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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Tinte und Papier werden vermisst
 
Was spricht gegen Bücher und Zettel?
 
Kreidezeit
 
Digitales Papier und elektronische Stifte
 
Glosse: "Neue" Technologien in der Schule
 
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Zwischenüberschrift:
Schüler einer Tablet-Klasse ziehen Bilanz
 
Digitalisierung an Schulen: Eine Gegenrede
 
In vielen Schulen sind digitale Medien noch Zukunftsmusik
 
Dr. Andreas Knaden vom Zentrum für Informationsmanagement der Uni Osnabrück über den Unterricht der Zukunft
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Seit Oktober 2013 sind Eike (16), Shanice (16) und David (17), Schüler der Wittekind-Realschule, nun Teil einer Tablet-Klasse und besitzen ihr eigenes Gerät, mit dem sie im Unterricht und auch zu Hause arbeiten. Nach dieser Zeit und den Erfahrungen sind sich alle einig: " Am Anfang waren wir begeistert, doch jetzt sieht das ein bisschen anders aus." Eike kritisiert: " Uns wurde gesagt, dass die Schulbücher wegfallen und unsere Taschen leichter würden.
Doch das wurde nicht umgesetzt."
Alle stimmen zu, und Shanice ergänzt: " Eigentlich sollten jeden Morgen auf allen Tablets die Apps, die wir in der Schule nicht brauchen, gesperrt werden." Anstatt sich über die Möglichkeit zum Spielen und Chatten im Unterricht zu freuen, sieht David sie als Gefahr für die Konzentration: " Man neigt dazu, nicht aufzupassen, und wird viel leichter abgelenkt." Interessant ist auch, dass die sonst so medienbegeisterten Schüler plötzlich ihre Schulhefte vermissen. " Wenn ich Texte auf dem Tablet schreibe kann ich sie mir kaum merken. Aufschreiben mit Stift auf Papier macht das Lernen leichter", so Shanice.
Trotz der Kritik gibt es auch positive Anmerkungen. David zum Beispiel schätzt die Präsentationen auf dem Tablet: " Viel besser als Plakate." Außerdem ermöglichen es die Tablets, die Arbeitsergebnisse der Schüler an die Wand zu beamen. " So kann schneller verglichen werden, und jeder sieht, was die anderen gemacht haben. Das ist praktisch", sagt Shanice. Auf die Frage hin, ob Tablets in allen Schulklassen eingeführt werden sollten, zeigen sich die drei Schüler eher abgeneigt. Hundertprozentig überzeugen kann das Projekt sie also nicht.

Osnabrück. Aktuelle wird viel über sogenannte " iPad-Klassen" diskutiert. Dabei wird von Befürwortern besonders die Möglichkeit, mit iPads " schneller an Informationen aus dem Internet heranzukommen", betont. Doch ist eine solche Anschaffung wirklich sinnvoll? Und was sind ihre Nachteile? Eine Gegenrede.
Zunächst einmal sind da die Kosten, die eine iPad-Klasse mit sich bringt. Ein iPad der ersten Generation kostet um die 300 Euro. Es bleibt jedoch nicht bei dieser Summe, denn es müssen entsprechend Lehrer ausgebildet sowie Seminare und Fortbildungen zum Umgang mit iPads durchgeführt werden, was viel Zeit in Anspruch nimmt. Die dafür verwen dete Muße sowie das dafür gedachte Geld könnte man zum Beispiel auch für Schülerbibliotheken, Bücher oder Klassenfahrten ausgegeben. Außerdem bringt ein solcher Unterricht eine hohe Ablenkungsgefahr für die Schüler mit sich, da mit einem Tablet natürlich viel mehr Dinge gemacht werden können als nur Hausaufgaben und Recherche-Aufgaben.
Hirnforscher wie Manfred Spitzer beispielsweise sprechen von " digitaler Demenz", wenn sie über die Zeit reden, die Jugendliche schon ohne Einbeziehung von iPads im Unterricht vor dem Bildschirm verbringen. Wer schon einmal versucht hat, einen Text oder ein Buch auf einem iPad zu lesen, hat festgestellt, dass es sehr schwierig ist, sich dabei zu konzentrieren. Würden noch mehr iPad-Klassen eingeführt werden, würden die Schüler wahrscheinlich komplett von " echten Büchern" entfremdet. Was spricht dagegen, den Unterricht mit Schulbüchern, Zetteln und einer realen Person, die vorne steht und redet, zu gestalten? Mit dem Informationsfluss, dem wir heute ausgesetzt sind, und den vielen Medien und der Hektik wäre es doch schade, wenn die Schule, eigentlich ein Ort des Lernens und Wissens, dem auch noch zum Opfer fallen würden.

