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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Neue Gleise für den alten Steinbrecher
Zwischenüberschrift:
Bauarbeiten am Piesberg: Idee von 2003 wird jetzt umgesetzt – Senior-Experte als Planer
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Seit 2003 haben die Osnabrücker Dampflokfreunde ein Auge auf das alte Steinbrecherwerk am Piesberg geworfen. Es soll Lokschuppen werden. Jetzt beginnt der Gleisbau.

Bei Hugo Mittelberg laufen die Fäden zusammen. Der ehemalige Vermessungsingenieur von der Georgsmarienhütte organisiert und plant den Gleisbau für die Osnabrücker Dampflokfreunde an der alten Steinbrecheranlage am Piesberg.

Seit 2003 haben sie die Idee, die alten Gleise der Verladeeinrichtung unterhalb der Brecheranlage als Lok- und Waggonschuppen zu nutzen. Sie wollen in dem Gebäude künftig auch ihre Werkstatt und das Ersatzteillager einrichten. Außerdem, so die Pläne, könnten dort Kulturveranstaltungen über die Bühne gehen, organisiert zum Beispiel mit dem Piesberger Gesellschaftshaus. Auf dem Gelände wollen die Eisenbahnenthusiasten auch ihre Fahrzeuge präsentieren, oder zusammen mit anderen Eisenbahnvereinen und Besuchern Dampflokfeste feiern.

Außerdem aber das ist noch Zukunftsmusik können sie sich den Neubau eines Lokschuppens vorstellen. Greif barer ist da schon die Einrichtung einer Drehscheibe, damit sie die demnächst fertig restaurierte Schinkel-Dampflok immer in die richtige Fahrtrichtung drehen können. Bisher haben die Dampflokfreunde das Gebäude des ehemaligen Steinbrechers restauriert. Unter anderem haben sie die Einfahrten mit hölzernen Toren geschlossen. " Bei der Planung und der Genehmigung wurden wir von Detlef Gerdts, dem Leiter des städtischen Fachbereichs Klima- und Umweltschutz, und von Daniela Barlag vom Projektbüro Piesberg tatkräftig unterstützt", bedankte sich Albert Merseburger, der Vorsitzende der Osnabrücker Dampflokfreunde, jetzt auf der Gleisbaustelle. Auch die Firma Cemex, die den Steinbruch betreibt, das Jobcenter sowie die Freunde historischer Baumaschinen hätten bei der Arbeit geholfen. Denn allein mit Eigenleistung bekämen die Eisenbahnfreunde die zahleichen Arbeiten nicht gestemmt.

Zum Beispiel musste das Gleisbett vor der Steinbrecheranlage trockengelegt werden. Dazu musste ein Rinnsal verlegt werden, durch das das Wasser vom Piesberg abläuft. Außerdem haben die Dampflokfreunde bereits Material beschafft Schienen, eine ausgediente Drehscheibe und Weichen.

Aber: " Weiche ist nicht gleich Weiche", sagt Gleisbauexperte Hugo Mittelberg. Schon als " Stift" auf der Hütte hat er sich mit dem Thema beschäftigt. Im Laufe seines Berufslebens hat er sich in die Geheimnisse des Gleisbaus eingefuchst. Für das komplexe Geflecht von Gleisen und Weichen, die am Brecherwerk demnächst die einzelnen Einfahrten erschließen und miteinander verbinden sollen, sind Weichen mit speziellen Abmessungen erforderlich. Außerdem muss der Unterbau so modelliert werden, dass Schiene A an Weiche B passt. Aber Mittelberg ist optimistisch, dass sein Plan aufgeht.

Der 84-Jährige kam mehr oder weniger zufällig an seine späte Berufung. Als Fahrgast der Sonderfahrt eines Oldie-Expresses der Dampflokfreunde kam er mit Albert Merseburger ins Gespräch. Dabei erfuhr er von dem Gleisbauprojekt und ließ sich begeistern. Inzwischen stammt die Planung für das Gleissystem zwischen Steinbrecher und Zechenbahnhof komplett aus der Feder des Senior-Experten. Auch die Anleitung der ehrenamtlichen Helfer wie Jens Reinke, Tobias Thörner und Reint Schut liegt in seinen Händen.

Ratsvorsitzender Josef Thöle, alter Pyer und Piesberg-Fan, ist froh über die jüngste Entwicklung. Schon im Dezember könnten erste Züge in die Brecheranlage rollen. " Die Osnabrücker Dampflokfreunde gehörten vor mehr als 25 Jahren mit zu den Impulsgebern für die Entwicklung des Kultur- und Landschaftsparks Piesberg." Es sei wichtig, dass sie durch den Gleisanschluss die Brecheranlage für sich erschließen. Mit der Gebäudeerhaltung trügen sie selbst dazu bei, den Zechenbahnhof und das Umfeld am Museum Industriekultur dauerhaft als ihren Standort zu sichern.

Sonntag Pendelfahrten

Zum Kulturflohmarkt am morgigen Sonntag (Piesberger Gesellschaftshaus, 9 bis 16 Uhr) bieten die Dampflokfreunde Pendelfahrten an. Ab Zechenbahnhof ab 10.05 (bis 16.05 Uhr) im Stundentakt, ab Hauptbahnhof ab 10.35 Uhr (bis 16.35 Uhr) im Stundentakt.

Bildergalerie auf www.noz.de
Bildtexte:
Hugo Mittelberg ist Gleisbauexperte. Bei ihm laufen die Fäden zusammen.
Neue Gleise führen zu den vier Einfahrten.
Ortstermin an der Alten Steinbrecheranlage.
Fotos:
David Ebener
Autor:
Michael Schwager


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