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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Im Land der Tausend Zeichen
 
Nach einem Jahr Argentinien zurück in Deutschland
 
Sorgen um die Energie von morgen
 
Selbst Reporter werden
Zwischenüberschrift:
Klasse!-Jugendreporter geht für ein Jahr nach China – Papierkram und Visumsärger vor der Abreise
 
Klasse!-Reporterin Lara Kutsch vermisst ihre zweite Heimat schon jetzt
 
Debatte über Forschung, Strompreise und Energiemix
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die Packliste ist geschrieben, zwei Seiten lang: Auf ihr stehen mein Laptop, meine Zahnbürste, aber auch meine Chinesisch-Bücher. Vieles muss mit, wenn es für ein Jahr in ein fremdes Land geht. Fünfeinhalb Millionen Einwohner, so viele Leute leben in Dänemark oder im chinesischen Nanjing. Fast eine Kleinstadt für chinesische Verhältnisse. Für ein Jahr gehe ich dorthin: eine andere, gigantischere Kultur kennenlernen. Mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) im Ausland.

Was das heißt? So genau weiß ich das auch noch nicht. Ich werde an eine Fremdsprachenschule gehen. Dort unterrichten sie Deutsch, Englisch, Französisch und Japanisch als Fremdsprache. Meine Muttersprache darf und soll ich dann " kleinen" Chinesen beibringen, so der Plan. Und nebenher auch noch meine Leidenschaft unterrichten, das Theaterspielen.

Das ganze Abenteuer beginnt vor mehr als neun Monaten. Damals, im November 2012, klicke ich mich durch das Internet: auf der Suche nach einer tollen Sache für die Zeit nach dem Abi. Erst wollte ich nach Afrika, dort die " andere Seite der Medaille" sehen, wie ich es in einer meiner Bewerbungen für einen Freiwilligendienst schrieb. Ich wollte lernen, wie es Menschen geht, die mit weniger auskommen müssen. Bei meiner Suche nach einem geeigneten Programm stoße ich dann auf die Website www.kulturweit.de und bewerbe mich kurzum.

Kulturweit ist ein Freiwilligendienst des Auswärtigen Amtes und der deutschen UNESCO-Kommission. Jedes Jahr entsendet Kulturweit einige Hundert junge Menschen in die ganze Welt und vorwiegend an Schulen. So wie nun ja auch mich.

Ende Januar klingelt mein Laptop: Eine Mail von Kulturweit. Der erste Part ist geschafft: Ich darf zum Auswahlgespräch nach Bonn kommen. Einige Monate später sitze ich im Zug und bin nervös, aufgeregt, aber auch voller Vorfreude. Zusammen mit zwei Mitbewerbern werde ich im Jugendzentrum in Bonn ausgefragt: Was ich denn so machen will in einem fremden Land. Und warum ich überhaupt gehen will. Und: " In welches Land wollen Sie denn?" Erst bleibe ich bei meiner Afrika-Wahl. Nachdem man mir dann aber sagt, dass die deutschen und internationalen Schulen dort sehr elitär sind, sage ich dann kurzerhand: " Ich will raus aus Europa."

Wieder zu Hause wieder am Laptop: eine E-Mail. Eine nette Anrede, " wir danken Ihnen sehr für Ihr Interesse", heißt es da. Und dann ein Satz: " Zum jetzigen Zeitpunkt können wir Ihnen nicht unmittelbar eine Einsatzstelle anbieten." Ernüchterung. So ein Mist! Was jetzt? Erst einmal abwarten, sage ich mir, in der Mail steht etwas von einem Nachrückverfahren.

Und tatsächlich. Nur eine Woche später heißt es: " Wir freuen uns sehr, Ihnen für die Ausreise im Herbst 2013 einen Einsatzplatz für ein FSJ im Ausland anbieten zu können." Unglaublich. Ich kann es nicht fassen. Mit dem Laptop in der Hand renne ich durch unser Treppenhaus, erzähle meiner Mutter, meinem Vater davon. Es ist Wirklichkeit geworden: In einigen Monaten fliege ich nach China.

Viel bürokratischer Mist

Am nächsten Tag steht nur noch die Englisch-Abitur-Klausur an, für die zu lernen habe ich eh keine Lust. Insofern freue ich mich lieber und schaffe dann auch irgendwie das Abitur. In zwei Monaten geht mein Flug nach China und ich muss noch viel erledigen. Krankenversicherung beantragen, Steuernummer rausfinden, viel bürokratischen Mist erledigen. Und natürlich ein Visum beantragen.

