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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Villa Storchrast steht zum Verkauf
Zwischenüberschrift:
Preisgekröntes Wohndenkmal mit 1,79 Millionen Euro teuerstes Haus auf dem Markt in Osnabrück
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die 121 Jahre alte Villa Storchrast im Stadtteil Sonnenhügel steht zum Verkauf. Mit einem Preis von 1, 79 Millionen Euro ist es wohl das teuerste Haus, das im Moment in Osnabrück auf dem Markt ist. Im Internet wird das preisgekrönte Wohndenkmal eifrig beworben. Doch auf Nachfragen reagieren Makler und Eigentümer zugeknöpft bis aufbrausend.

Als " Immobilie der Woche" preist das Osnabrücker Maklerbüro Dahler & Company die in Privatbesitz befindliche Kapitänsvilla von 1892 auf Twitter und Facebook an. Außerdem wird es auf der eigenen Homepage detailreich vorgestellt. Selbst aus dem stattlichen Kaufpreis machen die Anbieter kein Geheimnis: 1 790 000 Euro. Damit übersteigt Storchrast im Verkehrswert sogar die zweitteuerste Nobelvilla im Osnabrücker Sortiment von Dahler & Company um fast das Doppelte.

Intime Einblicke

Die Fotos im Internet zeigen das dreigeschossige und mit Erker und Türmchen verzierte Fachwerk- und Klinkerhaus an der Wittkopstraße nicht nur von außen. Sie gewähren auch tiefe Einblicke ins Innenleben der Villa, wo üppige Historismus-Architektur auf schlicht-modernes Mobiliar trifft.

Zu sehen sind etwa das lichte Treppenhaus mit seinen kunstvoll bemalten Wänden, die Wohnhalle mit meterhoher, reich verzierter Decke, historischem Kachelofen und weißen Wandkassetten sowie das geräumige Esszimmer mit angeschlossener Luxusküche. Ein Schnappschuss in den prächtigen, von außen uneinsehbaren Garten mit seiner Teichanlage sowie die Aussicht aus dem Turmfenster über Bäume und Dächer hinweg runden die Bildergalerie ab. " Sicherlich eines der schönsten Grundstücke in einer der schönsten Wohnstraßen der Osnabrücker Innenstadt", schwärmen die Makler im weltweiten Netz und vergessen dabei nicht zu erwähnen, dass sich im Dachgeschoss der feinen Adresse neben einem Schlafzimmer mit begehbaren Kleiderschränken auch ein Wellnessbereich mit Rund dusche, Wanne, Sauna und Loggia sowie ein Büro befinden.

Noch scheint kein Käufer gefunden, das Inserat war auch am Dienstagmittag noch online laut der von Dahler & Company beauftragten PR-Agentur ein sicheres Indiz für Aktualität. Offenbar gibt es für das Traumhaus jedoch bereits mindestens einen Interessenten: Makler Hermann Röttger verweigerte unserer Zeitung jedenfalls jede nähere Auskunft zum Objekt. Als Grund nannte er laufende Verhandlungen, " in einigen Wochen" könne er vielleicht mehr sagen. Selbst das online angebotene Exposé wollte Röttger, dessen Arbeitgeber bei erfolgreichem Verkauf mit einer Provision von 106 505 Euro (5, 95 Prozent des Kaufpreises) rechnen darf, nicht herausrücken. Auf weitere Fragen reagierte der Makler höchst ungehalten und verbat es sich, " so nachzubohren".

Zurückhaltend äußerte sich die Hausbesitzerin selbst. Warum sie die Villa verkaufe, verriet Inga Wiese nicht. Der NOZ sagte sie dazu am Telefon lediglich: " Ich will mich verkleinern." Offen ließ die Ehefrau des Unternehmers Stefan Wiese auch, ob sie mit ihrer Familie in Osnabrück wohnen bleibe. Das Interesse der Zeitung an dem geplanten Verkauf von Storchrast irritiere sie.

