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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
So spielt der Jugendstil wieder die erste Geige
 
Kunst aus Beton, Eiche und Stahl
 
Zusammenspiel von Funktion und Ästhetik
 
Was beim "Schmied im Hone" so gebraut wird
Zwischenüberschrift:
Tag der Architektur: Nach dem Umbau lässt das Theaterfoyer das Große Haus besser zur Geltung kommen
 
"Wilde Triebe" am Sutthauser Bahnhof
 
Das neue Bettenhaus des Marienhospitals
 
Neues Laborgebäude der Hochschule nimmt Bezug auf die denkmalgeschützte Gaststätte
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Jugendstil in Reinkultur: Um den Theatergiebel von 1909 können andere Städte Osnabrück nur beneiden. Das neu gestaltete Foyer lässt dem Hauptgebäude den Vortritt, ohne sich zu verstecken. Am Tag der Architektur geht es um dieses Zusammenwirken von Neu und Alt.
" Unsere Aufgabe war es, das Nebengebäude herzurichten, aber das Ganze im Blick zu behalten", sagt der Architekt Arndt Brüning vom Essener Büro Brüning Rein, der dem Foyer ein neues Gesicht gegeben hat. Das Konjunkturpaket II bot der Stadt Osnabrück die Chance, das Foyer nach neuen Energiestandards zu sanieren und neu zu gestalten.
Dabei hat sich die Optik grundlegend verändert. Bisher stand da ein grober Klotz aus den 70er-Jahren, dessen grauer Sichtbeton einen krassen Gegensatz zur feingliedrigen Jugendstilfassade bildete. Kaum zu glauben: Noch vor 40 Jahren schämte man sich in Osnabrück dieses Baustils. Damals musste die Freitreppe Pflanzkübeln aus Beton weichen.
Architekt Brüning lässt das Foyer nun mit dezenten Mitteln zurücktreten, und das Große Haus spielt wieder die erste Geige. So verschwand die terrassenförmige Banderole, auf der Werbebotschaften für das Theater verkündet wurden. Und die gegliederten Fenster erlauben Theaterbesuchern nun bessere Blicke zum Dom und seinem Vorplatz. Bei der Farbgebung setzte der Architekt auf einen Wasserstrich-Vollklinker aus Natrup-Hagen in den Farbsortierungen " Arundo" und " Hedera" mit grünlichen und hellgrauen Beimengungen. Damit nimmt er Bezug auf die Sandsteinfassaden des Theater-Altbaus und des Doms. " Unregelmäßige Oberflächenstrukturen und Aufbrennungen sind gewünschte handwerkliche Merkmale", vermerkt Brüning, der in der äußerlichen Umgestaltung des Foyers nur einen ersten Schritt sieht.
In einem zweiten Bauabschnitt soll der alte Eingang über die breite Freitreppe wieder geöffnet werden und das Hauptfoyer seine ursprüngliche Funktion übernehmen. Das bedeutet funktionale Änderungen im Innern, die auch neue Nutzungen versprechen. So soll im Obergeschoss des Foyers auch eine Studiobühne für kleinere Aufführungen entstehen.
Führungen um 12, 13, 14, 15 Uhr, Treffpunkt Haupteingang
Bildtext:
Das neue Theaterfoyer verschafft dem Hauptgebäude wieder mehr Geltung. Am Tag der Architektur ist es zu besichtigen.
Foto:
Swaantje Hehmann