Osnabrück. Schulbücher statt Tablets und staubige Kreide statt elektronischer Touchpens die medial vollversorgte Schule ist noch eine Wunschvorstellung. Aber sie kommt, da sind sich Experten einig. Doch noch herrscht in vielen Schulen digital ein anderes Zeitalter.

Friedemann Neuhaus beschäftigt sich viel mit der Zukunft des Unterrichts. Der Geschichtslehrer leitet den Arbeitskreis " Digitale Medien" am Ratsgymnasium. Zusammen mit Kollegen macht er sich Gedanken über Sinn und Zweck von Tablets und sogenannten Smartboards interaktive Tafeln im Schulalltag. Durchgesetzt haben sich solche Neuerungen noch nicht. Smartboards gibt es nur in speziellen Räumen, meist im naturwissenschaftlichen Trakt. Tablet-Klassen, in Deutschland ohnehin eher rar gesäte Modellversuche, sind hier noch nicht eingeführt. Stattdessen sind noch Notebooks in Klassensätzen in Gebrauch. Auf dem Schulgelände ist auch das nicht unüblich die Benutzung von Smartphones oftmals untersagt.

Dem Arbeitskreis " Digitale Medien" gibt das zu denken. " Wir bilden uns zwar gerade erst eine Meinung", erklärt Leiter Neuhaus, " die Hoffnung ist aber schon, dass Tablets auf lange Sicht Normalität werden." Dabei stehen jedoch noch einige ungeklärte Fragen im Weg. Vor allem die Nachhaltigkeit neu angeschaffter Geräte sei ein Streitpunkt, so Neuhaus: " Wenn man in der fünften Klasse ein Tablet anschafft, hält das dann bis zum Abitur?" Neben den Kosten gelte es, auch Umweltbelastungen durch Altgeräte zu bedenken.

Skepsis schlägt den Tablets aber auch aus den Reihen der Lehrkräfte entgegen. Neuhaus spricht von " Vorbehalten", die einige Lehrer gegenüber den kleinen Computern hätten. " Manche sagen, dass die Kinder sowieso schon den ganzen Tag vor solchen Geräten sitzen." Einige Lehrer sähen die Schule daher gerne weitgehend von medialer Dauerberieselung befreit. Eine Sorge, die Christina Thiesing nicht nachvollziehen kann. Sie unterrichtet Chemie und Biologie am Ratsgymnasium und nutzt die technischen Möglichkeiten, die sich ihr jetzt schon bieten, nach eigener Aussage regelmäßig. Vor allem mit den Smartboards in den Fachräumen hat sie sich angefreundet. " Das Vorbereiten der Stunden bedeutet so zwar etwas mehr Arbeit", erklärt sie mit Blick auf die Folien und Grafiken, die eine Schulstunde mit Smartboard ausmachen. Der Mehrwert zeige sich im Unterricht jedoch schnell. Graphen und Tabellen könnten frei bearbeitet, Zahlen unkompliziert veranschaulicht werden. Ein großer Pluspunkt sei auch, dass einmal angelegte Folien konsistent über mehrere Stunden verteilt verwendet werden könnten.

