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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Hasestraße: Es fehlen noch 75 000 Euro
 
Hasestraße: Nur die Kleinen wollen zahlen
Zwischenüberschrift:
Neue Leuchten, neues Pflaster: Anlieger bekommen das Geld für die sanfte Umgestaltung nicht zusammen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die Hase straße ist in die Jahre gekommen, an den Kugelleuchten von 1982 nagt der Zahn der Zeit, und das Pflaster hat auch schon etliche Unebenheiten bekommen. Vor einigen Jahren wurde noch über eine grundlegende Sanierung nachgedacht, doch davon nahm die Stadt aus Kostengründen Abstand. Jetzt gibt es konkrete Pläne für eine sanfte Umgestaltung. Die Leuchten und das Gehwegpflaster sollen für 350 000 Euro erneuert werden, und die Hälfte dieser Summe wollten eigentlich die Anlieger beisteuern. Doch inzwischen hat sich herausgestellt, dass zwar die Vermieter und Inhaber der kleinen Läden zahlen wollen, die der großen Geschäfte jedoch nicht. Jetzt hofft die Interessengemeinschaft Hasestraße, dass die Stadt in die Bresche springt und die noch fehlenden 75 000 Euro aufbringt.

Osnabrück. Die Hasestraße brauche eine Auffrischung, um als Geschäftsstraße attraktiv zu bleiben, sagen die Anlieger, und sie sind auch bereit, sich an den Kosten zu beteiligen. Aber ausgerechnet die großen Geschäfte ziehen nicht mit. Jetzt favorisiert die Stadt einen Plan B, der sich auf den Austausch der Leuchten beschränkt. Die Werbe- und Interessengemeinschaft Hasestraße hofft nun, dass die Politik zu weiteren Zugeständnissen bereit ist.

Die Kugelleuchten von 1982 sind den Anliegern ein Dorn im Auge. Nicht nur, weil an den Leuchtkörpern der Zahn der Zeit nagt. Die Glaskörper verdecken die Reklameschriftzüge der Geschäfte, und die stählernen Masten schränken die ohnehin schon schmalen Gehwege ein.

Jetzt soll die Hasestraße ein ähnliches Beleuchtungskonzept bekommen wie die Große Straße mit an Stahlseilen befestigten Hängelampen. Die Befestigungspunkte wurden schon exakt festgelegt, wie Bert Karrasch berichtet, der stellvertretende Vorsitzende der Werbe- und Interessengemeinschaft.

Dabei geht es den Anliegern um weit mehr als um neue Leuchten. Sie sorgen sich, dass die Hasestraße durch die Aufwertung des Neumarkts und durch den Bau des Einkaufszentrums von den Kundenströmen abgehängt werden könnte. Es sei Zeit zu handeln, meint Oliver Balke, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft. Nach den Bauarbeiten an der Hasebrücke habe sich die Lage wieder etwas entspannt. Es gebe weniger Leerstände, sagt Vize Bert Karrasch, viele Eigentümer investierten, und unter den Geschäftsleuten gebe es eine Einigkeit wie schon lange nicht mehr.

Am liebsten wäre der Interessengemeinschaft eine grundlegende Neugestaltung, aber die ist schon vor ein paar Jahren an den Kosten gescheitert. 2006 hatte sich die Stadt von einem Architekten Vorschläge ausarbeiten lassen, um der Hase straße mit Granitplatten eine edlere Optik zu verpassen. Davon redet heute niemand mehr.

Aktuell ist eine preiswertere Umgestaltung, bei der das Straßenprofil unverändert bleibt. Lediglich die Gehwege sollen ein gefälligeres Betonsteinpflaster bekommen, die Pflanzbeete und Parkstreifen mit einfachen Mitteln verschönert werden. Dazu kommen die neuen Leuchten. 350 000 Euro hat die Stadt für diese behutsame Aufwertung der Hasestraße kalkuliert und den Anliegern vorgeschlagen, die Kosten zu teilen. Nach diesem Beteiligungsmodell wurden seinerzeit auch die Große Straße und die Krahnstraße modernisiert.

Inzwischen steht jedoch fest, dass die Geschäftsleute und Eigentümer der Hase straße nur knapp 100 000 Euro zusammenbekommen, also rund 55 Prozent der angepeilten Summe. Ausgerechnet die kleinen Läden seien fast ausnahmslos dabei, sagt Bert Karrasch, der stellvertretende Vorsitzende der Interessengemeinschaft. Aber beim ansässigen Discounter und drei oder vier anderen Filialisten habe sich die Stadt Absagen geholt. Ausgerechnet bei den größten Geschäften sei nichts zu holen.

Die Interessengemeinschaft hofft nun, dass ihr die Stadt unter die Arme greift und die fehlenden 75 000 Euro beisteuert. Bei anderen Straßenbauprojekten seien die angepeilten 50 Prozent Eigenbeteiligung auch nicht erreicht worden. Doch für ein solches Entgegenkommen gibt es bisher keine Signale. Auch Stadtbaurat Frank Otte hält sich zurück und verweist auf den Vorschlag der Verwaltung.

Dieser Plan B sieht vor, auf das neue Gehwegpflaster zu verzichten und lediglich die 33 Jahre alten Kugelleuchten durch Hängeleuchten zu ersetzen. Auf die freiwillige Kostenbeteiligung der Anlieger würde die Stadt dann verzichten und stattdessen gesetzliche Anliegerbeiträge nach dem Kommunalabgabengesetz berechnen von allen Anliegern.

Weniger fürs Geld

Von dieser Lösung halten Balke und Karrasch nicht viel. Bei einem Beteiligungsmodell würde ihnen die Stadt eine Rechnung schicken, von der sie die Mehrwertsteuer abziehen könnten. Bei einer kommunalen Gebühr ginge das nicht. Für das gleiche Geld gebe es also weniger Leistung, fasst Stadtbaurat Otte zusammen.

Ob die Hasestraße lediglich neue Leuchten bekommt oder ob sich die Stadt zu einer Geldspritze für ein neues Gehwegpflaster hinreißen lässt, entscheidet nun die Politik. Am Donnerstag kommt die Angelegenheit in den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt.

Die Hasestraße früher und heute: Mehr Hintergründe und ein Video finden Sie im Internet auf noz.de
Bildtext:
Der Charme der 80er-Jahre: Die Kugelleuchten in der Hanstraße sollen ersetzt werden.
Foto:
Jörg Martens
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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