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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
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Überschrift:
Blindgänger: Bahnstrecke wird gesperrt
 
Bombenverdacht am Hasetor: 8500 Osnabrücker betroffen
Zwischenüberschrift:
Endgültig Klarheit am 23. August – Katharina-von-Bora-Haus und Ameos-Forensik organisieren Evakuierung
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. An der Eisenbahnstrecke Osnabrück–Rheine in Höhe der Osnabrücker Altstadt wird ein Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet. Er soll am Sonntag, 25. August, geräumt und entschärft werden. Circa 8500 Einwohner der Stadt müssen an dem Tag bis 11 Uhr ihre Wohnungen verlassen haben. Durch die Bombenbeseitigung kommt es auch zu Beeinträchtigungen für Bahnreisende. Ab 9 Uhr ruht der Betrieb zwischen Osnabrück Hauptbahnhof und Eversburg. Betroffen sind Bahnkunden der Deutschen Bahn, der Nordwestbahn und der Westfalenbahn auf diesem Abschnitt. Besondere Schwierigkeit: Im Evakuierungsgebiet liegen ein Alten- und Pflegeheim sowie eine psychiatrische Klinik. Patienten der forensischen Abteilung dieser Klinik sollen bis zur Entwarnung in einer Grundschulturnhalle einquartiert werden.

