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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Eisen statt Bombe: Keine Evakuierung
 
Entwarnung: Eisenteil statt Bombe
Zwischenüberschrift:
Evakuierung der Innenstadt abgesagt – Fehlalarm in Osnabrück eher selten
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück. Was am Hasetor in Osnabrück zunächst als Bombe vermutet wurde, entpuppte sich als ein harmloser Eisenträger eines alten Mauerfundamentes. Die für Sonntag geplante Entschärfung samt Evakuierung der Innenstadt wurde abgesagt. Auch die Bahnstrecke bleibt frei.

Osnabrück. Nachts um 1.30 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden. Was am Hasetor zunächst als Bombe vermutet wurde, entpuppte sich als ein harmloser Eisenträger eines alten Mauerfundamentes. Das Eisen sorgte für den Bombenverdacht; bei Magnetfeld-Messungen im Februar war das Metall als mögliche Bombe geortet worden. Durch den Fehlalarm konnte die für Sonntag geplante Entschärfung samt Evakuierung der Innenstadt nun abgesagt werden.

" Ich bin hocherfreut. Der Tag hat hervorragend angefangen." Sven Jürgensen, Leiter des Presse- und Informationsamtes der Stadt Osnabrück, zeigte sich am Donnerstagvormittag mit dem Ergebnis der Grabungsarbeiten im Bereich des Altstadt-Bahnhofes zufrieden. Dort wurde in der Nacht zuvor statt eines gefährlichen Sprengkörpers bloß ein Teil eines alten Mauerfundamentes, bestehend überwiegend aus Ziegelsteinen, freigelegt. Das sei jedoch nicht ganz unkompliziert gewesen, berichtet Thomas Krause vom Kampfmittelbeseitigungsdienst: " Es hat sich sehr lange hingezogen. Es gab viel Schotter im Untergrund; dadurch kamen wir nur schwer voran."

Die Hannoveraner Firma Tauber DeDeCom war von der Deutschen Bahn mit der Grabung beauftragt worden; Fachleute des Kampfmittelbeseitigungsdienstes kontrollierten die Arbeiten und machten in der Nacht ein Foto von dem Eisenträger. Im Falle einer Bombe hätten sie für die Sprengung oder Entschärfung sorgen müssen. Doch dazu kam es nicht. Nachdem der Eisenträger geborgen worden war, konnte nach einer weiteren Messung Entwarnung gegeben werden: kein Eisen mehr im Boden, also auch keine Bombengefahr.

Ein Fehlalarm ist in Osnabrück sehr selten. Seit 2000 gab es 193 Verdachtsfälle für Bombenfunde, nur 23 davon stellten sich als unbegründet heraus.

Somit entfällt auch die für Sonntag geplante Räumung der Innenstadt, 8500 Personen sowie zahlreiche Hotels, Restaurants und Kneipen wären direkt davon betroffen gewesen, die Veranstaltung " Osnabrück isst gut" hätte für die Dauer der Evakuierung unterbrochen werden müssen. Trotz der Entwarnung müssen am Sonntag vor allem die Hotels im geplanten Räumungsgebiet mit Einbußen rechnen.

Termin immer ungünstig

Das sei zwar sehr ärgerlich, könne aber leider nicht geändert werden, erklärte Sven Jürgensen. Es gebe keinen idealen Termin für eine Bombenentschärfung, es sei immer ungünstig. " Eine Räumung macht niemandem Spaß. Man muss es aber machen. Wir versuchen immer, dass es möglichst wenig Betroffene gibt. Das geht aber nicht immer", betonte er. Ab dem 6. August waren Hotels und andere Unternehmen über die anstehende Räumung informiert worden, die Stadt wusste dagegen schon seit Februar von dem Bombenverdacht.

