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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bleibt SinnLeffers an Johannisstraße?
 
Bleibt SinnLeffers in der Johannisstraße?
Zwischenüberschrift:
Geschäftsleitung bekennt sich zum Standort Osnabrück, hält sich aber verschiedene Optionen offen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die Zukunft des Modehauses SinnLeffers an der Johannisstraße ist ungewiss. Das Unternehmen will sich nicht festlegen, ob der Mietvertrag über das Jahr 2016 hinaus verlängert wird. In der Johannisstraße sorgt diese Nachricht für Unruhe. Eine Schließung wäre eine Katastrophe, heißt es bei den Einzelhändlern.

Osnabrück. Das Modehaus SinnLeffers will sich nicht festlegen, ob der Mietvertrag über das Jahr 2016 hinaus verlängert wird. In der Johannisstraße sorgt diese Nachricht für Unruhe. Eine Schließung wäre eine Katastrophe, heißt es bei den Einzelhändlern. Aber es klingt auch durch, dass die Geschäfte trotz mancher Beschwernisse noch ganz gut laufen.

" Es gibt Gespräche in verschiedene Richtungen", sagt Anke Löffler aus der Pressestelle von Wöhrl in Nürnberg. Wöhrl hatte die Hagener Modekette SinnLeffers vor zweieinhalb Jahren übernommen. Das Unternehmen wolle sich verschiedene Optionen offenhalten. Löffler fügte aber hinzu, Osnabrück sei " definitiv ein guter Standort". Das weckt Spekulationen, dass die Geschäftsleitung eine lukrativere Lage anpeilt.

In der Johannisstraße ist SinnLeffers das größte Geschäft. Viele Einzelhändler profitieren von der Laufkundschaft. Besorgt äußert sich Birte Erhardt vom gleichnamigen Fotogeschäft zur möglichen Aufgabe des Standorts. Schon durch die Bauarbeiten am Neumarkt habe die Johannisstraße arg gelitten, sagt sie. Die Situation vor der Tür sei zwar weiterhin katastrophal, aber inzwischen sei " immerhin schon ein bisschen Ruhe eingekehrt". Zum Glück hielten die Kunden dem Fotogeschäft die Treue, " außerdem profitieren wir vom Busverkehr", und die Umsätze bewegten sich auf einem stabilen Niveau.

Für andere ist das Glas nicht halb voll, sondern halb leer. Optiker Udo Exner, Inhaber des Geschäfts Lünetta, sieht auch nach dem Ende der Bauarbeiten am Neumarkt keine grundlegende Verbesserung. Ihn stört der provisorische Bussteig vor seiner Tür, und ihn quält die Sorge, dass die Bauarbeiten am Neumarkt-Center noch mehr Dreck und Lärm in die Johannisstraße bringen. Einen möglichen Weggang von SinnLeffers bezeichnet Exner als " Katastrophe", zumal das Modehaus viele Kunden aus dem Parkhaus Kollegienwall in die Johannisstraße locke.

Keinen Grund zur Panik sieht Lars Crusius, der Inhaber der Apotheke 83, in der Entwicklung bei SinnLeffers. Er habe sich in Nürnberg erkundigt und beruhigende Worte gehört. Crusius, der auch Sprecher der Interessengemeinschaft Südliche Innenstadt ist, tritt für eine Aufwertung der Johannisstraße ein. Es gebe schon Pläne, deren Verweilqualitäten zu stärken, aber die Stadt wolle damit bis nach dem Bau des Einkaufscenters warten. Zum Glück habe sich die Lage inzwischen wieder etwas entspannt, und die Kundenfrequenz sei etwas angestiegen.

Von den bevorstehenden Bauarbeiten erwartet Crusius nichts Gutes. Schon die Neumarkt-Baustelle habe einigen Geschäften Umsatzeinbußen zwischen 20 und 40 Prozent eingebracht. Viele Einzelhändler müssten aber durchhalten, weil sie langfristige Mietverträge abgeschlossen hätten.

Verständnis für die Kaufleute der Johannisstraße äußert Petra Rosenbach, die Geschäftsführerin der Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH. Die Zukunft der Straße sei davon abhängig, " dass es gute Geschäfte gibt, die noch ziehen". SinnLeffers sei ohne Zweifel wichtig nicht nur für die Johannisstraße, auch für Osnabrück.

Die Osnabrücker Filiale von SinnLeffers besteht seit 2001. Damals war die Hagener Modekette in das seit 1921 bestehende Traditionshaus Leffers gezogen. Die Namensähnlichkeit war Zufall, aber willkommen.

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Bildtext:
Das Modehaus SinnLeffers ist das größte Geschäft der Johannisstraße. Auch über 2016 hinaus?
Foto:
Michael Gründel

Kommentar
Edelmeile

Es gab schon mal Überlegungen, die Johannisstraße als Einkaufszone aufzugeben und die nicht mehr benötigten Geschäftsimmobilien mit Uni-Einrichtungen aufzufüllen. Das war konsequent gedacht, solange der Neumarkt als Demarkationslinie wahrgenommen und nur ungern überquert wurde. Zum Glück sind solche Gedankenspiele Schnee von gestern.

Mit der aktuellen Neumarkt-Planung und dem Bau des Einkaufszen trums bekommt die Johannisstraße das Zeug, zur Edelmeile zu avancieren. Das sollten die Strategen von SinnLeffers bzw. Wöhrl im Blick behalten, wenn sie darüber nachdenken, für die Osnabrücker Filiale einen anderen Standort zu suchen. Ein Abschied von der Johannisstraße wäre ein fatales Signal. Sicher ist aber auch, dass die gebeutelten Geschäftsleute noch harte Jahre vor sich haben. Da hilft nur eins: Ohren steifhalten! Es kommen bessere Zeiten!
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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