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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wiederkehrendes Ärgernis am frühen Morgen
Zwischenüberschrift:
"Elterntaxen" an Osnabrücker Schulen bleiben ein Problem
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Schulweg muss sicher sein schließlich soll der eigene Zögling heile zur Bildungsanstalt und ebenso fidel wieder zurück ins traute Heim gelangen. Viele Eltern nehmen den Schultransport deshalb mit dem Pkw in die eigene Hand und übersehen dabei, dass sie selber zur Gefahrenquelle für Kinder und andere Verkehrsteilnehmer werden. Sogenannte " Elterntaxen" sind ein wiederkehrendes Problem an Osnabrücks Schulen.
Morgens, ungefähr halb acht, ist es wieder so weit. Mit dem Auto, so weit es geht, vor das Schulgebäude gefahren, am besten direkt vor die Tür. Da kann auch mal der Radweg als Parkplatz herhalten, es wird ja schließlich nur kurz das Kind herausgelassen. Autotür auf, dem Kind den Scheitel gerichtet und der Ranzen zurechtgerückt oder doch noch eben schnell bis vor die Schultür getragen. Auf dem Rückweg einen Elternteil eines Klassenkameraden getroffen, kurzer Plausch zum Tagesgeschehen, um sich dann am Nachmittag wiederum dem regen Verkehrstumult anzuschließen.
" Das ist ein großes Problem", sagt Karl-Heinz Klenke vom Präventionsteam der Polizei Osnabrück: Die " Elterntaxen" verursachen Verkehrsstaus, blockieren die Schul- und Buseinfahrten und werden zu Hindernissen für all jene Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen. Kein Einzelfall und erst recht keine Ausnahmesituation, sondern ein wiederkehrendes Ärgernis , verbunden mit einer regelrechten " Sisyphusarbeit". Wie König Sisyphus aus der griechischen Mythologie als Strafe der Götter bis in alle Ewigkeit einen Felsblock einen Berg hinaufwälzen muss, der kurz vor dem Gipfel immer wieder zurück ins Tal rollt, stellen sich Schulen und Polizei jedes Jahr wieder unbelehrbaren Eltern entgegen.
" Etwa 95 Prozent der Kinder habe eine Busfahrkarte", sagt Sandra Karrenbrock aus dem Sekretariat des Ratsgymnasiums. Dennoch würden kurioserweise vor allem Kinder aus dem Stadtgebiet regelmäßig mit dem Auto gebracht, eine Überfürsorge, die unter Umständen gefährlich wird. Die Eltern stehen in zweiter oder dritter Reihe im Wendehammer der Schule, blockieren so, im absoluten Halteverbot, sogar eine Feuerwehrzufahrt. Manche Eltern würden sogar so lange stehen, bis das Kind aus dem Klassenzimmer winkt und so die sichere Ankunft signalisiert. Doch insbesondere zum Abholen freitagmittags sei die Situation " scheußlich" regelmäßiges Hupkonzert inklusive.
Vor allem Grundschulen klagen ein ähnliches Leid. Vor der Rückert- und der Elisabethschule sei jeden Morgen " Chaos pur", beschreibt Birgit Plieth-Hörnschemeyer, Rektorin der Rückertschule, das tägliche Verkehrsaufkommen trotz regelmäßiger Informationen für die Eltern. Am Rondell an der Nordseite des Gebäudes kämen ständig die Busse der benachbarten Montessori-Schule nicht hindurch. Obwohl immer nur von temporärem Erfolg gekrönt, wolle die Rückertschule das Konzept der Bannmeile angehen, sagt Hörnschemeyer
Kurzzeitiger Erfolg
Die Elisabethschule, mit der sich die Rückertschule das Gebäude teilt, greift auf eine solche Bannmeile schon länger zurück. Ein Radius wird um die Schule gezogen, in dem Eltern nicht halten sollen, wenn sie ihre Kinder zur Schule zu bringen. Kinder der dritten Klasse haben bereits 2011 alternative Haltepunkte in Schulnähe erarbeitet, an denen Kinder gut und sicher ein- und aussteigen können, schildert Schulleiter Georg Jansen-Wätjen. Darüber hinaus gibt es jährlich im September das Projekt " Zu Fuß zur Schule", dass jedoch auch nur für den Projektzeitraum das Verkehrschaos lindert.
Die Einführung einer Bannmeile an der Grundschule am Schölerberg ist hingegen " insgesamt positiv", sagt Schulleiterin Anne Goecke. Zwar gibt es auch hier schwarze Schafe, die seien aber nur wenige und in der Regel einsichtig, wenn sie von Lehrern oder Eltern angesprochen würden. Am besten funktioniere jedoch, wenn Kinder sagen: " Unser Weg ist gefährlich", weiß Goecke. So wurden auch schon böse Ohrenkneifer-Figuren zusammen mit der Polizei an ungehörige Eltern verteilt. An mancher Schule auch schon gelbe Zitronen, berichtet Klenke.
Auch an der Grundschule Voxtrup zeigten sich manche Eltern beratungsresistent, sagt Schulleiterin Gabriele Dörenkämper. Trotz gemeinsamer neuer Einweisung mit der Polizei zu jedem neuen Schuljahr wird auf Gehwegen geparkt, mit offenen Autotüren die Durchfahrt blockiert und ein geeigneter Parkplatz an der Turnhalle der Schule konsequent ignoriert. Dennoch gibt es auch hier Erfolgskonzepte: Der Walking-Bus, also ein von Erwachsenen angeführter Lauf-Bus mit fünf Linien und extra Haltestellen, zeigt Wirkung und wird gerne genutzt.
Bildtext:
Durch rücksichtsloses Parken im Halteverbot, in Zufahrten und auf Gehwegen werden Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren und dort abholen, regelmäßig zur Gefahrenquelle nicht nur wie hier am Ratsgymnasium.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
David Hausfeld


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