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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Bergwertungen" und tolle Ausblicke
Zwischenüberschrift:
"Radfahr-Blüte": Von Lengerich über Tecklenburg nach Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wer gewinnt die Bergwertung? Diese Frage stellt sich auf der 28 Kilometer langen Tour von Lengerich nach Osnabrück. Denn in der ersten Tourhälfte erwarten die Radwanderer einige Höhepunkte im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Tour ist ein weiterer Teil der " Radfahr-Blüte" von Lehrer Heinz Wüppen: mit dem Zug ins umliegende Land und dann mit dem Rad zurück. Lengerich, das sind 13 Minuten mit der Westfalenbahn, und die sind garantiert nicht so schweißtreibend wie der Weg zurück.

Verspielte Herrentruppe

Anfangs noch munter, radelt die Herrentruppe mit Heinz Wüppen, Georg Lückmann, Martin Tradt und Jürgen Meyer vom Bahnhof Richtung Lengericher Innenstadt. In der Fußgängerzone können die Herren nicht anders: Die Wasserspiele sind doch allzu verlockend. Also fröhlich im Slalom immer um die Wassersäulen herum. Noch haben sie jede Menge Kraft.

Hinter der Fußgängerzone und an der LWL-Klinik vorbei, stoppen wir am Skulpturen-Park. Wir bleiben allerdings nur am Anfang des Parks und klettern auf eine Aussichtsplattform. Kurze Diskussionen, ob wir uns die Zeit für den Park nehmen sollen. Die Entscheidung: nein. Es liegt ja auch noch einiges vor uns.

Zum Beispiel auf dem Weg nach Tecklenburg der Kleeberg. Der hat es in sich, es geht auf Asphaltwegen mächtig bergauf, die Natur können wir kaum genießen. Die Gruppe zieht sich auseinander. Diese Bergwertung geht eindeutig an Georg Lückmann. Und schon wird wieder diskutiert: Welche Farbe bekommt die " Bergziege" bei einem internationalen Radrennen? Gibt es da einheitliche Vorgaben? Luft haben die Herren ganz offensichtlich schon wieder genug.

Am Funkturm vorbei, biegen wir gut 100 Meter später links am Gatter vorbei auf einen Feldweg ab. Über einen holprigen Weg fahren wir zur Aussichtsplattform auf den Lengericher Canyon, ein Relikt der Kalk- und Zementproduktion. Ein wunderschöner Blick, der See leuchtet an diesem Sommertag in tiefem Grün. Ist es ein Baggersee, oder täte man ihm damit unrecht?

Die Diskussion geht weiter, während wir wieder bergabfahren. Vorbei an einem idyllisch gelegenen Campingplatz, auf dem holländische Autokennzeichen dominieren. Das hatten die Herren schon vorher erzählt: Für die Nachbarn aus den Niederlanden ist das Gebiet rund um Tecklenburg wie die Alpen.

Wie in den Alpen fühlen wir uns wenig später auch. Zunächst umrunden wir noch den Königsee Tecklenburg, der eigentlich König seen heißen müsste. Dann passieren wir das herrschaftliche " Haus Marck" mit einer schönen Kopfsteinpflaster-Allee. In " Haus Marck" findet gerade eine Hochzeit statt. Da wollen wir nicht stören und nehmen statt eines Schlucks aus dem Sektglas lieber die letzten 1, 1 Kilometer ins Freilufttheater-StädtchenTecklenburg unter die Räder.

Mit jedem Meter scheint es steiler zu werden. Um die 20 Prozent mögen es am Ende gewesen sein. Und je steiler es wird, desto höher wird der Anteil an Rennradfahrern. Nicht nur für die Niederländer, auch für die münsterländischen Sportfahrer ist Tecklenburg eine Bergetappe. Und für uns Hobbyradler sowieso. Wir keuchen die Straße hoch, biegen am Puppenmuseum links ab auf das Kopfsteinpflaster Richtung Markt und kapitulieren: Das ist einfach zu steil. Also schieben wir die letzten Meter bergauf, was mindestens genauso anstrengend ist wie das Fahren. Nur Jürgen Meyer schiebt nicht: Er radelt außen herum in die Innenstadt. Zwischendurch wartet er auf uns, aber wir kommen nicht. Wir sind ja schon oben schiebend, aber immerhin.

Am Haus des Gastes finden wir uns alle wieder: die Hobbyradlergruppe aus Osnabrück inklusive Jürgen Meyer, viele andere Hobbyradler, die Rennradfahrer, Touristen. Direkt am Haus des Gastes wird die Aufladestation für E-Bikes rege genutzt. Zeit für eine Besichtigung des wunderschönen Städtchens mit Freilichtbühne und historischen Gassen.

Bei einer kleinen Pause im Café träumen die Herren, nun wieder bei Puste, von einer Radtour quer durch die Republik. Für den ein oder anderen Berg fühlen sie sich gerüstet.

Bevor sie womöglich zu einer Weltumradlung aufbrechen, müssen wir aber erst mal zurück nach Osnabrück. Beim Fernsehturm genießen wir den Blick auf Ibbenbüren, auf zufriedene Kühe und eine sonnenbadende Dame. Dann geht es bergab. Jürgen Meyer bricht hier jeden Geschwindigkeitsrekord, verabschiedet sich aber noch vor dem Goldbach, an dem uns das Osnabrücker Land nach unserem Ausflug in Tecklenburger Land zurückhat. Über Hasbergen und den Eselspatt, vorbei am Jugend-Leistungszentrum des VfL Osnabrück radeln wir zurück in die Innenstadt von Osnabrück.

Und sind froh, dass sich uns heute nicht noch ein Berg in den Weg stellt.

Alle Touren der Serie und die ausführliche Routenbeschreibung auf www.noz.de/ radtouren
Bildtext:
Idylle pur: Die Strecke führt am Tecklenburger Königsee entlang.
Foto:
Claudia Ix
Autor:
Claudia Ix


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