In dieser Stärke liegt jedoch auch eine der großen aktuellen Schwächen des Smartboards: Beginnt man den Unterricht einmal mit der klugen Tafel, kommt man in den folgenden Stunden schwerlich ohne sie aus. " Ich bin dann auf einen Raum mit Board angewiesen, die Ergebnisse der letzten Stunde sind ja so gespeichert", berichtet Thiesing. Da jedoch nur wenige Räume mit einem Board ausgestattet seien, könne diese Anforderung oft nur mühsam gewährleistet werden. Für Thiesing ist daher klar, dass ein kontinuierlicher Ausbau neuer Technik stattfinden muss. An einen schädlichen Einfluss auf die Schüler, den es zu verhindern gelte, glaubt sie dabei nicht: " Diese Technologien kommen so oder so. Die Frage ist nur, ob wir vorne dabei sind oder hinterherhängen."
Bildtext:
Smart- oder Whiteboards gehören nicht selbstverständlich zur Ausstattung in einer Klasse. Viele Schulen setzen nach wie vor auf Tafel und Kreide.
Foto:
Swaantje Hehmann

Osnabrück. Während in der Berufswelt digitale Medien kaum noch wegzudenken sind, gelten sie in vielen Schulen noch als Exoten. Wie sie den Schulalltag bereichern könnten, erzählt Experte Dr. Andreas Knaden vom Zentrum für Informationsmanagement und virtuelle Lehre von der Uni Osnabrück im Interview.
Herr Knaden, haben Sie mal in Klausuren geschummelt?
(lacht) Nö!
An vielen Schulen herrscht ein Handyverbot, weil sie ablenken und das Spicken erleichtern sollen. Welchen Platz haben Handys und Smartphones im Schulalltag?
Im Unterricht haben sie einen noch viel zu kleinen. Mit Smartphones und Tablets kann man noch viel mehr machen. Dazu muss man aber auch damit umgehen können. Also nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer.
Vom Smartphone mal abgesehen welche digitalen Medien bieten denn im Unterricht einen Mehrwert?
Vom Smartphone abgesehen ist das Tablet besonders vielfältig einsetzbar. Ich sehe aber leider, dass sich viele Schulen dagegen sperren und sagen: Das ist nicht die reine Lehre, man kommt auch ohne Technik aus. Ich sehe aber erfreulicherweise auch viele Schulen, die die Notebook-Klassen durch Tablets ersetzen. Das Tablet ist nicht nur leichter als ein Notebook, es ist auch haptisch spannender.
Hat sich das Tablet als Medium schon durchgesetzt?
Nein, das glaube ich nicht. Zu Hause haben viele vielleicht eins. Aber selbst da gilt das für die meisten Schüler noch nicht. Tablets lösen die Notebooks nur langsam ab. Es gib jetzt die ersten Schulen, die das Thema engagiert angehen, aber eine Breitenerscheinung ist das noch lange nicht. Eher ein kommender Trend.
Wenn Sie 20 Jahre in die Zukunft blicken: Was für Unterricht wird dann wohl gemacht?
Über so einen Zeitraum gucken ist unglaublich schwer. Wenn Sie vor 20 Jahren jemandem erzählt hätten, was heute mit Smartphones möglich ist, hätte man Sie schief angeguckt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es in 20 Jahren kein herkömmliches Tablet mehr gibt. Da gibt es erste Anzeichen für, Stichwort E-Paper. Vorstellbar wären faltbare Displays mit mehreren Seiten, in denen man blättern kann. Auch Stifte könnte es wieder geben. Aktuelle Tablets haben oft keine oder sehr ungenaue Stifte. Wenn sich das ändert und man präzise wie mit einem Kugelschreiber schreiben kann, merkt man gar nicht mehr, dass man mit Elektronik arbeitet. Das wird auch das Verhältnis zum Schulbuch ändern.
Wird der digitale Unterricht den klassischen Frontalunterricht komplett ablösen?
Un wahrscheinlich. Das hat man vor 20 Jahren schon gesagt, dass die Schüler nur noch vorm PC sitzen und wir keine Lehrer mehr brauchen. Vermutlich werden Neue Medien so in den Alltag integriert werden, dass wir gar nicht mehr wirklich merken, dass wir damit arbeiten. Das hat viele Vorteile, Diskussionen im Unterricht können zum Beispiel aufgezeichnet und später nachverfolgt werden. Die Spracherkennung kann das Unterrichtsgespräch dann wahrscheinlich schon als geschriebenen Text liefern.
Wir merken nicht mehr, wenn wir mit Elektronik arbeiten, der Unterricht wird aufgezeichnet das kann einen an Totalüberwachung denken lassen. Wie begegnen Sie solchen Ängsten?
I ch setze da auf Zeit. Kontrolle und Transparenz sind enorm wichtig. Das ist ein großes Problem heutzutage, Daten werden undurchsichtig gespeichert und verwertet, es wird viel heimlich gemacht. Das wird nicht so bleiben, aber die rechtlichen Spielregeln sind noch in der Entwicklung begriffen. Viele sind pessimistisch und warnen vor der großen Datenkrake. Ich glaube, dass in einem durchschaubaren Umgang mit Daten viel Potenz ial liegt.
Lehrer sollen Schülern früh Medienkompetenz vermitteln. Oft sind die Schüler aber erfahrener im Umgang mit Technik. Wie passt das zusammen?
Es ist richtig, dass sich Schüler in der Regel sehr gut mit den Neuen Medien auskennen. Viele wissen aber nicht, wie man mit diesen Medien lernt. Das ist ein Unterschied. Wir reden immer von " Digital Natives". Kinder und Jugendliche haben da aber oft nur einen bestimmten Ausschnitt, soziale Netzwerke oder Videospiele. Wie man gemeinsam mit den Medien arbeitet und lernt, da gibt es oft noch Lücken. Aber es stimmt schon, bei der Medienausbildung der Lehrer liegt es im Argen. Da könnten wir richtig viel bewirken, das würde auch viele Lehrer sicherer machen. Ich weiß auch, dass viele sich das wünschen würden. Das müssen wir dann aber auch fördern. Medien machen einen Lehrer an sich nicht besser, aber wenn ein Lehrer mit ihnen umgehen und jonglieren kann, hilft das dem Unterricht.
Bildtext:
Über den Unterricht von morgen machen sich Dr. Andreas Knaden (l.) und Rainer Jacob von der Uni Osnabrück Gedanken.
Foto:
Hermann Pentermann