Im Übrigen würden andere Wohnhäuser in Osnabrück zu deutlich höheren Preisen gehandelt, ließ Inga Wiese wissen. Als Beispiel nannte sie eine der beiden Mühlen in der Bergstraße (Westerberg), die kürzlich für 3, 2 Millionen Euro den Besitzer gewechselt habe. Im Gegensatz zu Storchrast dann aber nahezu geräuschlos, möchte man hinzufügen.

Von Seefahrer gebaut

2007 hatte die Familie Wiese der Öffentlichkeit diskret die Tür geöffnet, als sie für die meisterhafte Sanierung ihres damals neuen Domizils den Preis für Denkmalpflege der Niedersächsischen Sparkassenstiftung erhielt. Das Haus in dem herrschaftlichen Viertel am Bürgerpark wurde einst von einem wohlhabenden Bremer Seefahrer errichtet, der es als Altersruhesitz für sich und seine Frau nutzte. In Anspielung auf seinen eigenen Namen Meyer-Stork nannte er die Villa " Storchrast" und schmückte die Spitze ihres Ecktürmchens mit einem Adebar aus Gusseisen. Den Storch ließen Stefan und Inga Wiese nach alten Vorlagen vom Künstler Mathias Kahlo neu anfertigen. Die Räume des Hauses mit Dienstboteneingang und Wappentafel im großen Saal unterzogen sie einer feinfühligen Frischzellenkur, ohne den historischen Grundriss anzutasten.
Bildtexte:
Die historische Villa Storchrast an der Wittkopstraße im Stadtteil Sonnenhügel steht zu Verkauf. Mit einem Angebotspreis von 1, 79 Millionen Euro ist es zurzeit das teuerste Haus auf dem Markt in Osnabrück.
Das Unternehmer-Ehepaar Inga und Stefan Wiese bekam 2007 von Bernhard Josef Hentschel (rechts) für die behutsame Sanierung ihres damals neu erworbenen Domizils den Denkmalpreis der Niedersächsischen Sparkassenstiftung überreicht.
Vielleicht noch älter als die Villa ist der Kachelofen im großen Saal, den Kapitän Meyer-Stork offensichtlich aus der Bremer Region für seine Villa kommen ließ.
Die Feuerluke des Kachelofens von 1892 in Großaufnahme.
Ein Meisterstück gelang mit der Restaurierung einer Wappentafel im großen Saal. Zwei wilde Männer halten einen Schild mit dem Osnabrücker Rad eine Darstellung, wie sie ähnlich am Giebel der Stadtwaage zu finden ist.
Mit viel Liebe zum Detail wurde die Deckenverzierung wiederhergestellt. Bei der Restaurierung kamen unter den schweren Tapeten und dem dicken Gipsputz außerdem wunderschöne Wandbemalungen aus dem Baujahr 1892 zum Vorschein.
Kunstvolle Bemalungen schmücken die fünf Meter hohen Decken auf der Südseite des herrschaftlichen Saals.
Ein gusseiserner Storch krönt das Ecktürmchen auf der Gartenseite des repräsentativen Anwesens. Den Storch haben Stefan und Inga Wiese nach alten Vorlagen vom Künstler Mathias Kahlo neu anfertigen lassen.
Archiv/ Fotos:
Jörg Martens

Villa Storchrast

Die Villa Storchrast befindet sich in der Wittkop straße im Stadtteil Sonnenhügel nahe dem Bürgerpark. Das vollständig umzäunte Grundstück ist nach Angaben des Maklerbüros Dahler & Company ungefähr 1936 Quadratmeter groß, die Wohnfläche beträgt 499 Quadrat meter. Hinzu kommt eine 60 Quadratmeter große Einliegerwohnung im Untergeschoss. Das vor acht Jahren umfassend sanierte, denkmalgeschützte Haus von 1892 verfügt über zehn Zimmer, außerdem gibt es einen Keller. Im Carport mit Geräteraum finden zwei Autos Platz. Für weitere Fahrzeuge gibt es laut Inserat " diverse Abstellmöglichkeiten" auf dem Gelände.
Autor:
Sebastian Stricker


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