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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Enteignung im Überschwemmungsgebiet?
Zwischenüberschrift:
Widerstand in der Siedlung südlich der Mindener Straße – Spundwände als Lösung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Verlieren hier die Grundstücke ihren Wert? Die Aussicht, offiziell in einem Überschwemmungsgebiet für den Belmer Bach zu leben, empört Anwoher der Siedlung Sandforter Straße mit den östlich davon gelegenen Adressen rund um die Oppelner Straße. Im Bürgerforum Darum/ Gretesch/ Lüstringen sprachen sie von Enteignung. Von der Stadt fordern sie eine Lösung und Befreiung aus dem Zugriff des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.

Dies vorweg: Um der Notlage zu entkommen, könnten Spundwände entlang der Mindener Straße in den Boden gerammt werden. Damit wären offenbar die zwei größten Bedrohungen gebannt: die behördliche Einstufung sowie die Folgen einer echten Überschwemmung. Ob es zu dieser Lösung kommt, bleibt offen.

Als Detlef Gerdts, Leiter des städtischen Fachbereichs Umwelt, Bilder vom Hochwasser im August 2010 zeigte, kam sofort Protest: Das Wasser entlang der Sand forter Straße sei nicht von alleine an diese Stelle geflossen, sondern dorthin gepumpt worden. Damals hatte es drei Tage geregnet. Und im Stadtteil Lüstringen ist so viel Wasser geflossen, wie es der Statistik nach nur einmal in 170 Jahren der Fall ist. Der Wasserstand der Hase betrug 284 statt 94 Zentimeter, der Durchfluss 30 000 Liter pro Sekunde statt 1730. Doch was hat das mit der offiziellen Einstufung in ein Überschwemmungsgebiet zu tun? Stadtbaurat Frank Otte jedenfalls sagte: " Es geht nicht darum, was 2010 passiert ist." Die Landesbehörden sind seit dem Hochwasser 2002 an Donau und Elbe mit der Einteilung von Überschwemmungsgebieten beschäftigt. Anhand von Daten aus Osnabrück hat der Landesbetrieb die Siedlung südlich der Mindener Straße als Flächen für Notfälle eingeteilt. Die Stadt muss dem Plan zustimmen. Fritz Brickwedde, der das Bürgerforum leitete, kündigte an: " Wir prüfen, wie wir Sie davor bewahren können, dass ihre Siedlung amtliches Überschwemmungsgebiet wird."

Sollte die Stadt die Siedler nicht davor bewahren können, droht den Betroffenen manche Einschränkung: Sie dürfen nicht mehr bauen es sei denn, sie erhalten eine Ausnahmegenehmigung und sie dürfen keine Zäune quer zur Fließrichtung aufstellen. Ohne Genehmigung ist es ihnen nicht erlaubt, Bäume oder Sträucher zu pflanzen.

Vermögensschaden

Eine Frau aus der Siedlung schilderte ihre Situation so: " Ich habe ein unbebautes Grundstück und darf dort nicht bauen." Und für den Verkauf käme es auch nicht mehr infrage. Es handele sich um eine Enteignung. Und sie habe keine Aussicht auf Entschädigung für diesen Vermögensschaden. Gleichzeitig sei es unter diesen Umständen fast unmöglich, eine Elementarversicherung abzuschließen. Es finde sich kaum ein Versicherer, der dieses Risiko eingehen wolle.

Sollte sich die Stadt entscheiden, eine Hochwasserschutzwand zu bauen, wäre für die Siedlung zwar ein existenzielles Problem gelöst, doch dann stellt eine neue Frage: Wer zahlt die Spundwand? Die Diskussion darüber ist seit dem jüngsten Bürgerforum eröffnet.
Bildtext:
Wiesen an der Sandforter Straße: Geht es nach dem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, ist auch eine Siedlung rechts davon als Überschwemmungsgebiet vorgesehen. Kommt es so, darf dort nicht mehr gebaut werden. Die Grafik zeigt den Plan. Spundwände könnten die Siedler vor Einschränkungen bewahren.
Foto:
Jörn Martens
Grafik:
Stadt Osnabrück
Autor:
Jann Weber


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