Osnabrück. Die Bombenentschärfung am Sonntag, 25. August, hat besondere Nebenwirkungen: nicht nur, dass voraussichtlich circa 8500 Osnabrücker rund um das Hasetor bis 11 Uhr ihre Wohnungen verlassen müssen. Auch die Bahnstrecke zwischen Hauptbahnhof und Eversburg wird ab 9 Uhr gesperrt werden. Außerdem müssen das Alten- und Pflegeheim Katharina-von-Bora-Haus am Bürgerpark und Teile des Ameos-Klinikums geräumt werden.
Die psychiatrische Klinik muss unter anderem die forensische Abteilung vorübergehen ausquartieren. Ein Teil der Patienten wird in einem geschlossenen Bereich des benachbarten, aber nicht mehr im Evakuierungsgebiet gelegenen Ameos-Hauptgebäudes untergebracht werden. Eine andere Gruppe soll in einer Grundschulturnhalle unterkommen, so die Auskunft von Verena Mack, Sprecherin der Klinik.
Weitere Patienten und Bewohner des Ameos-Klinikums aus nicht geschlossenen Abteilungen unternähmen begleitete Freizeitaktivitäten, besuchten Angehörige oder Freunde, wenn dies ohnehin zu ihrem aktuellen therapeutischen Programm gehöre, sagte Mack weiter. Insgesamt seien rund 210 Bewohner und Patienten des Ameos-Klinikums betroffen.
Vor ähnlichen Herausforderungen stehen die Pfleger des Katharina-von-Bora-Hauses. Das Alten- und Pflegeheim muss rund 90 Menschen außerhalb des Evakuierungsbereichs unterbringen. Rund zehn Patienten, so Kai Wiese von der Pflegedienstleitung, können vorübergehend von Angehörigen aufgenommen werden. Die Mehrheit der Bewohner werde voraussichtlich im Bischof-Lilje-Heim freundlich begrüßt. Für den Transport der zum Teil liegend zu transportierenden oder auf den Rollstuhl angewiesenen Bewohner werde mehr Personal eingesetzt werden müssen. Wiese: " Ich hoffe, dass die Evakuierung schnell vorübergeht." Die pflegebedürftigen Heimbewohner bedürften ihrer Ruhezeiten und müssten sich zwischenzeitlich auch hinlegen können.
Katja Diehl, Sprecherin der Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Osnabrück, berichtete von erheblichem Planungsaufwand für den Busverkehr wegen der Räumung. Grund ist die zentrale Lage des Evakuierungsgebietes. Derzeit werde noch an Detaillösungen gearbeitet. Umleitungen und verlegte Bushaltestellen werde das Unternehmen noch bekannt gegeben. Eine für den 25. August geplante Publikumsveranstaltung zum Thema Elektromobilität auf dem zentralen Gelände der Stadtwerke an der Alten Poststraße werde abgesagt, berichtete Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer. Ob diese Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt wird, stehe noch nicht fest.
Auch die Domgemeinde muss Einschränkungen hinnehmen. Im Pfarrbrief steht: " Die Gottesdienste um 8.30 und 10 Uhr im Dom und 8.30 Uhr sowie 10 Uhr der polnischen Gemeinde in Herz Jesu können stattfinden. Die Gottesdienstbesucher sind aber angehalten, die Innenstadt anschließend zügig zu verlassen. Die Gottesdienste im Dom um 11.30 und 19 Uhr sowie der Vespergottesdienst um 18 Uhr müssen ausfallen.
Fest steht derzeit noch nicht einmal, ob es sich tatsächlich um eine Bombe handelt, die einige Meter südöstlich der Hasetorbrücke vermutet wird. Bisher, so Jürgen W iethäuper vom städtischen Fachbereich Bürger und Ordnung, wisse man nur durch Magnetfeldmessungen, dass es sich bei dem Fund um eine größere Menge Metall handele. Kritik, dass der Bomben-Verdacht schon seit den Streckenarbeiten der Bahn im Mai bestehe und die Verantwortlichen nicht schnell genug gehandelt hätten, weist der Mitarbeiter der Stadtverwaltung zurück. Das Eisenbahnbundesamt habe plausibel versichert, dass keine akute Gefährdung bestehe. Auch die Erschütterungen durch den Zugverkehr gefährdeten die Anwohner oder Passanten nicht; in der Nähe der Fundstelle liegt unter anderem eine Kindertagesstätte.
Auch " Osnabrück isst gut", vom 21. bis 25. August auf dem Marktplatz Osnabrück, wäre von einer Räumung betroffen. Veranstalter Frederik Heede, Chef des Alando, gab sich auf Anfrage optimistisch: Vom Ordnungsamt der Stadt Osnabrück habe er die Auskunft bekommen, dass erst am 23. August eindeutig feststehe, ob das geortete Metallteil tatsächlich eine Bombe sei. Falls ja, werde man daran nichts ändern können und wegen der Zwangspause möglicherweise einen Tag verlängern. Heede: " Aber das muss man entscheiden, wenn es so weit ist."
Die Stadt wies am Montag auch auf den 23. August hin. Als federführende Stelle werde sie über die Medien dann sofort darüber informieren, ob es sich um eine Bombe handelt und die betroffenen Stadtteile wirklich evakuiert werden müssen.
Wenn ja, sei aber mit einer mehrstündigen Bombenräumung zu rechnen: " Die Stadtverwaltung bittet darum, ältere und insbesondere auch ausländische Nachbarn über die Evakuierung zu informieren." Für die Betroffenen steht ein Evakuierungszentrum im Schulzentrum Sonnenhügel, Knollstraße 143, zur Verfügung. Bis zum Abschluss der Evakuierung fahren Busse des Verkehrsbetriebs der Stadtwerke Osnabrück von den Haltestellen im Evakuierungsbereich zum Schulzentrum Sonnenhügel, Knollstraße 143.
Die Straßen im Evakuierungsbereich sind ab 11 Uhr gesperrt. Der Busverkehr läuft bis zum Abschluss der Evakuierung weiter. Für bettlägerige oder kranke Personen bestehen Transportmöglichkeiten, die über die Regionalleitstelle Osnabrück, Tel. 05 41/ 3 23 44 55, angefordert werden können.
Wegen der vorbereitenden Bauarbeiten wird die Ziegelstraße zwischen Terrasse und Bramscher Straße voraussichtlich vom 19. bis 30. August voll gesperrt werden. Für Fragen ist am Freitag, 23. August, und Samstag, 24. August, von 8 Uhr bis 18 Uhr sowie am Sonntag, 25. August, von 8 Uhr bis zum Ende der Entschärfung ein Bürgertelefon geschaltet, Tel. 05 41/ 3 23 33 31.
Bildtext:
Während der Bombenräumung am 25. August werden hier keine Züge fahren dürfen.
Das Evakuierungsgebiet ist auf diesem Ausschnitt des Osnabrücker Stadtplans mit einer grün gestrichelten Linie begrenzt. Die Bombe wird an der Ziegelstraße nahe der Hasetor-Brücke (blauer Pfeil) vermutet.
Foto:
Michael Schwager
Quelle:
Stadt Osnabrück/ Bearbeitung: NOZ
Autor:
Michael Schwager


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