Das ist eigentlich nicht sonderlich schwer: Ich gehe auf die Website der chinesischen Visa-Zentrale und fülle ein Formular aus. Das Einladungsschreiben von meiner Schule habe ich auch schon per Mail zugeschickt bekommen. Perfekt also; auf der Visa-Website steht, drei Monate vorher kann ich das Visum beantragen. Ich habe also alles beisammen, stecke die Unterlagen in einen großen, gelben Express-Postumschlag. Also weg damit, das müsste doch klappen.

Doch leider: Nein! Meine Mailbox zeigt eine neue Nachricht an. Da heißt es: " Bitte rufen sie uns schnellstmöglich zurück." Es klingt so, als ob der Weltuntergang kurz bevor stünde. Also rufe ich schnell zurück. Was sagt die Dame am anderen Ende? " Sie haben ihr Visum zu früh beantragt. Frühestens 50 Tage vorher." Das soll einer verstehen. Ich tu es auf jeden Fall nicht. Nun gut, warte ich halt noch einen Monat.

Dieser Monat vergeht dann damit, dass ich mich von vorn bis hinten impfen lasse. Typhus muss sein, meint mein Reise-Mediziner. Und auch Tollwut, japanische Enzephalitis. Mache ich, wenn man mir das so sagt. Dann ist es so weit: Ich darf mein Visum erneut schicken, und natürlich auch die 20 Euro für das teure Porto noch einmal bezahlen. Aber was tut man nicht alles für ein Auslandsjahr? Zum Glück klappt das, und mein Visum flattert dann zwei Wochen später bei mir in den Briefkasten für 101, 40 Euro. Spitze!

Dann geht es ans Packen: Da gehen die Meinungen auseinander. " Nimm lieber alles mit", sagte eine Freiwillige zu mir, die vor zwei Jahren in China war. Manch einer sagt aber auch: " Lieber alles vor Ort kaufen!" Ich werde wohl den Mittelweg wählen. Was in mein Freigepäck passt, das nehme ich mit. Was nicht, das bleibt halt hier. Ich werde schon irgendwie überleben.

Zum Überleben gehört natürlich auch die Sprache: Seit ungefähr drei Monaten lerne ich Mandarin, Hochchinesisch also. Und das ist gar nicht so einfach, vor allem die unendlich vielen Zeichen und die Aussprache machen mir zu schaffen. Mit letzterer ist es nämlich ein wenig willkürlich für uns Europäer. Ein Wort kann etliche Bedeutungen haben, je nachdem, wie man es ausspricht. So heißt " ma", je nach Aussprache, mal Pferd, mal Hanf, mal schimpfen oder Mama. Zum Glück hat man ja noch den Kontext, sonst wäre es eine nahezu unlösbare Aufgabe.

Wenn also Sprache, Koffer und Visum so sind, wie sie sein sollten, kann es dann fast schon losgehen. In zwei Wochen geht es aber erst noch auf ein Vorbereitungs-Seminar. Nach Berlin! Da treffe ich mich mit all den anderen Kulturweitlern, um mich auszutauschen. Mitte September geht es dann von Frankfurt aus Richtung Nanjing. Ich bin mir sicher: Das wird ein tolles Jahr! In diesem Sinne: Zàijiàn tschüss auf Chinesisch!
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Sitzt auf gepackten Koffern und paukt Mandarin: Klasse!- Jugendreporter Davvid Missal
Foto:
Elvira Parton

Bad Laer. Nach einem spannenden Jahr in Argentinien bin ich nun wieder zurück in Bad Laer. Zu Hause nach einem Jahr voller Erlebnisse. Nach einem Jahr endlich wieder in seinem eigenem Bett schlafen, zum Frühstück Nutella essen und vor allem ganz viel Zeit mit Freunden und Familie verbringen. Da gibt es natürlich viel zu erzählen.
Der Abschied nach meinem Austauschjahr in Argentinien verlief ziemlich tränenreich und traurig. Wer weiß, wann man die ganzen Leute, die man in sein Herz geschlossen hat, wiedersehen wird? Ob man überhaupt alle irgendwann einmal wiedersehen wird? Für mich war es so, als würde ich ein ganzes Leben hinter mir lassen und von einer Nacht auf die andere wieder in mein altes zurückkehren. Schließlich ließ ich an diesem Tag meine Gastfamilie, Klassenkameraden und Freunde aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen zurück.
Wieder daheim in Deutschland, war dann nach den vielen lang ersehnten Wiedersehen alles normal, alles wie vorher. Das Jahr ist so schnell umgegangen, da kam es mir vor, als sei es erst gestern gewesen, dass ich meinen Koffer gepackt und mich auf das wohl größte Abenteuer meines Lebens begeben habe. Nun fehlen mir Sachen, die ich vorher nicht einmal kannte.
Das sich täglich wiederholende Begrüßungsritual Küsschen links, Küsschen rechts, meine kleinen Gastcousins, mit denen man wohl immer eine Beschäftigung hatte, überall interessant und anders zu sein, Dulce de Leche und Asado essen, Spanisch sprechen und die ganzen dazugehörigen Gestiken, die Gelassenheit, die Musik und die Feiern. Natürlich war das Jahr nicht immer schön, und es gab mindestens genauso viele Hoch- wie auch Tiefpunkte. Doch auch diese machen einen stärker, und egal, ob ich nun ein Schuljahr in Deutschland " verloren" habe, so war es am Ende für mich doch auf jeden Fall ein gewonnenes Jahr. Nun hoffe ich, so schnell wie möglich zurückzukehren nach Argentinien meinem zweiten Zuhause.
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Zurück in der Heimat: Lara Kutsch (Zweite von rechts) vermisst ihre Freunde und ihre Gastfamilie aus Argentinien - auch wenn es schön ist, die Freunde in Deutschland wiederzusehen und im eigenen Bett zu schlafen.
Foto:
privat