Osnabrück. Am Sutthauser Bahnhof beginnt alles mit einem Dreieck. Denn das Gelände, das Volker-Johannes Trieb seit 28 Jahren bewohnt und als Kunstraum nutzt, hat einen solchen Grundriss. Spielerisch taucht dieses Element hin und wieder auf. So auch in dem Gebäude, das zu einem Restaurant mit Wohnung und Atelier umgebaut wurde.
" Wilde Triebe" steht dran, denn so heißt das Café-Restaurant, das vergangenes Jahr von Hanna Börger und Sarah Irwin in dem rund 100 Jahre alten Gebäude eröffnet wurde. " Ein solcher Arbeitsplatz ist etwas Besonderes. Hier ist alles gestaltet, auch die Fliesen in der Küche", sagt Börger. Dann läuft die junge Köchin die Treppe hi nab in den Keller und verschwindet hinter der Tür der Vorbereitungsküche.
Im Hochparterre mit dem Gastraum ist die Küche offen. Der Blick fällt auf die besagten Fliesen, auf die Tellerstapel im typischen Trieb-Design und die Geräte, die blank geputzt auf ihren Einsatz warten.
Der Gastraum strahlt eine offene, leichte und lichte Atmosphäre aus. Dabei haben die Architekten, Christian Heißenberg und Matthias Sycha aus Bad Salzuflen, im Zusammenspiel mit Trieb handfeste Materialien gewählt: Beton, Eichenholz, Stahl. Und die alten Backsteine sind freigelegt, aus denen das Gebäude errichtet ist.
Alles ist eigens angefertigt mit Ausnahme der Stühle: die Tische, die Deckenleuchten aus Alu, die Kerzenhalter und auch der Kamin, der sich bei sitzenden Menschen auf Augenhöhe befindet. " Das Feuer ist von allen Plätzen aus zu sehen", sagt Trieb. Die Handläufe an den Treppen sind aus Robinie. Die armdicken Äste sind blank geschmirgelt und geölt; ihre Struktur ist erhalten.
Bei der Materialwahl sei Konsens gewesen, dass nichts verkleidet, nichts kaschiert werde, erzählt Heissenberg. " Die DIN-Norm können Sie vergessen", sagt er angesichts der vielen eigens angefertigten Elemente. Dazu gehört auch ein Aufzug-Turm aus Beton vor dem Eingang zum Restaurant, den Trieb künstlerisch gestaltet hat.
Vom Eingang des Geländes gelangen Besucher vorbei am Wasserlauf " Noli me tangere" (übersetzt etwa " Rühr mich nicht an") über drei Terrassen ins Gebäude. Rechts, im Keller, wird der Wein gelagert, darüber hat sich Trieb sein Atelier eingerichtet. Ganz oben unterm Dach gibt es schließlich noch eine Einzimmerwohnung, in die das Licht durch ein gläsernes Dach fällt. Auch hier ist alles eigens eingebaut und gestaltet, sodass sich bei allen Details ein stimmiges Gesamtbild ergibt.
Führungen um 12, 14, 16 Uhr, Treffpunkt Eingangsbrücke
Bildtext:
Kein Trafohäuschen, sondern ein künstlerisch gestalteter Aufzugsturm am Sutthauser Bahnhof.
Foto:
Klaus Lindemann

Osnabrück. Modern, hell und kompakt zeigt sich das neue Bettenhaus des Marienhospitals Osnabrück (MHO), eine Einrichtung der Niels-Stensen-Kliniken. Als klar konzipierter, übersichtlicher Quader setzt es sich deutlich ab vom Altbau mit seiner ausgreifenden und verschachtelten Struktur. Die kompakte Form ergab sich durch die Lage im Zentrum der Stadt.
Ästhetisch wird die stringente Bauweise unterstrichen durch die Linienführung der Außenfassade: Das wärmedämmende Verbundsystem enthält scheinbar lückenlose Fensterfronten. Der Eindruck entsteht durch eingelassene blaue Paneelfelder aus Glas. Das Ganze dient nicht nur der Optik: " Wir haben mehr getan, als die Energiespar-Verordnung verlangt", sagt Architekt Carsten Lohmann, Gesellschafter der Braunschweiger Architektengemeinschaft T+ P.
In dem Gebäude sind Patienten der chirurgischen und internistischen Abteilungen untergebracht. Es ist gelungen, über 40 Prozent der Bettenkapazität des Altbaus hier anzusiedeln. Auf vier Etagen gibt es jeweils 45 Betten, überwiegend in großzügigen Dreibettzimmern. Durch zwei Bereichspflegepunkte, statt wie üblich nur einen, verkürzen sich die Versorgungswege. Im Obergeschoss befindet sich eine Wahlleistungsstation mit 27 Betten. Sie ist mit Holzböden und hochwertiger Möblierung ausgestattet. Jede Ebene bietet eine Lobby, in der eine tragende Säule zum Lichtobjekt gestaltet ist.
Ein Innenhof und abgesenkte, mit Sonnenschutz versehene Fenster lassen viel Licht in alle Zimmer. Auffällig sind die ästhetisch gestylten Bäder. Um die Bauzeit abzukürzen, wurden sie komplett vorgefertigt geliefert inklusive Beleuchtung und Fliesen. Erst nach ihrem Einbau wurde jeweils die nächste Betondecke aufgesetzt, berichtet der Architekt. Schallgeschützte Zimmerwände und Bad-Belüftung sorgen für weiteren Komfort.
Alle Ebenen des Bettenhauses sind von der Eingangshalle auf direktem Weg zu erreichen.
Führungen um 11, 13, 15 Uhr, Treffpunkt Eingangshalle
Bildtext:
Tragende Säule als Lichtobjekt: das neue Bettenhaus des Marienhospitals.
Foto:
Hermann Pentermann

