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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Drei Kilo Fett nehmen dem Rost den Schrecken
Zwischenüberschrift:
Die Wiederbelebung des US-Reimports geht weiter
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Wieder auf der Hebebühne, zurück im Osnabrücker Classic-Carré an der Liebigstraße. Inhaber Thomas Peterwerth hat den Werkstattboden mit einer Plane ausgelegt: Heute steht für den heimgekehrten Karmann Ghia die Konservierung auf dem Programm.
Seit über 20 Jahren hat Peterwerth Erfahrung mit Old- und Youngtimern gesammelt, seit fünf Jahren ist der Kfz-Techniker Inhaber des Classic-Carrés. Der Name ist Programm, die Werkstatt hat sich auf Old- und Youngtimer spezialisiert. Hier hat die Wiederbelebung des aus den USA heimgekehrten Karmann 2014 begonnen, hier soll sie mit einer soliden Hohlraumkonservierung und Unterbodenversiegelung enden.
Der Wagen steht auf der Hebebühne, die Räder sind demontiert, die Scheibenbremsanlage an der Vorderachse ist großzügig abgedeckt. Eine gute Gelegenheit also, um einen Blick auch unter das Fahrzeug und in sonst eher verborgene Ecken zu werfen. Während er die letzten Vorbereitungen trifft, erzählt Thomas Peterwerth von der Arbeit, die bereits in dem Wagen steckt. Die Substanz sei tatsächlich ungewöhnlich gut erhalten gewesen. Vom Verfall an den sonst üblichen Rostnestern und von denen gibt es an der Karmann-Karosserie reichlich sei der Wagen aus Kalifornien tatsächlich weitgehend verschont geblieben. Wo nicht geschweißt werden muss, muss auch nichts nachlackiert werden eine Voraussetzung für den Erhalt des Originallacks.
Damit der Karmann nun in seiner alten neuen Heimat nicht doch noch zu rosten anfängt, verschwinden an diesem Vormittag fast drei Kilo Konservierungsfett in seinen Hohlräumen. Erhitzt kriecht das Fett in jede kleine Ritze und sorgt dafür, dass der Rost dort auch in Zukunft keine Chance haben wird. Der Nachteil des ansonsten bewährten Mittels: Bei warmem Wetter verflüssigt sich das Fett wieder. So konservierte Fahrzeuge neigen im Sommer anfänglich dazu, ihr Revier zu " markieren".
Im Gegensatz zur Blechhaut gab es an der Technik viel zu tun: Nicht nur die Jahrzehnte auf den Straßen Kaliforniens, sondern auch die Standzeit ab dem Jahr 2000 hatten ihr arg zugesetzt. Einfach nur rumstehen, das mögen weder Motoren noch Bremsen. Und da dem neuen Besitzer die Sicherheit nicht weniger lieb und teuer ist als der Erhalt der Original-Substanz, wurde in diesem Bereich großzügig ausgetauscht. Im Heck des 68er-Ghia werkelt jetzt ein 1600er-Motor aus dem Käfer 1303, der eigentlich erst ab 1971 verbaut wurde. Der ist zwar deutlich durstiger als sein Vorgänger, treibt den Karmann dafür aber auf rund 140 Stundenkilometer.
Thomas Peterwerth rückt die Schutzmaske zurecht. Zeit, etwas mehr Abstand zu halten. Mit heißem Wachs werden nun der Unterboden, das Innere der Türen und die Falze an der vorderen Haube konserviert. Rund um den Karmann verbreitet sich ein feiner Nebel.
Im nächsten Teil der Serie werfen wir einen Blick auf die Geschichte des Karosseriebauers Karmann

Mehr Fotos auf www.noz.de/ os
Bildtext:
Thomas Peterwerth konserviert die Karosserie mit heißem Wachs.
Foto:
David Ebener

Vor 60 Jahren, am 14. Juli 1955, hat Karmann den Ghia der Presse präsentiert. Wir begleiten einen automobilen Spätheimkehrer, der den Weg zurück nach Osnabrück gefunden hat. Das Automuseum Melle plant ab dem 12. Juli 2015 eine kleine Ausstellung mit Karmann-Fahrzeugen. Mit dabei: der regattablaue Karmann, der nach fast fünf Jahrzehnten unter der Sonne Kaliforniens nach Osnabrück zurückgekehrt ist.
Autor:
Frank Wiebrock


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