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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Amprion: Keine Erdkabel in Voxtrup
 
Erdverkabelung in Osnabrück unrealistisch
Zwischenüberschrift:
Amprion-Manager: Alternative zu Hochspannungsleitungen noch nicht reif
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Ein im wahrsten Sinne des Wortes spannendes Thema diskutierten jetzt die Mitglieder des Osnabrücker Stadtentwicklungsausschusses: In Voxtrup soll eine 380-kV-Freileitung gebaut werden. Laut Netzbetreiber Amprion sei eine Lösung unter der Erde trotz Bedenken keine Alternative.

Osnabrück. Lassen sich die neuen Hochspannungsleitungen in Osnabrück nicht einfach unter die Erde verlegen? Diese Frage warfen Politiker im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt auf. Zwei Amprion-Manager dämpften die Hoffnungen: Dafür sei die Technik noch nicht reif, und die Rechtslage schon gar nicht.

An der Teufelsheide in Voxtrup laufen die Fäden zusammen. Der Netzbetreiber Amprion will das Umspannwerk auf die Höchstspannung 380 kV aufrüsten. Dafür wird im Norden des Betriebsgeländes eine neue Anlage gebaut, und zwar " hochwasserfest", wie Amprion-Ingenieur Jörg Finke-Staubach vor dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt erklärte. Die bisherige 220-kV-Anlage soll nach der Fertigstellung demontiert werden, das 110-kV-Segment erhalten bleiben.

Die neuen Hochspannungstrassen will der Netzbetreiber leistungsfähiger ausbauen, um die technischen Erfordernisse für die Energiewende zu erfüllen. Vor allem in Voxtrup formiert sich Widerstand gegen die Pläne. Auch im Stadtentwicklungsausschuss ging es um Schutzstreifen und Mindestabstände. CDU-Ratsherr Thomas Niemann warf die Frage auf, warum Amprion in so stark verdichteten Siedlungsräumen wie Osnabrück die Stromkabel nicht generell unter die Erde lege.

Mit unterirdischen 380-kV-Leitungen gebe es kaum Erfahrungen, antwortete Oliver Cronau, bei Amprion zuständig für die überregionale Netzplanung. In Deutschland seien bislang nur wenige Kilometer Erdkabel verlegt worden, und das auch nur innerhalb einiger Pilotstrecken. Osnabrück liege nicht in einem Pilotbereich, aber das sei nicht das einzige Problem. " Wo ein Erdkabel Sinn macht, in Verdichtungsräumen, kriegen Sie es nur schwer geplant", fasste Cronau zusammen.

Auf Nachfrage räumte der Netzspezialist ein, dass eine Erdverkabelung für 110-kV-Leitungen schon jetzt Stand der Technik sei: " Da machen wir es auch schon." Aber da genüge ein Kabel, während eine 380-kV-Leitung zwölf Kabel erfordere. Cronaus Kollege Jörg Finke-Staubach schlug in dieselbe Kerbe: Eine 380-kV-Leitung sei in Osnabrück nicht genehmigungsfähig, und niemand solle glauben, das sei möglich. " Wir haben die Verantwortung für ein sicheres Netz", aber das stütze sich auf stählerne Masten. Über deren Standorte lasse die Amprion aber mit sich reden.

Die Mienen der Politiker spiegelten alles andere als Begeisterung wider. Es sei nicht einzusehen, dass heute eine 100 Jahre alte Technik installiert werde, die dann noch einmal 100 Jahre lang in Betrieb bleibe, meinte Wulf-Siegmar Mierke von der UWG. Anette Meyer zu Strohen (CDU) forderte die Amprion-Manager auf, wenigstens eine Teilverkabelung ins Auge zu fassen.

Jens Meier von den Grünen griff das Argument der Amprion-Manager auf, dass es für eine Erdverkabelung an den gesetzlichen Voraussetzungen fehle: " Es wäre hilfreich, wenn von Ihrem Unternehmen das Signal kommen würde, dass Sie die Erdverkabelung wollen!
Bildtext:
Über der Erde oder doch unter der Erde? In Osnabrück wirft der Umbau der Stromtrassen viele Fragen auf.
Foto:
Amprion
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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