Den Vorwurf, der Öffentlichkeit die Mitteilung von der drohenden Evakuierung zu lange verschwiegen zu haben, lässt Jürgen Wiethäuper vom Fachbereich Bürger und Ordnung nicht gelten. " Es war nicht zu kurzfristig. Zwei Wochen sind eine optimale Zeit, um sich vorzubereiten. Der Grabungstermin steht sowieso erst seit Anfang August fest." Die Stadt Osnabrück habe Handzettel an die betroffenen Anwohner verteilt und eine umfangreiche Pressearbeit betrieben, berichtete Wiethäuper.

Selbstverständlich seien die Betreiber von Hotels und Gaststätten über die geplante Evakuierung und die dadurch zu erwartenden finanziellen Einbußen nicht erfreut gewesen. Sie hätten aber weitestgehend verständnisvoll reagiert.

Dem widerspricht Harald Helmers, Inhaber des Dom-Hotels. " Das ganze Theater hätte ich mir gerne erspart", erzürnte er sich. Angesichts der geplanten Evakuierung hatte er es seinen Gästen freigestellt, ob sie ihre Reservierung für Sonntag beibehalten. Die Folge: Mehrere Gäste sagten ab; drei Zimmer sind davon betroffen. " Wir versuchen jetzt zu retten, was zu retten ist. Wir kontaktieren die Gäste, die für Sonntag abgesagt haben, und geben ihnen Entwarnung", so Helmers.

Es wäre seiner Meinung nach besser gewesen, die Grabungsarbeiten bereits vor vier Wochen zu beginnen. Wenn eine Bombe gefunden worden wäre, dann hätte man einen Räumungstermin vereinbaren können. " Man hätte erst mal schauen können, ob an dem Verdacht was dran ist. So wurde gleich ein Evakuierungstermin festgesetzt. Das ist schon sehr ärgerlich", sagte Helmers.

Eine andere Ansicht vertritt Andreas Bernard vom Hotel Walhalla. Er sei erleichtert gewesen, als er vom Fehlalarm gehört habe. Drei bis vier Gäste hätten zwar ihr Zimmer storniert, aber dafür müsse man Verständnis haben. " Wir wollen ja alle nicht, dass Menschen verletzt werden. Die Stadt hat sehr verantwortungsvoll gehandelt", erklärte er. Die Einbußen würden sich außerdem im Rahmen halten; einer Geburtstagsgesellschaft musste abgesagt werden, Reservierungen für das Restaurant wurden nicht entgegengenommen mehr nicht.

Auch andere Hotelbetreiber hätten verständnisvoll reagiert, erklärte Sven Jürgensen. Die Erleichterung über den Fehlalarm habe bei ihnen überwogen, nicht der Ärger über finanzielle Verluste. Unterdessen haben sich Hinweise, dass sich ein Blindgänger in der vorderen Wüste befindet, nicht bestätigt. Beim Bau einer Grundwassermessstelle wurde routinemäßig nach Bomben gesucht. Es konnte jedoch kein Sprengkörper gefunden werden.

Bahnstrecke frei

Durch die Absage der Evakuierung wird auch die geplante Sperrung der Bahnstrecke zwischen Osnabrück-Hauptbahnhof und Osnabrück-Altstadt entfallen. Somit können am Sonntag alle Züge planmäßig verkehren. Dagegen wird der Stadtwerke-Energietag zur Elektromobilität nicht stattfinden. Nach Bekanntwerden der drohenden Evakuierung war er abgesagt worden. Es sei jetzt zu kurzfristig, " die bereits eingestellten Planungen für den Energietag wieder aufzunehmen", erklärten die Stadtwerke in einer Pressemitteilung.
Bildtexte:
Es konnte Entwarnung gegeben werden. Bei der angeblichen Bombe im Bereich des Altstadt-Bahnhofes handelte es sich bloß um einen harmlosen Eisenträger.
Eisenträger statt Bombe Hasetor
Fotos:
Gert Westdörp
Autor:
Christian Lang


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