Osnabrück. Die Gaststätte " Schmied im Hone" ist vielen Osnabrückern noch ein Begriff, das neue Laborgebäude kennen die wenigsten. Am Tag der Architektur ist das Ensemble von Alt und Neu an der Oldenburger Landstraße zu besichtigen.
Architekt Martin Rohling vom Planungsbüro pbr erklärt, für das zuletzt ungenutzte Gebäude aus den 1880er-Jahren sei eine weitere Nutzung erwünscht gewesen, da es bereits zu verfallen begann. Eine Erweiterung des nahe gelegenen Campus des Fachbereichs Agrarwissenschaft und Landschaftsarchitektur schien sinnvoll, allerdings war der Altbau für die Unterbringung moderner Labore ungeeignet. Deshalb entschloss man sich zu einem Neubau, der allerdings strenge Auflagen zu erfüllen hatte, denn der Gasthof " Schmied im Hone" steht unter Denkmalschutz. Ein Neubau muss sich dem Denkmal unterordnen, so wollen es die Bestimmungen. Ist das aber gegeben, wenn die Dachkante des Neubaus höher ist als die des Anbaus des Denkmals?
Eine Gratwanderung, denn sonst hätte man ein zweigeschossiges Gebäude gar nicht errichten können. Der Neubau bildet ganz bewusst einen Kontrast. " Jede Zeit muss das bauen, was sie bauen kann", meint Martin Rohling. Eine historisierende Gestaltung kam daher für ihn nicht infrage. Seine Erweiterung ist mit dem historischen Gebäude baulich nicht verbunden.
Es handelt sich um einen kubischen Flachbau, der deutlich in zwei Blöcke gegliedert ist. In einem Gebäudeteil sind mikrobiologische Labore untergebracht, im anderen ein Technikum, das zum Beispiel eine Brauanlage enthält. Lebensmittel werden hier zu Testzwecken produziert. Im unteren Geschoss befinden sich Sensoriklabore, in denen Geschmack und Konsistenz der Produkte getestet werden, im anderen Block sind Gruppenräume.
In der Fassade fällt die Verwendung von Holz auf. Als " Bauschmuck" bezeichnet das Martin Rohling. Er soll die Fassade gliedern und strukturieren, da auch die Fassade des Altbaus gegliedert ist. Das zeigen etwa sogenannte Spannschlösser an der Rückseite, die eigentlich der Stabilität des Gebäudes dienen auch heute noch, obwohl auch der Altbau den modernen Bedürfnissen vorsichtig angepasst wurde.
Das Erscheinungsbild ist zwar historisch, doch die Funktionalität genügt heutigen Ansprüchen. Die Spannschlösser strukturieren eben auch die Fassade, und als dekoratives Zitat findet man ein solches altes Spannschloss sogar im Foyer des Neubaus.
Führungen um 11, 13, 15 Uhr, Treffpunkt Haupteingang
Bildtext:
Das Laborgebäude der Hochschule an der Oldenburger Landstraße.
Foto:
Hermann Pentermann

Architektur in der Region

Am Sonntag ist nicht nur in Osnabrück Tag der Architektur. Um die Wiederherstellung der historischen Parkanlage geht es am Schloss in Bad Iburg . In Bad Laer werden die Wegekapelle am Kruitskamp und die neue Geschwister-Scholl-Schule an der Mühlenstraße präsentiert. Melle ist mit einem Wohnhaus an der Johann-Sebastian-Bach-Straße 50 und dem Präsentations- und Bürogebäude der Firma Garten Brauers an der Allendorfer Straße 16, vertreten, zu dem auch ein Schaugarten gehört.

Das Programm zum Tag der Architektur gibt es im Internet unter www.aknds.de und als App für Smartphones im Appstore.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert, Marie-Luise Braun, Gisela Kriz, Jan Kampmeier


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