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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Immer mehr Jüngere brauchen Beistand
Zwischenüberschrift:
Rechtliche Betreuung hilft denen, die nicht mehr selbst entscheiden können
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die 90-jährige demenzkranke Frau im Pflegeheim braucht sie. Der 50-jährige psychisch kranke Junkie auch. Zwei sehr verschiedene Menschen, die eines gemeinsam haben: Sie sind nicht mehr in der Lage, notwendige Entscheidungen selbst zu treffen, und benötigen rechtliche Betreuung.

Georg Ciupka-Meseke nennt sie " die Königsdisziplin der Sozialarbeit". Er leitet beim Katholischen Verein für Soziale Dienste SKM in Osnabrück die rechtliche Betreuung. Betreut und begleitet werden geistig behinderte, psychisch kranke, altersverwirrte oder körperbehinderte Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

Immer öfter übertragen Osnabrücker auch schon in jüngeren Jahren mit Blick auf die ungewisse Zukunft einer Vertrauensperson rechtzeitig eine Vorsorgevollmacht für eine mögliche spätere Betreuung. Bei allen, die nicht so vorgesorgt haben, ordnet das Gericht die rechtliche Vertretung an. Das können, müssen aber nicht Angehörige sein. Speziell bei möglichen Erbschaftsstreitigkeiten wird ein neutraler Betreuer herangezogen. Betreuer haben die Aufgabe, das Leben der Betreuten würdig zu gestalten.

Zwölf Teilzeit arbeitende Hauptamtliche und 80 Ehrenamtliche führen derzeit beim SKM 450 Betreuungen. Abgerechnet wird bei den in der Regel mittellosen Klienten über das Gericht. Die Ehrenamtlichen übernehmen die weniger komplizierten Fälle wie etwa die eingangs erwähnte demente alte Dame, die im Pflegeheim lebt. " Wir brauchen und suchen immer Ehrenamtliche", unterstreicht Ciupka-Meseke, " ohne sie wäre die Vielzahl der Fälle nicht zu schaffen."

Als anerkannter Betreuungsverein ist der SKM auch für sogenannte Querschnittsaufgaben zuständig: Gemeint ist die Anwerbung, Aus- und Weiterbildung sowie die Begleitung ehrenamtlicher Betreuer. Betreuerinnen in diesem Fall, denn die Mehrzahl der Ehrenamtlichen in diesem SKM-Arbeitsbereich sind Frauen, oft nach der Familienphase, die dem Verein dann lange die Treue halten. Auch die Beratung von Familienangehörigen, die eine Betreuung übernehmen, gehört zu den Querschnittsaufgaben des Vereins.

Selbstbestimmt leben

Die Betreuungen, die aufgrund von Schwierigkeiten eine sozialarbeiterische Qualifikation erfordern, übernehmen die Hauptamtlichen. Es sind nicht immer alte Menschen, die körperlich und geistig nachlassen. Vielmehr steigt nach Ciupka-Mesekes Erfahrungen die Zahl der Jüngeren, die Unterstützung in allen persönlichen und Rechtsangelegenheiten brauchen.

" Jahrgang 45, depressive Störung, keine Angehörigen", nennt er einen heute klassischen Fall oder " unter 50, suchtkrank, psychische Störungen". " Manchmal decken sich die Vorstellungen zwischen Betreuern und Betreuten nicht", kommentiert der Fachmann Auseinandersetzungen, die immer wieder vorkommen können.

Mit der Änderung des Betreuungsgesetzes 1992 wurden aus Vormundschaften Betreuungen. Damit änderte sich nicht allein der Begriff, sondern auch der Umgang, erläutert der Fachmann. Der Betreute darf weiter selbstbestimmt leben, sofern er nicht sich und andere gefährdet.

Da kann es schon mal sein, dass Angehörige und Nachbarn angesichts mangelnder Körper- und Wohnungshygiene des Betreuten seinem Betreuer zusetzen unter dem Motto: " Da muss doch was passieren." Der Ärger werde dann schnell auf den Betreuer übertragen, der nach Ansicht der Angehörigen und Nachbarn einfach nicht genug tue, sagt Georg Ciupka-Meseke und fügt trocken an: " Manche Sachen muss man aushalten, manche aushandeln."

Erfahrung sei in dem Bereich wertvoll. Ebenso ein stabiles Arbeitsumfeld. Trotz aller Probleme, die schwierige Klienten ihm bereiten können: Der SKM-Betreuer schätzt vor allem das autonome Arbeiten in seiner " Königsdisziplin".
Bildtext:
Wer vorsorgt, kann selbst bestimmen, wer im Ernstfall die Betreuung übernehmen soll.
Foto:
Gert Westdörp
Autor:
Ulrike Schmidt


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