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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Gärten und Güter zum Träumen
Zwischenüberschrift:
Vom Bahnhof Bohmte zurück nach Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. 41 Kilometer von Bohmte über Venne zurück nach Osnabrück, das sind vier Stunden zwischen Landgütern, Gartenträumen, Ganggräbern, der Varus-Schlacht und der Eisenzeit.

Feld- und Wirtschaftswege, Pisten quer durch den Wald, Stopps bei Landgütern oder Schleusen, all das haben wir auf den Touren, die Realschullehrer Heinz Wüppen für seine " Osnabrücker Radfahr-Blüte" von Bahnhof zu Bahnhof ausgetüftelt hat, schon erlebt. Auf den 41 Kilometern vom Bohmter Bahnhof zurück nach Osnabrück landen wir ganz unvermittelt in einem 4000 Quadratmeter großen Garten am Fuße des Wiehengebirges, in dem ein Sitz-Rasenmäher in schönstem Einklang neben einem kunstvoll " verrosteten" Klavier steht. Schon vom Regionalexpress Richtung Bremen aus, der uns in zwölf Minuten nach Bohmte bringt, sehen wir die Norddeutsche Tiefebene. In der Bahn, die uns 10, 20 Euro pro Person plus Fahrrad kostet, fehlen allerdings die Anschnallgurte für unsere Räder. Glücklicherweise fällt keins bei der lang gezogenen Kurve, die die Bahn bei der Anfahrt auf Bohmte nimmt, um. Am Bohmter Bahnhof wartet die erste sportliche Herausforderung: erst die Treppe runter in den Tunnel, dann die Treppe wieder hoch in die Eingangshalle.

Danach fahren wir erst einmal gemütlich auf der Schlösser-Tour Richtung Arenshorst. Am dortigen Gut testen Heinz Wüppen und Mitfahrer Georg Lückmann die in die Brückenmauer eingelassenen Sitzgelegenheiten und studieren die Radwanderkarte. Kaum haben wir das Gelände verlassen, stehen wir auch schon vor der Arenshorster Kirche.

Von Gut zu Gut: Über die Langelager Allee, über die auch der Terra-Trail 4 führt, erreichen wir Gut Langelage. Allerdings liegt es etwas versteckt rechts vom Weg. Weiter zum Kronensee und über einen schönen Sandweg, kommen wir bei Driehausen auf die Gartentraum-Tour. Wir folgen der Landstraße Richtung Darpvenne, wo eigentlich die Darpvenner Steine unser nächstes Highlight sein sollten. Aber manchmal kommt es anders.

Ein kleines Schild am Gartentor links der Straße zeigt: Auch dieser Garten gehört zur Gartentraum-Tour. Eigentlich muss man sich einen Tag vorher anmelden, wenn man den Garten besichtigen will. Heinz Wüppen blickt auf das offene Gartentor und zieht an der kleinen Glocke. Gudrun und Erwin Kuhn sind gerade nicht auf neugierige Besucher eingestellt. Gudrun Kuhn ist mitten in der Vorbereitung auf den Gartentraum-Sonntag am 28. Juni, an dem sie mit ihrem Landschaftsgarten an der Driehauser Straße 9 a in Ostercappeln-Venne teilnimmt. Dennoch dürfen wir eintreten.

Die Räder haben erst einmal Pause, als wir durch den Garten streifen, an dem die Kuhns seit 40 Jahren arbeiten. Überall sind Sitzgelegenheiten, aber nicht überall die gleichen. Holzstühle wechseln sich mit Steinen ab, die im Rund stehen. Ulli Schnöckels Außenskulpturen, Instrumente, verteilen sich auf dem großen Gelände.

Gudrun Kuhn hat sich zu ihrem Mann Erwin an die Kaffeetafel gesetzt. Einmal kurz entspannen, bevor es weitergeht. Dieser Garten fordert. Und die Kuhns legen all ihr Herzblut hinein.

Wir verlassen das Idyll, wir haben noch einiges an Kilometern vor uns. Erst einmal stoppen wir an den Darpvenner Steinen, neolithischen Ganggräbern direkt an der Driehauser Straße. Allerdings muss man gut aufpassen: Die Steine liegen rechts im Wald, wir fahren daran vorbei und legen eine Vollbremsung hin. Es lohnt sich: Die Steine sind ein beeindruckendes Ensemble aus der Zeit von 3500 bis 2800 vor Christus.

Auf der Diva-Tour erreichen wir später Venne-Engste. Vor etwa 2000 Jahren wurden die Römer um Varus in dieser Gegend vernichtend vom Cherusker Arminius geschlagen. Nicht ganz so alt ist der große Aussichtsturm von Venne-Engste, den wir nach einer sich lang hinziehenden Steigung die Schlingheide hinauf erreichen. Damit nicht genug: Wir klettern die vielen Holzstufen den Turm hinauf und treffen oben auf einen Ortskundigen, der uns genau erklären kann, was wir in Richtung Süd, Nord, West und Ost sehen.

Heinz Wüppen schaut wieder in die Karte: " Wir dürfen die richtige Ausfahrt nicht verpassen." Georg Lückmann nimmt′s gelassen: " Immer nach Westen, das passt schon." Wie üblich, hat uns Wüppen eine letzte Steigung verschwiegen. Kurz nach seiner Ankündigung " Jetzt geht es nur noch bergab" klettern wir in Rulle-Ost schnaufend die Stiegte hinauf. Nach den vielen Stopps auf dieser Tour machen wir jetzt Tempo: Bergab geht es Richtung Nettetal, vorbei an Knollmeyers Mühle und dem Kloster. Über Haste und vorbei am Nettebad rollen wir zurück in die Stadt.

Alle Touren der Serie und die ausführliche Routenbeschreibung auf www.noz.de/ radtouren
Bildtext:
Eine Höhepunkt der Tour ist das Gut Arenshorst (hier mit Georg Lückmann).
Foto:
Claudia Ix
Autor:
Claudia Ix


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