Osnabrück. E ine Realitätsrundschau. Kurz nach acht Uhr, montagmorgens im Französischkurs einer zwölften Klasse eines niedersächsischen Gymnasiums. Die Tür öffnet sich; statt des Lehres erscheint eine breite, sperrige Flimmerkiste original aus dem Jahr 1955? In einem massigen Holzregal schiebt ein Lehrer sie vor sich her. Kleine Schweißperlen glänzen auf seiner Stirn. Nach der Begrüßung macht er sich am Gerät zu schaffen. Es scheint, als würde alles gutgehen; der Film fängt problemlos an doch dann: ein gelber Blitz. Was bleibt, ist ein flirrendes, schwarz-weißes Bild. Der Lehrer nimmt die Fernbedienung, drückt hektisch verschiedene Knöpfe. Alles ohne Erfolg. Nervös lachend läuft er zum Fernseher und versucht, auch dort die historischen Tasten in Bewegung zu setzen für irgendwas müssen sie doch gut sein! Nur für was? Endlich! Das Bild ist wieder da! Die Erleichterung ist dem Pädagogen ins Gesicht geschrieben. Bevor er sich aber setzen kann, ist es plötzlich still im Klassenraum.
Der Film läuft zwar, die Personen bewegen auch ihre Lippen, nur der Ton fehlt. Wie im Stummfilm. Zunehmend verzweifelt nimmt der Lehrer sein Programm wieder auf Knöpfe drücken, warten, hoffen, wieder drücken.
Am Ende der Stunde gibt er verärgert auf: " Lest euch zu Hause eine Zusammenfassung durch." Web 2.0, crossmedial, Twitter und Social Media? Schule hat eine andere Wirklichkeit.

Osnabrück. Nachwuchsreporter werden immer gesucht. Wer also nicht nur Zeitung lesen, sondern selbst gestalten will und zwischen 15 und 20 Jahre alt ist, kann sich bei Redakteurin Kathrin Pohlmann melden. Einfach eine E-Mail an k.pohlmann@ noz.de schreiben oder anrufen unter Tel. 05 41/ 310-685. Einmal im Monat trifft sich die Klasse!- Jugendredaktion.
Autor:
Lara Lawniczak, Jana Schauland, Leo Riepenhoff, kp


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