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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Das Ende der Käthe-Kollwitz-Schule
Zwischenüberschrift:
Abwickeln ist kein freudvolles Unterfangen – Haupt- und Realschule Eversburg
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Letzte macht das Licht aus: Zu den Sommerferien schließt die Käthe-Kollwitz-Schule am Schölerberg, und damit geht zugleich für die Haupt- und Realschule Eversburg das letzte Kapitel zu Ende. Die Schüler haben ihre Abschlusszeugnisse schon erhalten, und die Lehrer sortieren, was aus den vergangenen Jahrzehnten aufbewahrt und was entsorgt werden muss.

Nach der Malerin und Bildhauerin Käthe-Kollwitz war 1961 ein Gymnasium benannt. 1990 trat eine Haupt- und Realschule an seine Stelle. Schon seit drei Jahren steht fest, dass der Schulstandort aufgegeben wird. Nach den Planungen der Stadt sollen die Gebäude einer Wohnsiedlung weichen.

Eine Schule abzuwickeln ist kein freudvolles Unterfangen. Diese Erfahrung hat Hendrik Tenorth schon vor einem Jahr als Leiter der Realschule Eversburg gemacht. Zusammen mit den Schülern des letzten Jahrgangs und einigen Lehrern zog er vor einem Jahr in die Käthe-Kollwitz-Schule und wurde dort als Chef eingesetzt. Da stand schon lange fest, dass deren letztes Stündchen 2015 schlagen würde.

Obwohl Tenorth und seine Kollegen das bevorstehende Ende ihrer Schule stets vor Augen hatten, mussten sie einige Strukturen erst noch aufbauen, während andere schon schrittweise heruntergefahren wurden. Aus einem Riesenberg von Schülerakten, die bis auf das Jahr 1977 zurückgingen, galt es, die Papiere herauszuziehen, die aufbewahrt werden müssen. Für Abschlusszeugnisse gilt zum Beispiel eine Frist von 50 Jahren. Andere Dokumente sollen schon nach zwei oder zehn Jahren in den Reißwolf und zwar so, dass nicht noch einmal alle Akten durchwühlt werden müssen.

Berge von Kartons mussten gesichtet und sortiert werden. Und weil es den Verdacht gab, dass Abschlusszeugnisse gelegentlich in die Schülerakten geraten waren, ordnete Tenorth an, 60 Umzugskartons mit den Daten Tausender Schüler gründlich unter die Lupe zu nehmen. Am Ende fischten die Kollegen 15 Abschlusszeugnisse heraus, die sonst in den Shredder gekommen wären.

Die Schüler des letzten Jahrgangs hätten sich gut miteinander arrangiert, sagt Schulleiter Tenorth. Dazu trug auch ein Kennenlerntag am Alfsee bei, der vor einem Jahr stattfand.

Für alle 128 Absolventen des Abschlussjahrgangs ist das Kapitel inzwischen beendet, für die rund 20 Pädagogen noch nicht. Tag für Tag räumen sie auf, was sich in Jahrzehnten angesammelt hat. Die Auflösung der Schule stürze vor allem die Kollegen in Frust und Traurigkeit, die ihr lange verbunden gewesen seien, sagt Schulleiter Tenorth. Er selbst lässt sich solche Gefühle nicht anmerken. " Ich habe das völlig nüchtern und sachlich durchgezogen", lautet sein Kommentar.

Für die Hauptschullehrerin Ines Schnitker geht es auch um eine persönliche Erfahrung. Sie machte vor 40 Jahren ihr Abi am Käthe-Kollwitz-Gymnasium, arbeitete später an der Hauptschule Eversburg und gehört jetzt zum Team, das die Käthe-Kollwitz-Schule abzuwickeln hat.

Was passiert in der Osnabrücker Schullandschaft? www.noz.de
Bildtext:
Und ab in den Container: ines Scgnitker und Hendrik Tenorth sichten Akten und sortieren heraus, was aufbewahrt werden muss. Die Käthe-Kollwitz-Schule wird es im nächsten Jahr nicht mehr geben.
Foto:
Hermann Pentermann
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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