Vorläufer des Bürgervereins, die " Vereinigung zur Wahrnehmung der berechtigten Interessen des 7. Polizeibezirks Osnabrück-Eversburg", aus ähnlichen Gründen aus der Taufe gehoben wurde. Der Name war Anklage und Programm zugleich. Eversburg lag weit außerhalb des Stadtzentrums. Der Magistrat hatte vermeintlich Wichtigeres zu tun, als sich um die Straßenbeschaffenheit in der ehemals städtischen Arbeiterkolonie Eversheide zu kümmern, die 1889 wie das gesamte Bergwerk in den Besitz des Georgsmarienhüttenvereins übergegangen war. Sollten die doch dafür sorgen, war eine oft gehörte Meinung.
Es ging aber nicht nur um den Zustand der Straßen. Weitere Juckepunkte waren die Ausdehnung des Straßenbahnnetzes nach Eversburg, die Straßenbeleuchtung, eine Unterführung zum Eversburger Bahnhof für Fußgänger, eine zeitgerechte Postzustellung, der Anschluss an Müllabfuhr, Elektrizitätsnetz und siehe da die Abwasserkanalisation. 50 Jahre lang passierte nichts in Sachen Kanäle, bis Adolf Köhne und der reanimierte Bürgerverein die Sache wieder aufs Tapet brachten. Friedhelm Groß, der heutige Vorsitzende des Bürgervereins, sieht die lange Geschichte einer vermeintlichen oder echten, jedenfalls so empfundenen Benachteiligung mit als einen Grund dafür an, dass der Bürgerverein Eversburg mit knapp 800 Mitgliedern bis heute einer der größten und aktivsten in der Stadt ist.
Adolf Köhne wurde am 17. März 1894 am Pottgraben in Osnabrück geboren. Damals dehnte sich noch das große Bruch (siehe " Bruchstraße") zwischen dem neuen Centralbahnhof und der Petersburg aus, in dem Adolfs Eltern Landwirtschaft betrieben. Er selbst lernte zwar Postschaffner, aber sein Herz hing doch an der Landwirtschaft. Und an der Bauerstochter Therese Pöppelmeyer aus Eversburg, die er 1922 heiratete. Fortan bewirtschaftete er den Hof an der Eversburger Kuhstraße 17. Als 1964 das Hafenerweiterungsprojekt mit der Hase-Umlegung anstand, musste der alte Pöppelmeyer′sche Hof umgesiedelt werden.
Ein Teil des alten Verlaufs der Kuhstraße trägt ihm zu Ehren heute den Namen Adolf-Köhne-Straße. Dem offiziellen Osnabrücker Stadtplan zufolge liegt sie nicht in Eversburg, sondern im Stadtteil Hafen.
BIldtexte:
Adolf Köhne (1894–1969)
Die Adolf-Köhne-Straße erinnert an einen verdienten Eversburger, gehört aber offiziell zum Stadtteil Hafen.
Fotos:
Archiv Ilsetraut Lindemann, Dierks
Autor:
Joachim Dierks


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