Osnabrück. Bis zu welchem Maß sind Strompreiserhöhungen tragbar? Wie weit kann man Klimaschutz mit Natur- und Umweltschutz vereinbaren? Wie sollen Wind- und Solarenergie gespeichert werden? Und wie wird die deutsche Energiewende in Europa gesehen?
Diese und andere Fragen wurden bei der Kaffeehausdebatte des Jean Monnet Centre of Excellence in European Studies diskutiert. Als Experten auf dem Podium waren Dr. Stephan Barth, Geschäftsführer vom Zentrum für Windenergieforschung ForWind, Christian Schwar zenholz vom niedersächsischen Umweltministerium und Heike Winkler vom Energiekonzern Areva. Wolfgang Stenzel, wissenschaftlicher Referent am Hanse-Wissenschaftskolleg im Bereich Energieforschung, übernahm die Moderation der Debatte, bei der vor allem die Diskussion mit dem Publikum im Vordergrund steht.
" In Niedersachsen wird am meisten Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen", sagte Christian Schwarzenholz. Allerdings sei die Energiewende keine leichte Aufgabe, da man Schritt für Schritt vorgehen müsse und gleichzeitig ein Reservesystem schaffen müsse. Und auch Stephan Barth weiß: " Ein wesentlicher Baustein fehlt: die Speicherung." Denn beispielsweise gab es 2007 eine 14-tägige Flaute, bei der kein Wind wehte.
" Wieso nutzt man nicht Bioenergie als Speicher für Flauten im Winter? Die sind schließlich schon gespeichert", kam die Anregung aus dem Publikum. Das Podium war sich aber am Ende der Kaffeehausdebatte einig: Bioenergie sei zu kostenspielig, und man müsse ein gewisses Maß bei den Strompreisen einhalten.
Am Ende kam das Podium zu dem Entschluss, dass man auf alle erneuerbaren Energieformen angewiesen sei. Ein " Energiemix" sei die beste Lösung, erklärte schließlich Heike Winkler.
Bildtext:
Solar- und Windenergie sind zwei bedeutende Säulen der Energiewende, über die das Jean Monnet Centre of Excellence in European Studies diskutierte.
Foto:
dpa

Osnabrück. Auf unseren Klasse!- Seiten schreiben Schüler die Artikel. Denn Kinder und Jugendliche sind Teil des Klasse!- Projekts. Sie schreiben ihre Texte entweder im Unterricht oder sind Mitglied der Jugendredaktion. Somit gibt es für alle Schüler eine Möglichkeit, aktiv zu werden. Bei der Themenauswahl helfen Redakteure der Neuen Osnabrücker Zeitung. So gibt es Spezialthemen aus dem Bereich Energiewende sowie bunte Themen, die bearbeitet werden können.
Nachwuchsreporter werden immer gesucht! Wer also nicht nur Zeitung lesen, sondern selbst schreiben will und zwischen 15 und 20 Jahren alt ist, kann sich bei Cornelia Achenbach per E-Mail unter c.achenbach@ noz.de oder unter der Telefonnummer 05 41/ 310-636 melden.
Etwa einmal im Monat kommen die Klasse!- Reporter zu einer Jugendredaktions-Konferenz zusammen, um Themen und Rechercheansätze zu besprechen. Die Texte werden auf der Klasse!- Seite sowie im Internet unter www.noz.de/ klasse bereitgestellt.
Alle veröffentlichten Artikel nehmen automatisch an dem Artikelwettbewerb des Medienhauses Neue OZ teil. Die Gewinner werden am Ende des Jahres bekannt gegeben.
Autor:
David Missal, Lara Kutsch, Tina Rybinski, coa


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