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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bombenfund am Hasetor
 
Vorbereitung zur Bombenräumung gestartet
Zwischenüberschrift:
Leitungen schon freigelegt – In der Nacht zum Mittwoch kam der Bagger
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Am Osnabrücker Hasetor haben in der Nacht erste Grabungen begonnen. Mit ihnen soll herausgefunden werden, ob es sich bei der vermeintlichen Bombe wirklich um einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handelt.

Osnabrück. Die Vorbereitung zur Untersuchung der vermutlichen Bombe an der Osnabrücker Ziegelstraße hat begonnen. In der Nacht zum Mittwoch begann die Grabung.

Ein Autokran hat am Vormittag einen kleinen Bagger auf die Mauer des Bahndamms gehoben. Mit diesem Gerät legen Arbeiter einer Tiefbaufirma Versorgungsleitungen entlang der Bahnstrecke frei. Mit sogenannten Brunnenrohren werden dann in der Nacht die Seitenwände der Grube gesichert, an deren Boden in rund sechs Meter Tiefe die Bombe vermutet wird. Ob es sich bei der Metallansammlung, die im Februar mit einem Magnetfeld-Messverfahren entdeckt worden war, tatsächlich um einen Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handelt, wird voraussichtlich am Freitag zweifelsfrei feststehen. Die Ziegelstraße ist derzeit am unteren Ende zur Hansastraße hin für Pkw voll gesperrt. Wenn ja, müssen rund 8000 Bürger aus ihren Wohnungen raus.

Derweil bereiten sich die Osnabrücker Innenstadt-Hotellerie und Restaurants auf den Sonntag, 25. August, vor, den Tag der geplanten Räumung. Soweit möglich werden zum Beispiel Andreas Bernard vom Hotel Walhalla und Ira Klusmann vom Hotel Remarque ihre Gäste über die geplante Räumung informieren. Beide Hoteldirektoren rechnen mit Einbußen. Bernard zum Beispiel musste unter anderem einer Geburtstagsgesellschaft absagen, die sich für Sonntag angemeldet hatte.

Er wird während der Evakuierungszeit zu Hause sein Büro eröffnen, Computer und Telefon werden während dieser Zeit dorthin umgeleitet, sodass Anfragen von Gästen durchgehend bearbeitet werden können.

Das Hotel Remarque muss bis 12 Uhr geräumt sein. Hotelchefin Ira Klusmann hat sich verpflichtet, die Räumung des Hotels persönlich zu prüfen und der Polizei zu melden, dass das Gebäude geräumt ist. Falls die Evakuierung länger als 17 Uhr dauert, hofft sie auf Polizeibeamte an den Sperren, die unwissenden Gästen einfühlsam erklären, dass sie noch nicht einchecken können.

Hotels und andere Unternehmen, die von der Evakuierung betroffen sein könnten, wurden bereits ab dem 6. August über die anstehende Räumung informiert, eine Woche vor der Öffentlichkeit und den direkten Anwohnern. Einige von ihnen hatten sich beschwert, dass die Stadt seit Februar über den Bombenverdacht informiert ist, aber erst am 13. August die Öffentlichkeit über die geplante Räumung informiert hat.
Bildtexte:
Mit einem kleinen Bagger werden Versorgungsleitungen am Rande der Bahnstrecke Osnabrück–Rheine freigelegt, um hier die Grube ausheben zu können, in der in rund sechs Meter Tiefe ein Bombenblindgänger vermutet wird.
Der Autokran hievte einen kleinen Bagger auf den Bahndamm und wird in der Nacht die Brunnenrohre anheben.
Ein Brunnenrohr, mit dem die Seiten der Grube gesichert werden sollen. Am Boden der Grube wird eine Bombe vermutet.
Bomben-Job: Mitarbeiter einer Tiefbaufirma am Rande der Bahnstrecke.
Fotos:
Michael Schwager

Kommentar
Sagen, was Sache ist!

Der Ärger der vom Bombenverdacht betroffenen Anwohner über die Informationspolitik der Stadt ist verständlich. Das Argument, die Bekanntgabe des Fundortes führe zu " Bombentourismus", ist gerade in diesem Fall an der kaum zugänglichen Verdachtsstelle an der Ziegelstraße nicht nachvollziehbar.

Offenheit der Behörden und frühzeitige Informationen über die Risikobewertung der Experten wären besser gewesen als die Geheimniskrämerei. Die sorgt für eine gut brodelnde Gerüchteküche.

Die Hotels zum Beispiel hätten ihre Gäste früher auf die zu erwartenden Unannehmlichkeiten und eine mögliche Absage von Veranstaltungen hinweisen können. Dass die Anlieger, darunter eine Kita direkt gegenüber der Fundstelle, noch eine Woche später als die Firmen informiert wurden, verschärft den Ärger zudem.
Autor:
Michael Schwager


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